Meine RegionMeine Artikel
AboAbonnieren

Radklassiker aus KölnWer die besten Chancen bei „Rund um Köln“ haben dürfte

Lesezeit 3 Minuten
Bora-Hansgrohe team's German rider Nils Politt

Nils Politt ist einer der klaren Favoriten.

Sechs World-Tour-Teams starten beim Radklassiker „Rund um Köln“ am 21. Mai. Gezeigt wird das Rennen nicht im TV, aber im Livestream.

Neulich hat Artur Tabat (81) sich mal wieder einen netten Fernsehabend gegönnt und eine Aufzeichnung des Radklassikers „Rund um Köln“ aus dem Jahr 2003 angeschaut. „Es war unvorstellbar, wie viele Menschen damals an der Strecke standen“, schwärmt Tabat, den sie alle nur „Mister Rund um Köln“ nennen, weil er 45 Jahre lang für die Geschicke des Tagesklassikers verantwortlich war. Vor 20 Jahren gewann Jan Ullrich, auf der Severinsbrücke hatte er sogar eine KVB-Bahn abgehängt. „Mir liefen die Tränen, das war das schönste Erlebnis“, sagt Tabat.

Organisatoren können sich 6000 Hobbyfahrer vorstellen

Wenn am 21. Mai die 105. Auflage des Rennens ansteht, gehört Vorjahressieger Nils Politt (29) vom Team BORA/hansgrohe zum Favoritenkreis, sein Teamkollege Jordi Meeus hofft auf eine Sprintankunft, weitere prominente Starter sind die Niederländer Mike Teunissen (Intermarché - Circus - Wanty) und Dylan Gronewegen (Jayco Alula). Sechs World-Tour-Teams haben zugesagt. „Im Radsportkalender hat Rund um Köln immer noch einen hohen Stellenwert. Für die Continental-Teams ist es das größte Rennen in Deutschland“, sagt Ex-Profi André Greipel, Sportlicher Leiter des Rennens und neuerdings auch Radsport-Bundestrainer. Insgesamt werden 21 Teams starten.

Übertragen wird per Livestream

Entscheiden könnte sich das Rennen über 201 Kilometer erneut in Agathaberg bei Wipperfürth, der schmale Anstieg erreicht zum Teil eine Steigung von 27 Prozent, zweimal muss das Feld den Anstieg erklimmen. „Hier kann die Entscheidung fallen. Wer hier vorne reinfährt, kann das Feld auseinanderreißen“, weiß Greipel. Das Rennen wird erneut per Live-Stream übertragen, auch auf der Homepage der ARD-Sportschau, im Fernsehen werden dagegen wieder keine Live-Bilder zu sehen sein. „Ich würde mir eine Übertragung wünschen und werde immer wieder beim WDR anfragen“, sagt Veranstaltungschef Markus Frisch.

Mittelfristig wünscht sich Frisch auch einen Aufstieg des Rennens in der Klassifizierung des Weltverbandes UCI. „Mein Ziel ist es, ein World-Tour-Rennen ins Auge zu fassen“, sagt Frisch. Weil dann die Spitzenteams zur Teilnahme verpflichtet sind, wäre kein Platz mehr für den nationalen Nachwuchs und kleinere Teams. Zu den lokalen Größen des Teilnehmerfeldes gehören dieses Mal neben Nils Politt aus Hürth auch Tim Torn Teutenberg (Mettmann) und Jan-Marc Temmen (Frechen).

Das Rennen erfreut sich in diesem Jahr eines unerwarteten Anmeldebooms, das Hobbyfeld ist mit 4500 Startenden ausgebucht. Die Organisatoren können sich künftig sogar eine Aufstockung des Feldes auf bis zu 6000 Starterinnen und Starter vorstellen – eine Entzerrung des Feldes im Start- und Zielbereich im Kölner Rheinauhafen wird spätestens möglich sein, wenn die Strecke wieder über die Mülheimer Brücke stadtauswärts geführt werden kann. Dort befindet sich allerdings bis mindestens 2026 noch eine Großbaustelle.