Licht dringt durch die zerstörten Bereiche der Wand in die Grillhütte am Sportplatz
Copyright: Horst Komuth
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Erftstadt-Friesheim – Für Jugendliche, die nicht in einem Verein sind, gibt es in Friesheim wenig Freizeitangebote. Wer mobil ist, kann die städtischen Jugendeinrichtungen in Lechenich und Liblar besuchen.
Doch viele junge Friesheimer wollen lieber im Ort bleiben und am Wochenende ungestört etwas Party machen. Eine Möglichkeit wäre der Hans-Kadner-Platz. Doch der liegt zentral im Ort, häufig haben sich Anwohner beschwert, die sich von den Treffen der Jugendlichen gestört fühlten.
Gemeinschaftsprojekt mit Jugendlichen in Friesheim
Abhilfe versprach der Bau einer Schutzhütte am Ortsrand, unweit des Sportplatzes an der Christian-Dahmen-Straße. In einem Gemeinschaftsprojekt von Jugendlichen und der Erftstädter Zimmerei Münch wurde die Hütte aus Holz errichtet.
„Wir treffen uns hier fast jeden Freitag und an den Wochenenden, hören Musik, trinken was und wollen einfach Spaß haben“, berichtet Maurice Stempin. Der 22-jährige gehört zu der Gruppe junger Leute im Alter von 15 bis 24 Jahren, die sich in der Hütte treffen und dort häufig Sachbeschädigungen feststellen.
Schäden mit eigenen Kräften beseitigt
Sie haben mit eigenen Kräften schon Schäden beseitigt, die Vorfälle mit Videos dokumentiert und an diese an die Stadt weitergeleitet, berichtet Enrico Difazio (24). Da das Gebäude keinen Stromanschluss habe, behelfe man sich mit Taschenlampen und dem Licht von Smartphones.
Denn in der Hütte ist es dunkel, auch tagsüber wird es drinnen nicht wirklich hell. Gern würden die jungen Leute den Eingang für die kalte Jahreszeit mit Folie abdecken.
Schmierereien an den Wänden
Doch das sei nur sinnvoll, wenn es keine weiteren Zerstörungen mehr gebe, berichten die Jungs bei einem Pressetermin vor Ort. Inventar sei angezündet und die Sitzbänke seien verschmutzt worden. Von den vielen Schmierereien an den Wänden ganz zu schweigen.
Die gewaltsam herausgebrochenen Holzplatten sollen im Verlauf des nächsten Monats ersetzt werden, teilte Ortsbürgermeister Stephan Bremer den Jugendlichen mit. Die Stadt habe eine Schreinerei beauftragt. Bremer will sich dafür einzusetzen, dass die Hütte abgeschlossen werden kann. Und er will ein mobiles Lichtsystem spenden.
Verantwortung für Treffpunkt am Sportplatz
Den Jugendlichen ist es wichtig, selbst mit anzupacken, Verantwortung für den Treffpunkt zu übernehmen. Sie wollten nicht einfach nur nehmen, sondern auch geben, sagen sie. Und wer mit Vorschlägen komme, den Treffpunkt zu verbessern, sei jederzeit willkommen.
„Wir sind freundlich zu jedem und wollen in Frieden mit allen hier in Friesheim leben. Und wer hinter unserem Rücken behauptet, in der Hütte würden sich nur Asis treffen, sollte uns einfach mal kennenlernen und das Gespräch suchen“, sagt einer der Jugendlichen vor Ort.