Nach den Explosionen in Köln wurden drei Männer angeklagt. Ihnen werden Drogenhandel, schwerer Raub und Waffendelikte vorgeworfen.
Drahtzieher in HaftDritte Anklage nach Serie von Explosionen in Köln

In dieser Lagerhalle in Hürth sind mehrere Männer gefesselt worden.
Copyright: Polizei Köln
Die Staatsanwaltschaft hat im Gesamtkomplex der Kölner Explosionsserie die dritte Anklage fertiggestellt. Dies bestätigte Landgerichtssprecher Hans Logemann gegenüber der Rundschau. Die Anklage wurde am 17. Januar 2025 fertiggestellt und an Landgericht und Anwälte weitergeleitet.
In der dritten Anklage geht es erneut um die Vorgänge in der Hürther Lagerhalle. Aus den Räumen waren 350 Kilo Marihuana geraubt worden. Angeklagt sind nun drei Männer. Ihnen wird in unterschiedlicher Tatbeteiligung bewaffneter bandenmäßiger Handel mit Cannabis, Verstoß gegen das Waffengesetz sowie besonders schwerer Raub, Freiheitsberaubung und Beihilfe zum bewaffneten Handeln mit Cannabis vorgeworfen. Einem Angeklagten (22) wird vorgeworfen, einen Bewacher des Rauschgiftes in der Lagerhalle gefesselt und mit einer Maschinenpistole bedroht zu haben. Der Deutsch-Algerierer soll auch am Raub der Drogen beteiligt gewesen sein. Das Rauschgift war kurz zuvor aus den Niederlanden und Marokko nach Hürth-Kalscheuren geliefert worden und sollte weiterverkauft werden. Zwei weitere nun angeklagte Männer sollen an der Bewachung und Entladung der Drogen beteiligt gewesen. Die Männer gehören zur einer Drogenbande aus Kalk.
Geraubtes Cannabis als Auslöser
Hintergrund der Gewaltspirale waren, wie schon mehrfach berichtet, rund 350 Kilo Marihuana, die im Sommer 2024 aus einer Lagerhalle in Hürth-Kalscheuren geraubt wurden. In Anschluss sollen Mitglieder einer Drogenbande aus Kalk Kriminelle aus dem niederländischen Drogenmilieu engagiert haben, um das Rauschgift im Wert von rund 1,5 Millionen Euro wiederzuerlangen. Dies ist bis heute nicht gelungen.
Drahtzieher und Schlüsselfigur für die Explosionsserie soll ein 22-Jähriger sein. Der 22-Jährige wurde nach einem längeren juristischen Hick-Hack am Mittwoch, 22. Januar, von den französischen Behörden nach Deutschland ausgeliefert. Der Verdächtige war am 1. Oktober 2024 am Pariser Flughafen Roissy festgenommen worden und befand sich seitdem in Auslieferungshaft.
In ihren ersten Anklagen Anfang des Jahres hatte die Kölner Staatsanwaltschaft bereits vier Männerangeklagt. Ihnen wird Geiselnahme, schwere Körperverletzung und Verstoß gegen das Waffengesetz vorgeworfen. Einer der Angeklagten ist Heranwachsender. Drei Beschuldigten wird laut Anklage vorgeworfen, ebenfalls am 25. Juni 2024 mehrere Männer in einer Lagerhalle in Hürth-Kalscheuren gefesselt und misshandelt zu haben. In der Halle sollen die Opfer an Stühle gefesselt worden sein. Ermittler sprachen nach dem Vorfall von einem „bewaffneten Überfallkommando“. In dem Verfahren gab es bereits 40 Razzien, 46 Ermittlungsverfahren, 1300 sichergestellte Gegenstände, 24 gefundene Schusswaffen und 23 Menschen sitzen in Untersuchungshaft.