Bis Sonntag zeigt der Nachwuchs der International School of Design Ideen und Konzepte. Der Rundgang in der Südstadt ist für alle interessierten offen.
Technische HochschuleMit diesen Ideen schmücken uns Kölner Designer

Schmuck für die queere Community zeigt Kristina Jurk
Copyright: Hans Peter Brodüffel
Die Köln International School of Design der TH Köln (KISD) veranstaltet noch bis zum Samstag den „KISDparcours“. Eine Design-Ausstellung, auf der die diesjährigen Bachelor-Master-Absolvent:innen des Studiengangs „Integrated Design“ ihre Abschlussarbeiten vorstellen. „Fluid Edges“ – eine Schmuckkollektion zum Spannungsverhältnis zwischen querer Sicherheit und Sichtbarkeit lautet der Titel der Arbeit von Kristina Jurk.
Sicherheit und Sichtbarkeit seien sehr wichtige Bedürfnisse in der queeren Community. Beide, so Jurk, seien aber kaum miteinander vereinbar. „Um sicher zu sein, setzt sie sich potentieller Gefahr und Gewalt aus, um sichtbar zu sein, muss sie Teile ihres Selbst verbergen“, sagte Jurk. Ihre Schmuckkollektion sei der Versuch, diese Begriffe miteinander zu verbinden. Die Form sei so fluide, wie die Menschen, die sie tragen. Kanten und Stacheln stünden symbolisch für Selbstschutz. „Die Stücke sollen tragenden Personen das Gefühl geben, selbstbewusst und unantastbar zu sein.“
Dem Thema Selbstbewusstsein widmet sich auch Larissa Zielbauer. In einem Kunstlabor hat die Mutter zweier Kinder gleich zwei Werke zum Tabuthema Scham geschaffen. Sie sollen Kindern und ihren Bezugspersonen ermöglichen, über das oft tabuisierte Gefühl der Scham zu sprechen und diese im Alltag zu verarbeiten. „Es geht um einen einfühlsamen, respektvollen und zuversichtlichen Umgang mit der Scham“, erläuterte die 30-Jährige. Das Papiertheater „Das Schameleon geht in den Zoo“ und das Bilderbuch „Kritzelknäuel. Frida schämt sich. Nicht.“ sollen aufzeigen, wie wichtig es ist, die Scham vor der Scham zu verlieren.
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Larissa Zielbauer widmet sich dem Thema Scham
Copyright: Hans Peter Brodüffel
Nena Ellermann verfolgte mit ihrem Projekt das Ziel eine Biomaterial-Alternative auf Algenbasis zu schaffen. Dazu hat sie ein Kleidungsstück als Ersatz für künstliche Textilien entworfen. Der Fokus lag dabei auf der Herstellung von Flächen und Garnen. Ellermann: „Die Vorteile von Alginat-Textilien sind endlos. Mit ihnen kann man eine nachhaltige Zukunft schaffen.“ Semanur Cenol hat eine dreidimensionale audio-taktile Kölnkarte für Menschen mit Sehbehinderung oder Blindheit entwickelt. Sie beinhaltet taktile Elemente, die es den Benutzenden ermöglicht, die Karte durch Ertastung zu erkunden und zu verstehen. „Dieses Hilfsmittel macht prägnante Elemente der Stadt wie Gebäude und Wege auditiv und haptisch erfassbar“, so Cenol.
Info
Köln International School of Design, KISDparcours, Ubierring 40, Samstag 12- bis 18 Uhr, Sonntag 12 bis 19 Uhr, Eintritt frei