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Clarissen-Kapuzinerinnen„Ein Abschied mit Wehmut“

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St. Josef in Liblar, die Clarissen-Kapuzinerinnen verlassen das Haus in Kürze. (Foto: Schmitz)

Erftstadt – Nun also doch: Seit Jahren geht das Gerücht, die Clarissen-Kapuzinerinnen verlassen das Kloster St. Josef in Liblar an der Carl-Schurz-Straße. Noch im August 2012 sagte Schwester Theonilla auf Anfrage der Rundschau: „Es gibt keine Überlegungen, unser Kloster zu verkaufen.“ Das hat sich mittlerweile geändert. Die verbliebenen drei Schwestern des Ordens werden das Haus verlassen. Bereits für den 22. April um 11 Uhr laden sie zum Abschied zu einem Dankgottesdienst in St. Alban ein.

Dass das Gerücht, die Clarissen-Kapuzinerinnen verlassen das Kloster, in regelmäßigen Abständen immer wieder aufkam, hatte nicht zuletzt mit der Außenfassade des Haupthauses an der Carl-Schurz-Straße zu tun. Der Putz bröckelt seit Jahren ab. Die Geschäftswelt und auch Politiker aus Liblar waren darüber unglücklich. Dass ein neuer Anstrich über einen so langen Zeitraum ausblieb, werteten sie als Zeichen dafür, dass die Schwestern das Haus sicherlich bald verlassen würden, weil ihnen die anstehenden Arbeiten zu viel würden.

Drei Schwestern wohnen noch in St. Josef

Was letztlich aber zum Auszug führt, darüber schweigen sich die Ordensschwestern aus. Sie sind unglücklich darüber, dass die Nachricht über ihren Wegzug nun schon in die Öffentlichkeit gedrungen ist. Kommende Woche soll ein Brief an alle Freunde und Unterstützer des Klosters gehen, in dem sie über die Ereignisse informiert und zu dem Gottesdienst eingeladen werden. Erst danach wollten sie sich an die Öffentlichkeit wenden. Doch die Nachricht verbreitete sich schon im Vorfeld wie ein Lauffeuer.

Fest steht, dass zurzeit nur noch drei Schwestern in dem Kloster St. Josef leben. Sie sind zwischen 35 und 55 Jahre alt. In einer kleinen Mitteilung schreibt der Orden, dass nun, nach 64 Jahren, „die Geschichte der Clarissen-Kapuzinerinnen ihrem Ende entgegen geht“. In absehbarer Zeit würden die Schwestern das Kloster in Liblar verlassen und in andere Konvente ihres Ordens außerhalb des Erzbistums Köln wechseln. Und dann noch ein paar persönliche Worte der Schwestern: „Viele Freundschaften sind entstanden, so dass ein Abschied von beiden Seiten mit Wehmut begleitet wird.“

Mit der Vermarktung des Klosters und dem dazu gehörigen Land ist Christian Vogdt von der Immobilius GmbH in Senden beauftragt. „Es geht hier um mehr als um eine bloße Vermarktung eines Grundstückes“, sagt er. Vielmehr wollen wir das, was den Schwestern unter ihren Händen erwachsen ist, so vermarkten, dass die Schwestern damit ihre Arbeit weiterführen und ihren Lebensabend absichern können.“ Konkrete Pläne für das Kloster gebe es noch nicht. „Wir stehen im Kontakt mit dem Bürgermeister. Wir warten Angebote von Interessenten ab. Dann werden wir sondieren und auch die Öffentlichkeit einbinden“, sagt Vogt.

„Es geht ein Stück religiöses Leben in Liblar verloren“, bedauert CDU-Ratsherr Theo Mechernich den Weggang der Schwestern. „Was immer dort im Schatten von St. Alban entstehen soll, es sollte den Gegebenheiten angepasst sein.“ Das ist auch für den SPD-Fraktionsvorsitzenden Bernd Bohlen wichtig: „Die neuen Projekte müssen sich vor Ort integrieren und zu Liblar passen.“