Gastro in Köln„Straßenküche ML“ bietet Sternenküche für die Mittagspause

Sternekoch Maximilian Lorenz bietet in seiner Straßenküche ML unter anderem Bowls, Ramen und Porridge an. Fotos: Thomas Banneyer
Copyright: Thomas Banneyer
Köln – Jedes gastronomische Konzept hat seine Zeit, seine Epoche. Die Zeit des „Pigbull“ ist vorbei. Das BBQ-Restaurant von Sternekoch Maximilian Lorenz, das bislang in dem kleinen Lokal auf der Johannisstraße direkt neben Lorenz’ Sternerestaurant beheimatet war, hat erfolgreich ausgedient. „Wir haben gemerkt, dass sich nicht jeder Geschäftskunde mittags ein halbes Kilo Pulled Pork reindrücken will. Und mittags fünf Kölsch, wie das beim BBQ üblich ist, das geht auch nicht so gut“, sagt Lorenz.
Gesundes Essen, das auch zur Generation Instagram passt
2017 war der heute 31-Jährige mit seinem Konzept Vorreiter. Zunächst auf der Aachener Straße, später im Kunibertsviertel unweit des Breslauer Platzes. An gleicher Stelle ist nun das neue Projekt entstanden – die Straßenküche ML. „Wir wollten etwas machen, das gesund ist und womit wir die Leute erreichen. Einen Laden, in dem ich mich mit Genuss gesund ernähren kann.“

Der Eingang zur Straßenküche ML
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Die Karte ist übersichtlich gestaltet. Ab 9 Uhr gibt es eine chinesische Reissuppe, Bananenbrot, Vietnam-Rührei mit Minze, Fischsoße, Frühlingslauch und Chili und drei verschiedene Varianten Porridge. Der Haferschleim liegt schon lange im Trend. Nicht zuletzt in den sozialen Medien. Social-Media-Tauglichkeit ist wiederum nicht unwichtig für ein neues gastronomisches Konzept, um neue Kundschaft anzulocken. „Oft ist Porridge durch Agavendicksaft oder Zucker eher süß. Bei uns ist er eher salzig. Erst durch das Obst und andere Toppings kommt die Süße rein“, erklärt er.
Aus der Karte

Solche Bowls warten unter anderem auf die Gäste in Köln.
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Porridge „Mäxchen“ mit Banane, Erdnusscrumble, Erdnussbutter, Zartbitterschokolade und Kokos: 6 Euro;
Vollkornwrap mit Erbsenguacamole, Karotte, Ei, Gouda, Spitzkohl und ML-Asiasoße: 4,50 Euro;
Bananenbrot „zuckerfrei“ mit Haselnüssen: 3,50 Euro;
Bowl „Teriyaki“ u.a. mit Sushireis, Teriyaki-Chicken, Limette, Mais, Frühlingslauch und Kirschtomaten: 11,50 Euro;
Bowl „Pulled Pork“ (Bild): 12,50 Euro;
Ramen „Tonkutsu“ u.a. mit Schweinebauch: 11,50 Euro.
In den Porridge „Honey“ kommen etwa Blaubeeren, Vanille, braune Zuckeressenz, Mango und geschmorter Apfel, in die Variante „Hulk“ gerösteter Kürbis, Kübiskernöl, kandierte Kürbiskerne, Ahornsirup und Chili. Dass das gesunde Trendfrühstück auf der Karte steht, hat zudem ganz pragmatische Gründe. „Mir fehlt morgens oft die Zeit, mir selbst ein gesundes Frühstück zu machen. Deswegen hole ich es mir jetzt einfach hier“, sagt Lorenz.
Ab 12 Uhr stehen drei verschiedene Bowls auf der Karte. Der Bowl-Trend ist schon lange auch in Köln angekommen. „Wir sind sicherlich einer der letzten, die sowas machen“, meint Lorenz. Der Unterschied zu vielen anderen Bowl-Läden: Sie sind vom Sternekoch konzipiert. Und das schmeckt man auch. Mit der Bowl „Pulled Pork“ werden dann auch diejenigen glücklich, die das „Pigbull“ vermissen. Außerdem auf der Mittagskarte steht das Sandwich „Mekong“ – unter anderem mit gegrillten Garnelen – und zwei Ramen-Varianten. Ramen ist eine japanische Nudelsuppe – noch so ein gastronomischer Trend der vergangenen Jahre.
Neutral und gemütlich
Die ersten Wochen zeigen: Das Konzept kommt an. Wenn das einmal nicht mehr der Fall seien sollte, lässt sich das Menü auch schnell ändern. Der Name „Straßenküche“ ist flexibel. „Wenn die Leute etwas Veganes, Kolumbianisches mit vielen Kohlenhydraten wollen, können wir das machen.“ Die ersten beiden Neuzugänge auf der Karte sind zwei verschiedene Vollkorn-Wraps, die es bereits am Morgen gibt.
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Auch optisch hat sich einiges getan, seit aus dem Pigbull die Straßenküche wurde. Die knallroten Stühle sind geblieben, dafür sind Decken uns Wände nun komplett schwarz. „Neutral, nüchtern, gemütlich“, findet Lorenz.
Straßenküche ML, Johannisstraße 64, montags bis freitags 9 – 18 Uhr, Vorbestellungen unter 0221 29209208