Der Bunker soll versetzt und besser sichtbar gemacht werden.
Copyright: Horst Komuth
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Erftstadt – Als 2015 bei Rodungsarbeiten auf dem Gelände zwischen der Carl-Schurz-Straße und dem Stadtgarten drei Einmannbunker (auch Splitterschutzzellen genannt) entdeckt wurden, staunten viele nicht schlecht.
Die während des Zweiten Weltkriegs aufgestellten, rund zwei Meter hohen Teile mit Türöffnung, Notluke und mehreren Luft- und Lichtscharten boten bis zu zwei Zivilisten Schutz.
Bunker in Erftstadt in Vergessenheit geraten
Nach dem Krieg waren die Bauwerke mit den Jahren allerdings in Vergessenheit geraten. Das aber sollte sich mit ihrer Entdeckung ändern. Fortan sollten sie an prominenten Stellen im Stadtgebiet aufgestellt werden und Mahnmale gegen Gewalt und Krieg sein.
Der im Lauerbusch gefundene Einmannbunker, baugleich mit dem Fund in Liblar, wurde vom Rohmedräjerclub am Ortseingang aus Richtung Liblar kommend aufgestellt, samt Bank und Informationstafel.
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Es kam jedoch anders. Einen der Bunker hatte die Stadt dem Verein Rheinisches Industrie-Bahnmuseum überlassen, ein weiterer wurde später nach Bliesheim verfrachtet, wo der Rohmedräjerclub ihn am Ortseingang samt Infotafeln postierte und die Geschichte der Menschen im Lauerbusch veranschaulichte.
Gut sichtbar am Liblarer Stadtgarten
Der dritte Bunker verblieb in Liblar und geriet wieder in Vergessenheit. Statt gut sichtbar zwischen neuem Pflegeheim und Stadtgarten aufgestellt zu werden, fristet das Betonteil seit Jahren ein unbeachtetes Dasein am Rand einer Grünfläche zwischen Seniorenheim und Bliesheimer Straße.
Ortsbürgermeister Axel Erhard ergriff nun die Initiative, ursprüngliche Pläne für den Bunker doch noch zu realisieren. „Den Bunker einfach im Gebüsch stehen zu lassen, kann ja keine Dauerlösung sein“, betont Erhard. Er nahm Kontakt zur Verwaltung auf.
Planungen für Einmannbunker wieder aufgenommen
Die nahm auf Anfrage Stellung zum Stand der Dinge. Zu Beginn der Corona-Pandemie seien geplante Treffen zwischen den Verantwortlichen abgesagt worden. In den vergangenen Wochen aber seien die Planungen zur Aufarbeitung und Präsentation des Einmannbunkers im Stadtgarten wieder aufgenommen worden.
Beim jüngsten Treffen zwischen Vertretern der Erftstädter Stadtverwaltung und dem Ortsbürgermeister seien Lösungsmöglichkeiten erörtert worden. Nun könne konkret geplant werden. „Der Bunker wird um etwa fünf Meter versetzt und ein Rasenweg angelegt.
Damit wird er in der Anlage optisch präsent sein“, heißt es in einer städtischen Mitteilung. Der Geschichtsverein werde seinen Entwurf für eine Informationstafel nach Rücksprache mit Stadtarchivar Dr. Frank Bartsch vorlegen, heißt es weiter.