Der Start der Best-of-seven-Serie hätte schlechter nicht laufen können. An die Leistungen im Viertelfinale konnten die Haie nicht anknüpfen.
Debakel im Play-Off-HalbfinaleKölner Haie gehen mit 0:7 in Ingolstadt unter

Die Spieler von Ingolstadt und von Köln kämpfen um den Puck.
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Ihr erstes Halbfinalspiel seit sechs Jahren hatten sich die Kölner Haie ganz anders vorgestellt. Zum Start der Best-of-seven-Serie ging der KEC beim ERC Ingolstadt mit 0:7 (0:4,0:1,0:2) unter. Während die gastgebenden Panther bereit wirkten, um die Meisterschaft in der Deutschen Eishockey Liga anzugreifen, ließen Maximilian Kammerer und Co. alles vermissen, was sie im Viertelfinale gegen Bremerhaven so stark gemacht hatte. „Von der ersten bis zur letzten Minute waren wir unterlegen“, sagte der glücklose Stürmer.
Schon das Vorspiel in der Saturn-Arena hatten alleine die Heimfans stimmungsvoll gestaltet. Mit einer großen Choreo griffen sie die Frage auf, ob sie als Hauptrunden-Sieger, aber eben auch Playoff-unerfahrenes Team „die richtigen Karten“ für den Titel 2025 „auf der Hand“ haben. Und bereits im ersten Drittel lautete die Antwort ganz klar „Ja“: Da erwischten sie die ohne den angeschlagenen Frederik Storm, neu formierten Haie mehrfach auf dem falschen Fuß. Wayne Simpson traf nach viereinhalb Minuten zur Führung, indem er ein Missgeschick von Moritz Müller im Spielaufbau nutzen, um Gäste-Goalie Julius Hudacek zu umkurven (4.).
Horror-Start für die Haie: 0:2-Rückstand nach fünf Minuten
Noch bitterer wurde es 35 Sekunden später. Da war Wojciech Stachowiak hinter dem Haie-Tor gedankenschneller als die KEC-Defensive und legte Daniel Schmölz das 0:2 auf (5.). Nach diesem frühen Doppel-Schock versuchten die Youngster der Haie eine Kurskorrektur. Marco Münzenberger scheitert aber an ERC-Torhüter Christian Heljanko und auch Kevin Niedenz gelang das 1:2 nicht (8.). Zwar schienen die Gäste nun besser im Spiel. Die selbstbewussten, dynamischen und schnellen Hausherren zeigten aber, dass sie in jeder Aktion für ein Tor gut sind.
Begünstigt durch den nächsten Kölner Fehler, dieses Mal von Alexandre Grenier, traf Daniel Pietta zum 0:3 (15.). Als dann auch noch Stachowiak zwischen zwei Haie-Verteidigern auf 0:4 stellte, lag ein Debakel in der Luft (19.). Um das negative Momentum zu brechen, wechselte Kari Jalonen zwischen den Pfosten. Tobias Ancicka stand erst 94 Sekunden auf dem Eis, als ihm der Schuss von Alex Breton zum 0:5 durch die Beinschoner rutschte (22.). Das Worst-case-Szenario war also vor allem defensiv eingetreten. Offensiv war den Kölnern auch ohne Storm und den an der Schulter verletzten Louis-Marc Aubry das Bemühen nicht abzusprechen.
KEC: Defensive Nachlässigkeit gepaart mit fehlender Effizienz
Justin Schütz verpasste den Anschlusstreffer und auch Otso Rantakari kam nicht an Heljanko vorbei (28.). Vor den Augen von Bundestrainer Harold Kreis versuchte Schütz seinen Playoff-Bann nochmal zu brechen, schloss aber zu zentral ab (32.). Von einem „harten Spiel“ in dem für den Gegner „alles reinfällt“ und selbst „gar nichts geht“, sprach Kölns Hauptrunden-Topscorer offen und ergänzte: „Das ist auf jeden Fall nicht gut genug für das Halbfinale“. Auch im ersten Powerplay nach 33 Minuten kam Grenier in Abschlussposition, hatte aber kein Scheibenglück (34.).
Eklatanter als die fehlende offensive Kaltschnäuzigkeit war die defensive Durchlässigkeit. Immer wieder fanden die Panther große Lücken im Kölner System und hätten etwa durch Myles Powell auf 0:6 stellen können (38.). Dann zog Maximilian Glötz die erste von später noch folgenden fünf Strafen und machte deutlich, dass es im Schlussdrittel nur noch um Schadensbegrenzung und ein besseres Gefühl für Spiel zwei gehen kann (39.). Das Unheil nahm aber weiter seinen Lauf, sodass die Haie in Unterzahl von Austen Keating und Riley Sheen mit dem 0:6 (45.) und 0:7 (59.) bestraft wurden. Nach dem gebrauchten Mittwochabend in Oberbayern war nicht nur Maximilian Kammerer klar, dass am Freitag (19.30 Uhr/Magenta Sport) in der ausverkauften Lanxess-Arena ein ganz anderer Auftritt folgen muss. Die finale Frage, was besser werden muss, um die Halbfinalserie in Deutz auszugleichen, beantwortete der Stürmer mit einem Wort: „Alles“.
Kölner Haie: Hudacek; Vittasmäki, Rantakari; Austin, Almquist; Müller, Sennhenn; Schütz, MacLeod, Grenier; Kammerer, Tyrväinen, Münzenberger; Tuomie, Currie, Niedenz; van Calster, Wohlgemuth, Lindner; Glötz. SR.: Rohatsch/MacFarlane.
Zuschauer: 4.637.
Tore: 1:0 Simpson (3:49), 2:0 Schmölz (4:24), 3:0 Pietta (14:48), 4:0 Stachowiak (18:57), 5:0 Breton (21:34), 6:0 Keating (44:58/PP1), 7:0 Sheen (58:32/PP1).
Strafminuten: Ingolstadt 12, Köln 20.