Der Kölner Stadtrat stimmt für einen neuen Stadtbahntunnel, trotz kontroverser Debatten um AfD-Unterstützung und Grünen-Proteste.
Ost-West-AchseKölner Stadtrat stimmt für U-Bahn-Tunnel - Eklat bei der Abstimmung

Visualisierung der Ost-West-Achse
Copyright: Stadt Köln
Köln Köln soll einen neuen Stadtbahntunnel bekommen. In der Ratssitzung fand am Donnerstagabend ein entsprechender Antrag von CDU, SPD und FDP für eine Ertüchtigung der sogenannten Ost-West-Achse in zwei Schritten eine Mehrheit. In einem ersten Abschnitt soll ein Tunnel zwischen Heumarkt und Aachener Straße gebaut werden. In einem zweiten Bauabschnitt ist ein Tunnel im Osten mit einer Röhre unter dem Rhein her bis nach Deutz geplant. Im Westen soll der Tunnel einen Abzweig erhalten, durch den sowohl eine Rampe auf der Universitätsstraße als auch eine neue Strecke unter der Dürener Straße erreicht werden können. Im Liniennetz der Stadtbahn sollen sogenannte Metrolinien definiert werden, durch die das Kölner Umland effektiver angebunden würde.
Ost-West-Achse: Intensive Debatte im Vorfeld
Im Vorfeld des Beschlusses gab es eine intensive Diskussion darüber, dass die Tunnelbefürworter von CDU, SPD und FDP die Stimmen der AfD benötigen würden, um eine Mehrheit für ihren Antrag zu erreichen, da die drei Fraktionen zusammen mit Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker, die ebenfalls für einen Tunnel plädiert, nur auf 45 von 91 Stimmen im Stadtrat kommen. Doch in der Ratssitzung am Donnerstag fehlten aufseiten der Befürworter eines oberirdischen Ausbaus vier Ratsmitglieder: drei in den Reihen der Grünen und einer bei Volt. Dennoch verließ bei der Abstimmung die Fraktion der Grünen demonstrativ den Ratssaal. Die Grünen werfen den „Tunnelfraktionen“ vor, einen Mehrheitsbeschluss mit der AfD in Kauf genommen zu haben.
Die vier AfD-Ratsleute stimmten zwar für den Bau des Tunnels. Ihre Stimmen waren aber durch das Fehlen von Ratsmitgliedern und den Auszug der Grünen nicht mehr ausschlaggebend. Die Linken wollen Rechtsmittel gegen den Beschluss einlegen. Sie hatten im Vorfeld weiteren Beratungsbedarf angemeldet. durch
Auch wenn CDU, SPD und FDP Weiterführungen Richtung Dürener Straße und Deutz wünschen, hatten sie in einem ersten Schritt den Bau des Tunnelabschnitts zwischen Heumarkt und Aachener Straße bis zur Haltestelle Moltkestraße beantragt. Grund: Die Antragsfrist für Fördergelder endet am 31. Juli, und nur für den jetzt beschlossenen Abschnitt gibt es eine städtische Planung mit einem Kostenrahmen von einer Milliarde Euro. Entgegen der ursprünglichen Planung wird auf einen Abzweig unter dem Mauritiusviertel verzichtet.