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Gottfried-Kinkel-RealschuleZum Jubiläum kommt der Chef

Lesezeit 3 Minuten

Auf diesem Grundstück erfolgte 1966 der erste Spatenstich für den Neubau der Realschule. 

Erftstadt – Die Gottfried-Kinkel-Realschule wird 50 Jahre alt. Lehrer und Schüler sind zurzeit dabei, das große Geburtstagsfest vorzubereiten. Das ganze Jahr soll im Zeichen des Jubiläums stehen. Ausflüge sind geplant, die auf die Spuren von Gottfried Kinkel führen, ebenso wird es Vorträge, ein Ehemaligentreff und eine Fotoausstellung geben. Der Höhepunkt dürfte jedoch das von Schülern unter der Leitung von Vize-Schulleiter Heribert Scholz-Seckler einstudierte Theaterstück mit Musik und Tanz sein, das vom 14. bis 17. März täglich in der Schule aufgeführt wird. Es steht unter dem Titel: „Besuch vom Chef“. Und damit ist kein anderer als der Namensgeber der Schule gemeint: Gottfried Kinkel.

Schulleiterin Ulla Saß ist sich sicher, dass Gottfried Kinkel von der modernen Realschule in Liblar begeistert gewesen wäre. Sowieso ist er in der Schule allgegenwärtig. „Im Lehrerzimmer zeigt er uns sogar an, was die Stunde geschlagen hat“, schmunzelt Saß und zeigt auf die Uhr an der Wand. Riesig groß haben Schüler sein Gesicht gleich in mehreren Farben an die Flurwand gemalt. Gegenüber haben sie einige seiner Zitate verewigt. Und ihm Rahmen der Projektwoche vom 4. bis 8. März, die natürlich auch ganz im Zeichen des Jubiläums steht, sollen weitere Innenwände der Schule farbenfroh und im Sinne des Namensgebers verschönert werden.

„In der Projektwoche kommt aber auch Fritz Pietz“, verrät die Schulleiterin. Der Künstler hat bereits vor vier Jahren das Mosaik mit dem Schriftzug „Gottfried-Kinkel- Realschule“ im Eingangsbereich der Schule gestaltet. „In der Projektwoche wird er mit den Schülern jeden einzelnen Buchstaben dieses Schriftzuges überdimensional groß fertigen und dazu passend zu jedem Buchstaben auch Eigenschaften Kinkels aufschreiben“, erklärt Ulla Saß. Diese sollen dann an ganz verschiedenen Stellen der Schule aufgehängt werden.

Diesbezüglich laufe zurzeit sogar ein Wettbewerb in allen Klassen. Jede Klasse dürfe zwei Begriffe nennen. So könne das R für Revolution oder Respekt stehen, das D etwa für Disziplin oder Dynamik.

1966 begann der Neubau

Denkwürdig war der 18, April 1963. Damals schrieb die Kölnische Rundschau: „Ein denkwürdiger Tag für die Gemeinde Liblar – die Realschule für Jungen und Mädchen nahm Unterricht auf.“ Einstimmig hatte Monate zuvor der Gemeinderat beschlossen, eine Realschule für Jungen und Mädchen einzurichten. Unterrichtet wurden die Kinder zunächst im alten Gebäude der Volksschule in der Carl-Schurz-Straße sowie in Pavillons an der Bahnhofsstraße. Drei Jahre später, am 18. Oktober 1966, begann mit dem ersten Spatenstich der Neubau für die damals rund fünf Millionen Mark teure Realschule am jetzigen Standort. Gut ein Jahr später war die Schule fertig.

„Einzügig und mit sechs Lehrern haben wir angefangen“, berichtet Ulla Saß. Doch die Schule wuchs schnell. Um alle Schüler aufzunehmen, habe man teils fünf Eingangsklassen einrichten müssen. Heute zähle ihr Kollegium rund 40 Lehrerinnen und Lehrer, die zusammen etwa 640 Kinder und Jugendliche unterrichten. Erst ein paar Monate ist es her, dass die energetische Sanierung abgeschlossen wurde. Für rund 4,5 Millionen Euro wurde das Hauptgebäude der Schule vom Keller bis zum Dach erneuert. „Heute heizen wir hier mit Pellets und haben sogar einen Aufzug“, erklärt Saß.

Der Kartenvorverkauf für das von den Schülern einstudierte Theaterstück mit dem Titel „Besuch vom Chef“ beginnt am 4. Februar.