In NRW wird ein bundesweites Verkaufsverbot von Lachgas an Minderjährige gefordert. Städte wie Dortmund und Hamburg haben bereits Maßnahmen ergriffen.
Keine witzige PartydrogeRuf nach Lachgasverbot wird in NRW immer lauter

Ein Warenautomat, unter anderem mit Lachgasflaschen bestückt, steht vor einem Ladengeschäft.
Copyright: dpa
Der Ruf nach einem Verkaufsverbot der Droge Distickstoffmonoxid – besser bekannt als Lachgas – an Minderjährige, wird in NRW immer lauter. Nachdem sich die Stadt Dortmund im Februar für ein Verkaufsverbot entschieden hat, fordern die Junge Union sowie die Frauen-Union in NRW nun bundesweit einheitliche Regeln, um die Verbreitung der gefährlichen „Partydroge“ zu bremsen.
„Wie gefährlich Lachgas ist, wird deutlich, wenn man nachts in NRW-Städten unterwegs ist. Immer häufiger sieht man Jugendliche, die Lachgas entweder aus dem Ballon oder direkt aus der Kartusche konsumieren“, erklärten die Landesvorsitzenden der Frauen-Union und der Jungen Union, Ina Scharrenbach und Kevin Gniosdorz, im Gespräch mit unserer Redaktion. Während bei der medizinischen Anwendung dem betäubend wirkenden Gas Sauerstoff beigemischt werde, würden beim Missbrauch als Droge meist viel zu hohe Konzentrationen inhaliert, so die beiden Politiker. „Dies kann zu Nervenschäden, Lähmungen, anderen schweren Erkrankungen oder – im schlimmsten Fall – sogar zum Tod führen.“
In Großbritannien, den Niederlanden und Dänemark sei ein flächendeckendes Verkaufsverbot längst eingeführt, in Deutschland noch nicht, obwohl es dazu eine Empfehlung des Bundesrates und des Bundestags-Petitionsausschusses gebe, kritisieren Scharrenbach und Gniosdorz. Bundeseinheitliche Regeln zum Lachgas-Verkauf seien wichtig, um einen „Flickenteppich“ an unterschiedlichen kommunalen Regeln zu vermeiden. Die Chancen, dass eine neue Bundesregierung aus Union und SPD das Thema aufgreift, stehen gut. Das alte Ampel-Kabinett hatte ein Lachgas-Verkaufsverbot an Kinder und Jugendliche Mitte November schon beschlossen. Durch den Bruch der Koalition fehlte der rot-grünen Minderheitsregierung aber die Mehrheit, um das Gesetz zu beschließen. Sowohl Union als auch SPD scheinen eine Lösung des Problems als dringlich anzusehen.
Nachdem die niedersächsischen Städte Helmstedt und Osnabrück mit einem Verbot vorgeprescht waren, plant das Land Niedersachsen nun ein eigenes Gesetz. Auch in Hamburg werden Kinder und Jugendliche bald kein Lachgas mehr kaufen können.
Für den Fall, dass sich eine neue Bundesregierung mit einem Verbot Zeit lassen sollte, schlagen der CDU-Parteinachwuchs in NRW und die Landes-Frauenunion vor, das Verbot zumindest in NRW flächendeckend durchzusetzen. Das NRW-Gesundheitsministerium hat bestätigt, dass es Möglichkeiten prüfe, diese Droge auf Landesebene für Minderjährige zu verbieten.
Dortmunds Oberbürgermeister Thomas Westphal (SPD) hatte nach dem Lachgas-Verbot in seiner Stadt ebenfalls eine bundeseinheitliche Regelung angemahnt: „Nur so können wir bestmöglich verhindern, dass Jugendliche problemlos an Lachgas gelangen.“