Meine RegionMeine Artikel
AboAbonnieren

Auf der verwaisten Autobahn 61ADFC demonstriert für Radschnellwege

Lesezeit 2 Minuten

Zwar habe die Autobahn ihre Berechtigung, doch auch für den Radverkehr wünscht sich der ADFC adäquate Trassen.

Rheinbach/Swisttal – Bevor die Autobahn 61 nach Beseitigung der Flutschäden Richtung Süden am Dienstag wieder freigegeben wird, nutzte der Fahrradclub ADFC im Rahmen einer Radtour „Auf den Spuren der Unvollendeten“ spontan auf der verwaisten Fahrbahn für ein Plädoyer für mehr Radschnellwege.

Die „Unvollendete“ war eine Bahnstrecke von Neuss in die Eifel, die über Rheinbach und das Ahrtal durch die Eifel bis nach Frankreich führen sollte. Fertiggestellt wurde allerdings nur eine Teilstrecke von Liblar bis nach Dernau. Im Ahrtal wurden mehrere Tunnel gebaut, in einem wurde später der Regierungsbunker untergebracht.

Nach dem Beginn der Demontage während der französischen Besetzung nach dem ersten Weltkrieg wurde von Liblar nach Rheinbach ein Radweg gebaut, der in den 1970er Jahren aber der neuen Autobahn 61 weichen musste. Von Liblar bis Miel und ab Rheinbach bis Ringen führt die heutige Autobahn 61 genau über die ehemalige Bahntrasse der „Unvollendeten“.

Spontane Demo an der Autobahnbrücke in Ollheim

Die Teilnehmer der ADFC-Radtour radelten in Rheinbach an noch sichtbaren Spuren entlang und machten an der Autobahnbrücke in Ollheim mit einer spontanen Demonstration auf der Autobahn darauf aufmerksam, dass viel Platz und Geld für Autobahnen für den Kfz-Verkehr verwendet wird und es für den Radverkehr seit langem kein vergleichbares Angebot mehr gibt. Georg Willmers, Verkehrspolitischer Sprecher des ADFC für den linksrheinischen Teil des Rhein-Sieg-Kreises: „Der Radweg auf der ehemaligen Bahntrasse der ,Unvollendeten’ konnte damals vermutlich als Radschnellweg angesehen werden. Wie so viele Radverkehrswege musste er dem Kfz-Verkehr weichen und erst in jüngerer Zeit wächst das Bewusstsein für die Notwendigkeit, aus Verkehrs- und Klimaschutzgründen den Radverkehr so zu fördern, dass sein Anteil am Gesamtverkehr steigt.“

Das könnte Sie auch interessieren:

Wünschenswert, so der ADFC, seien Schnellwege nicht nur für den Kfz-Verkehr in Form von Autobahnen, sondern auch für den Radverkehr. In der Region Bonn/Rhein-Sieg gebe es derzeit keine einzige. (Bir)