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Zweijähriger wurde tot gefundenWendung im Fall Émile – Großeltern verhaftet

Lesezeit 2 Minuten
Dieses am 21. März 2024 in einer Kapelle in La Bouilladisse, Südfrankreich, aufgenommene Foto zeigt eine Karte mit der Aufschrift „Für den kleinen Emile und seine Familie“ neben einem Porträt von Emile, einem vermissten Jungen, der am 8. Juli 2023 in Le Vernet, Südostfrankreich, verschwand.

Dieses am 21. März 2024 in einer Kapelle in La Bouilladisse, Südfrankreich, aufgenommene Foto zeigt eine Karte mit der Aufschrift „Für den kleinen Emile und seine Familie“ neben einem Porträt von Emile, einem vermissten Jungen, der am 8. Juli 2023 in Le Vernet, Südostfrankreich, verschwand. (Archivbild)

Der Fall hielt 2023 nicht nur Frankreich in Atem: Mehrere Familienmitglieder wurden im Zusammenhang mit dem Tod des Zweijährigen verhaftet.

Im Juli 2023 verschwand der zweijährige Émile im französischen Bergdorf Le Vernet, während er bei seinen Großeltern zu Besuch war. Trotz umfangreicher Suchaktionen blieb der Junge zunächst unauffindbar. Erst Ende März 2024 entdeckte eine Spaziergängerin im Wald nahe des Dorfes die sterblichen Überreste des Kindes.

Vermisstenfall Émile: Großeltern und weitere Verwandte in Haft

Am Montag (25. März 2025) wurden die Großeltern mütterlicherseits sowie zwei ihrer erwachsenen Kinder nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur von der französischen Polizei festgenommen. Die Staatsanwaltschaft von Aix-en-Provence wirft ihnen „vorsätzliche Tötung“ und „Verbergen einer Leiche“ vor.

Angehörige und Freunde, darunter auch Emiles Großvater Philippe Vedovini (3. v. r.), am 8. Februar 2025 in Saint-Maximin-la-Sainte-Baume, Südfrankreich, bei der Beerdigung des zweijährigen Émile.

Angehörige und Freunde, darunter auch Emiles Großvater Philippe Vedovini (3. v. r.), am 8. Februar 2025 in Saint-Maximin-la-Sainte-Baume, Südfrankreich, bei der Beerdigung des zweijährigen Émile. (Archivbild)

Zwei erwachsene Kinder des Ehepaars wurden ebenfalls festgenommen. Es handele sich um eine Phase der Ermittlungen, in der die in den vergangenen Monaten gesammelten Informationen überprüft würden, teilte die Ermittlungsbehörde mit.

Émile verschwand im Sommer 2023 im südfranzösischen Bergdorf Le Vernet. Der Zweieinhalbjährige war bei seinen Großeltern im Urlaub, als diese ihn am Abend des 8. Juli aus den Augen verloren. Zwei Zeugen wollen das Kind noch eine Straße hinunterlaufen gesehen haben.

Émile tot aufgefunden: Todesursache weiter unklar

Immer wieder hatte die Polizei in den Tagen und Wochen nach dem Verschwinden des Jungen mit einem Großaufgebot die Umgebung abgesucht. Der Fall hatte in Frankreich Entsetzen ausgelöst. Vor knapp einem Jahr fand eine Spaziergängerin den Schädel des Kindes in der Nähe des Dorfes.

Französische Gendarmen sichern das kleine Dorf Le Haut-Vernet in den französischen Südalpen. Mehr als anderthalb Jahre nach dem Verschwinden des zweijährigen Émile in Frankreich sind die Großelten des Kindes ins Visier der Ermittler gerückt.

Französische Gendarmen sichern das kleine Dorf Le Haut-Vernet in den französischen Südalpen. Mehr als anderthalb Jahre nach dem Verschwinden des zweijährigen Émile in Frankreich sind die Großelten des Kindes ins Visier der Ermittler gerückt. (Archivbild)

Nach dem Knochenfund waren sich die Ermittler über die Todesursache zunächst nicht sicher. „Zwischen einem Sturz des Kindes, fahrlässiger Tötung und Mord können wir noch keine These für wahrscheinlicher halten als die andere, um das Verschwinden und den Tod des Kindes Émile zu erklären“, sagte Staatsanwalt Jean-Luc Blachon wenige Tage nach dem Fund.

Die Totenmesse für Émile fand am 8. Februar 2025 in der Basilika Sainte-Marie-Madeleine in Saint-Maximin-la-Sainte-Baume (Var) statt. Mehrere hundert Menschen nahmen an der Messe teil, die auf Wunsch von Émiles Eltern, die wie seine Großeltern laut der Regionalzeitung „Le Dauphiné“ gläubige Katholiken sind, nach dem Ritus des heiligen Pius V. gefeiert wurde. Die Beerdigung fand am selben Tag in La Bouilladisse (Bouches-du-Rhône) statt. (mit dpa)