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Sicherheit, Verkehr, BühnenWas an Weiberfastnacht in Köln wichtig ist

Lesezeit 4 Minuten
Blick auf die Zülpicher Strasse wo tausende Karneval feiern. Mit der Weiberfastnacht beginnt traditionell der Straßenkarneval.

Blick auf die Zülpicher Strasse wo tausende Karneval feiern. Mit der Weiberfastnacht beginnt traditionell der Straßenkarneval.

Am Donnerstag feiert ganz Köln den Auftakt in den Straßenkarneval. Ein Überblick, was an Weiberfastnacht wichtig ist und was wo und wann in der Stadt passiert.

Was passiert am Alter Markt?

Seit den 1950er Jahren sind die Altstädter für den offiziellen Start in den Straßenkarneval zuständig. Das Traditionskorps eröffnet die Feierlichkeiten auf der Bühne am Alter Markt um 9.30 Uhr, um 11.11 Uhr steht das Dreigestirn gemeinsam mit Oberbürgermeisterin Henriette Reker und Vertretern des Festkomitees auf der Bühne. Das Programm dauert bis 13 Uhr, unter anderem stehen Kasalla, die Höhner, Marita Köllner und King Loui auf der Bühne.

Wie feiert das Studentenviertel?

Rund um die Zülpicher Straße feiert im Kwartier Latäng wie gewohnt das eher jüngere Publikum. Weil erneut mehrere zehntausende Feiernde erwartet werden, setzt die Stadt dort erneut auf ein großflächiges Sperrkonzept. Zugänge zur Zülpicher gibt es nur über eine Art Schleuse an der Unimensa und über die Roonstraße. Sobald die Straße voll ist, erfahrungsgemäß bereits am Mittag, schließen die Zugänge. Stadt und Polizei öffnen dann die sogenannte Entlastungsfläche auf der Uniwiese, die noch einmal mehrere zehntausende Menschen fasst. Dort feiern die Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf ausgelegten Bodenplatten. Anders als im Vorjahr gibt es zwar Musik, aber keine DJs. Alkohol wird nicht ausgeschenkt, der Großteil der Feiernden greift erfahrungsgemäß auf mitgebrachte Getränke zurück.

Vom Barbarossaplatz und dem Südbahnhof sollen die Feiernden über die Luxemburger Straße auf die Ausweichfläche geleitet werden. Menschen, die vom Rudolfplatz kommen, werden über Lindenstraße und Bachemer Straße Richtung Uniwiese geführt.

Was passiert am Aachener Weiher?

Im Laufe des Tages weiten sich die Feierlichkeiten im öffentlichen Raum voraussichtlich auch auf den Aachener Weiher und den Hiroshima-Nagasaki-Park aus. So war es in den vergangenen Jahren. Weil die großen Rasenflächen in diesem Bereich dadurch stark vermüllt wurden, reagiert die Stadt mit einer Neuerung. Bodenplatten wie auf der Uniwiese werden zwar nicht verlegt. Dafür weitet die Stadt das Glasverbot auf diesen Bereich aus. An drei Eingängen müssen Feiernde ihre Glasflachen abgeben, um in den Hiroshima-Nagasaki-Park zu gelangen.

Wo ist Glas noch verboten?

„Mehr Spaß ohne Glas“ heißt es auch in diesem Jahr in den Feierzonen der Stadt. Während der Karnevalstage von Weiberfastnacht bis Karnevalsdienstag sind das Mitführen, Benutzen und der Verkauf von Glasflaschen im Bereich der Altstadt, im Zülpicher Viertel und in der Südstadt zu bestimmten Uhrzeiten verboten. Das Glasverbot gilt an Weiberfastnacht in allen drei Zonen ab 8 Uhr, im Zülpicher Viertel auch am Freitag, Samstag und Montag.

Wie wird das Wetter?

Mit hoher Wahrscheinlichkeit etwas besser als am Weiberfastnachtstag des Vorjahrs. Damals regnete es fast den ganzen Vormittag, Regenschirme prägten das Bild in der Altstadt und auf der Zülpicher Straße. Das Experiment mit einer Bühne auf dem Hohenstaufenring fiel wortwörtlich ins Wasser, die Entlastungsfläche auf der Uniwiese war weitestgehend verwaist.

Viel Sonne werden die Jecken voraussichtlich aber auch in diesem Jahr nicht sehen. Bis zu 9 Grad Celsius erwartet der Dienst Wetterkontor am Donnerstag, die Regenwahrscheinlichkeit über den Tag liegt bei 90 Prozent.

Wie reagieren die KVB?

Während der Feiern an Weiberfastnacht ändern die Kölner Verkehrs-Betriebe auf einigen Linien ihren Fahrplan. Bereits ab dem frühen Morgen wird die Linie 9 aufgrund der Partyzone im Zülpicher Viertel ab Neumarkt über die Aachener Straße nach Sülz umgeleitet. Weil auf der Luxemburger Straße große Menschenmengen erwartet werden, trennen die KVB die Linie 18 zwischen den Haltestellen „Weißhausstraße“ und „Barbarossaplatz“, es fährt ein Ersatzbus. Aufgrund der Feiern in der Altstadt sperren Stadt und KVB die Haltestelle „Rathaus“, die Haltestelle „Heumarkt“ wird im Falle einer Überfüllung gesperrt. Alle Fahrplan-Anpassung finden Sie online. www.kvb.koeln

Wie sind Polizei und Ordnungsamt aufgestellt?

Mehr als 1400 Polizistinnen und Polizisten werden an Weiberfastnacht an den Feier-Hotspots im Kwartier Latäng um die Zülpicher Straße, auf den Ringen und in der Altstadt präsent sein. Die Sicherheitslage sei in diesem Jahr angespannter als sonst, sagte Polizeidirektor Martin Lotz bei der Vorstellung des Sicherheitskonzeptes. Um sogenannte „Überfahrtaten“ wie in München zu verhindern, richtet die Stadt an bestimmten Stellen Überfahrsperren ein.

Karneval Sicherheit

Neben Angriffen mit Autos gebe es viele weitere Szenarien, auf die sich die Polizei vorbereiten müsse, etwa Messerattacken. Das Mitführen von Messern sei überall verboten, wo Karneval gefeiert werde, sagte Lotz. Dementsprechende Kontrollen wird es in den Feierzonen geben. Neben rund 300 Einsatzkräften des Ordnungsamtes setzt die Stadt an den Karnevalstagen bis zu 1200 Kräfte privater Sicherheitsunternehmen ein. „Diese werden wir im Vorfeld aber auch an den Tagen selbst intensiv kontrollieren“, sagt Ordnungsamtschef Ralf Mayer.

Was tut die Stadt für den Jugendschutz?

Bereits zum Elften Elften hatte die Stadt den Blick verstärkt auf den Jugendschutz gelenkt, die Richtung will sie nun fortsetzen. Jugendamt und Ordnungsamt werden vor den „Tollen Tagen“ Kioskbetreiber und Gastronomien aufsuchen, um über Jugendschutzgesetze zu informieren.

Mit dem Slogan „Jeck sein statt weg sein“ wirbt die Stadt für einen verantwortungsbewussten Umgang mit Alkohol. Aufihrer Webseite gibt die Stadt Tipps, wie Eltern das Thema mit ihren Kinden besprechen können.