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Karneval in KölnRund 8500 sind am Sonntag bei den Schull- un Veedelszöch

Lesezeit 3 Minuten
Vorfreude auf Sonntag demonstrierten blaue Pferde der AGpR und bunte Knallbonbons aus der Hauptschule Bilderstöckchen.

Vorfreude auf Sonntag demonstrierten blaue Pferde der AGpR und bunte Knallbonbons aus der Hauptschule Bilderstöckchen.

Die Schull- un Veedelszöch in Köln feiern ein Comeback mit über 8500 Teilnehmern. Viele Schulen beteiligen sich, inspiriert vom Sessionsmotto.

Sie sind wieder stark: Nachdem die Schull- un Veedelszöch nach der Pandemie wieder auf die Beine kommen mussten, gehen in diesem Jahr wieder etwa so viele Menschen mit wie vor Corona. Etwa 8500 Teilnehmer sind dabei. Entsprechend gut ist die Stimmung als die Organisatoren, Freunde und Förderer des Kölnischen Brauchtums, bei der traditionelle Pressekonferenz im Hotel Excelsior die Fakten rund um die diesjährigen Zöch vorstellen.

Für beste Laune bei Bernhard Conin, dem Vorsitzenden der Freunde und Förderer, sorgt zudem, dass die finanzielle Krise der Zöch dank vieler Spenden überstanden ist. „Die Zöch sind gerettet. Sie werden auch die nächsten Jahre gehen“, betont Conin erneut und schwärmt von der großen Unterstützung.

Rundum zuversichtlich ist auch Petra Vianden, „Generalistin Generale Brauchtum“ im Schulamt. 46 Schulen sind angemeldet. Das sind satte zehn mehr als im Vorjahr. „Wir könnten die Startbahn des Köln-Bonner-Flughafens füllen, wenn wir alle Teilnehmer hintereinander aufstellen würden“, veranschaulicht Vianden. Sämtliche Schulformen sind vertreten.

Schul- und Veedelszöch: Sieben Schulen zum ersten Mal mit dabei

Besonders freut sich Vianden, dass aus allen Kölner Stadtbezirken Schulen mitmachen. Das Rechtsrheinische, das eine Weile eher im Hintertreffen war, hole auf. Von dort haben sich auch sechs Hauptschulen zusammengeschlossen, um gemeinsam durch die Stadt zu ziehen. „Die Schulen hatten Sorge, dass sich nicht genügend Menschen finden, die mitmachen wollen“, erzählt Vianden. Eine unbegründete Sorge. „Stattdessen werden sie überrannt“, freut sie sich.

Zum ersten Mal bei den Schull- en Veddelszöch dabei sind auch die Henry-Ford-Realschule, die British International School Cologne und das Berufskolleg Porz. „Das Gymnasium Rodenkirchen nimmt nach 13-jähriger Pause wieder teil“, sagt Vianden. Insgesamt bringen die Schulen rund 4000 Teilnehmer auf den Zugweg, der traditionell der des Rosenmontagszugs ist. Rund 550 Musikerinnen und Musiker gehen bei den Schulen mit.

Köln: Sessionsmotto liefert viele Anregungen für Kostüme

Das aktuelle Sessionsmotto „FasteLOVEnd - wenn Dräum widder blöhe“ habe viele Schulen zu Kostümen rund um die Themen „Love and Peace“, Diversität und Vielfalt inspiriert, berichtet Vianden. Auch die Schuljubiläen sind Thema.

Für die Schulen lohnt sich in diesem Jahr das Mitmachen bei den Schull- un Veedelszöch noch einmal zusätzlich. Erstmals gibt es für sie einen Preis zu gewinnen: die Goldene Nähmaschine. Der Wanderpokal ist mit einem Preisgeld von 500 Euro für den Sieger verbunden. „Die Schulen haben oft so tolle Kostüme, das wollten wir anerkennen“, sagt Conin über den neuen Preis. Eine Teilnahme am Rosenmontagszug ist mit dem Preis nicht verbunden. Die winkt den drei Gewinnern unter den Veedelsgruppen, die am Sonntag von einer Jury gewählt werden.

Beträchtlicher Zuwachs bei den Veedelsgruppen. Von 43 im Vorjahr auf jetzt 51 ist die Zahl der Veedelsgruppen angestiegen. „Damit haben wir das Limit erreicht“, sagt Zugleiter Jörg Scheider. 3000 Teilnehmer, darunter etwa 180 Musikerinnen und Musiker sind bei den Veedelsvereinen unterwegs. Den Abschluss der Zöch bildet die Nachwuchsband „Bohei“ aus Eschweiler mit einem eigenen Musikwagen. „Die Jungs freuen sich riesig darauf“, verrät Scheider. Eine besondere Ehre gibt es auch für die Tanzgruppe „De Klabautermänner“, die etwa in der Mitte der Zöch mitgehen dürfen.

Newcomer: Kumede-Theater und Pschiatrie-AGDas Kumede-Theater geht zum ersten Mal bei den Schull- un Veedelszöch mit. Und auch die Arbeitsgemeinschaft Gemeindepsychiatrie Rheinland (AGpR) feiert am Sonntag Teilnahme-Premiere. Das Motto der Gruppe: „Aus der Nähe betrachtet ist niemand normal oder jeder Jeck ist anders“. Kostümiert sind die Teilnehmer als blaue Pferde, ein Symbol aus den 1980er Jahren, als es darum ging, die Psychiatrie zu reformieren.