Trotz stabiler Geburtenzahl in den Kölner Kliniken ist derzeit noch unklar, ob der seit 2021 anhaltende Geburtenrückgang in Köln gestoppt ist.
11.852 NeugeboreneGeburtenzahlen stabil – das sind Kölns beliebteste Vornamen

Ein Neugeborenes (Symbolbild)
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In den Kölner Kliniken sind im vergangenen Jahr genau so viele Kinder geboren worden wie im Jahr davor. Nach Recherchen der „Kölnischen Rundschau“ kamen im Jahr 2024 in den acht Kölner Geburtskliniken insgesamt 11.852 Kinder zur Welt. Das waren exakt so viele wie im Jahr 2023. Wie eine Abfrage bei den Kliniken ergab, sind unter den Neugeborenen 5800 Mädchen und 6052 Jungen.
Damit ist der seit Jahren andauernde Geburtenrückgang in Köln möglicherweise gestoppt. 2021 hatten die Kölner Kliniken insgesamt 13.997 Neugeborene verzeichnet, 2022 waren es 12.400 Kinder. In diesen Zahlen sind allerdings auch Neugeborene enthalten, deren Eltern nicht in Köln leben. Die exakte Zahl der neugeborenen Kölnerinnen und Kölner veröffentlicht das städtische Statistikamt erst im Frühjahr.
Größte Geburtsklinik in Köln war 2024, wie schon seit vielen Jahren, die Universitätsklinik Köln. Hier erblickten im vergangenen Jahr bei 2058 Geburten 2176 Kinder das Licht der Welt, fünf weniger als im Vorjahr. Darunter waren 118 Zwillingspaare (siehe Grafik).
Drillinge gab es 2024 – anders als in den Vorjahren – weder in der Uniklinik, noch in einem anderen Kölner Krankenhaus. Warum, ist unklar. „Wir können keinen evidenzbasierten Grund dafür nennen, dass es im vergangenen Jahr bei uns keine Drillingsschwangerschaften gab“, sagte ein Sprecher der Uniklinik.
Auf Platz zwei lag erneut das Severinsklösterchen. Im Krankenhaus der Augustinerinnen in der Südstadt wurden 1836 kleine Kölnerinnen und Kölner geboren, 55 weniger als ein Jahr zuvor. „Wir freuen uns sehr, dass wir auch für das Jahr 2024 eine so hohe Geburtenzahl vermelden können und über das damit gezeigte Vertrauen, das werdende Eltern in unser Geburtshilfe-Team setzen“, erklärte Prof. Jan Schmolling, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe.
Eine deutliche Steigerung verzeichneten die städtischen Kliniken. Im Krankenhaus Holweide wurden bei 1576 Geburten 1643 Kinder geboren – 171 mehr als im Vorjahr. Damit verdrängte Holweide das Cellitinnen-Krankenhaus Heilig Geist in Longerich auf Platz vier. Dort wurden im vergangenen Jahr 1622 Kinder geboren, elf weniger als im Vorjahr. „Der NRW- und deutschlandweite Trend zu weniger Geburten war im Krankenhaus Holweide erfreulicherweise nicht zu spüren“, sagte eine Sprecherin der Kliniken der Stadt Köln.
Auch im Krankenhaus Porz am Rhein gab es mehr Geburten. 1459 Kinder kamen hier im Jahr 2024 zur Welt – 92 mehr als im Vorjahr (plus 6,7 Prozent). Rückgänge bei der Zahl der Geburten verzeichneten das St. Elisabeth-Krankenhaus Hohenlind (1374 Neugeborene), das Evangelische Klinikum Weyertal (885) und das Evangelische Krankenhaus Kalk (857). Im Weyertal kamen nach Angaben eines Kliniksprechers alleine am Heiligen Abend (24. Dezember) vier Babys zur Welt.
Stabile Entwicklung auch in Kölner Geburtshäusern
Auch in den beiden Kölner Geburtshäusern war die Entwicklung weitgehend stabil. Im 1989 gegründeten Kölner Geburtshaus, das im vergangenen Jahr von Ehrenfeld in die Bergstraße 36 nach Nippes umgezogen ist, wurden 157 Kinder geboren, darunter 83 Mädchen und 74 Jungen. Außerdem betreuten die Hebammen des Geburtshauses 51 Hausgeburten (25 Mädchen und 26 Jungen). Mit insgesamt 208 Neugeborenen wurden drei Kinder mehr zur die Welt gebracht als 2023.
Im Lindenthaler Geburtshaus an der Kerpener Straße 34, das seit August 2021 besteht, kamen 176 Kinder zur Welt (73 Mädchen und 103 Jungen). Ein Junge habe es besonders eilig gehabt und sei am Weihnachtstag, 25. Dezember, zu Hause auf die Welt gekommen, berichtete Hebamme Marita Ashauer. Unterm Strich waren es hier sieben Neugeborene weniger als 2023. Insgesamt wurden in den Geburtshäusern und bei Hausgeburten mindestens 385 Kinder geboren. Die genaue Zahl ist nicht bekannt, da Hausgeburten nicht zentral erfasst werden.

Grafik zu Geburten in Köln
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Inwieweit sich die stabile Geburtenzahl in den Kölner Kliniken und Geburtshäusern auf die Gesamtzahl der neugeborenen Kölner (mit Wohnsitz in Köln) im Jahr 2024 auswirkt, steht noch nicht fest. Das städtische Statistikamt nennt diese Zahl üblicherweise erst im Frühjahr. Es ist also noch unklar, ob der Geburtenrückgang in Köln seit 2021 gestoppt ist oder andauert. Das statistische Landesamt IT NRW geht in einer aktuellen Schätzung von 9530 neugeborenen Kölnerinnen und Kölnern im Jahr 2024 aus. Mit seiner letzten Schätzung für 2023 (9790 Neukölner) lag IT NRW jedoch deutlich zu hoch.
Im Jahr 2024 war die älteste Mutter bei der Niederkunft 59 Jahre alt
Das Kölner Standesamt hat voriges Jahr 12.647 Geburten beurkundet – 212 weniger als 2023. Davon waren 12.359 Neugeborene, die in Köln zur Welt kamen und 288 Nachbeurkundungen von im Ausland geborenen Babys. Von den 12.359 in Köln geborenen Kindern stammen rund 30 Prozent aus dem Umland. In 3766 Fällen lag der Meldewohnsitz der Mutter außerhalb Kölns. Laut eines Stadtsprechers war die jüngste Mutter 14, die älteste 59 Jahre alt.
Die Zahl der vom Standesamt beurkundeten Sterbefälle stieg im Jahr 2024 auf 11.816 Personen, darunter 14 Nachbeurkundungen aus dem Ausland. Von den 11.802 in Köln gestorbenen Personen waren 10.093 in Köln gemeldet.