Bayer 04 Leverkusen ist sensationell im DFB-Pokal an Drittligist Arminia Bielefeld. Das 1:2 im Halbfinale wirft Fragen auf - auch bezüglich des Trainers.

Bayer LeverkusenPokal-Sensation hat einen besonderen Stellenwert

Auch Leverkusens Trainer Xabi Alonso fand auf der Bielefelder Alm keine Lösungen.
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Sensationen gehören zum DFB-Pokal wie das Salz in die Suppe. Um einige Beispiele zu nennen: Drittligist 1. FC Saarbrücken katapultierte 2024 den FC Bayern München aus dem Wettbewerb und schaffte es bis ins Halbfinale. Die Hertha-Amateure standen als Oberligist 1993 ebenso im Finale wie Energie Cottbus als Regionalligist 1997. Dass aber ein Drittligist wie Arminia Bielefeld im Fußballjahr 2025 eine Mannschaft wie Bayer 04 Leverkusen im Halbfinale auf dem Weg zur Titelverteidigung stoppt, genießt im Vergleich mit all den anderen großen Überraschungen einen besonderen Stellenwert.
Das liegt zum einen an der Art und Weise, mit der die Arminia zu ihrem verdienten 2:1-Sieg kam. Die mutigen Ostwestfalen bewiesen nicht nur Willen, Herz und Leidenschaft, sie waren auch fußballerisch das bessere Team und von Mitch Kniat und seinem Trainerstab hervorragend eingestellt. All das und die fantastische Atmosphäre auf der Alm waren ein Hochgenuss für jeden Fußball-Romantiker. Dass es so etwas geben kann, macht Hoffnung.
Eine untypische Schwäche
Was die Sensation an diesem 1. April ferner so speziell machte, hat mit Bayer 04 und seinem Trainer Xabi Alonso zu tun. Die Niederlage war die erste auf fremden Plätzen in einem nationalen Wettbewerb seit Beginn der Double-Saison 2023/24. Und das gegen einen Drittligisten. Es gab auch vor Bielefeld Rückschläge in der Ära Alonso wie das verlorene Europa League-Finale gegen Bergamo, das 0:4 in Liverpool oder jüngst das Champions League-Aus gegen die Bayern. Aber nach diesem Pokal-Auftritt mit einem fragwürdigen Matchplan und der fahrlässig weggeworfenen Chance auf eine Finalteilnahme wird der Coach Antworten liefern müssen.
Zum Beispiel auf die Frage, ob es clever war, sich vergangene Woche nicht klar zu einem Verbleib bei Bayer 04 zu bekennen. So wie er es in der Saison 2023/24 zum gleichen Zeitpunkt getan hat und seinen Spielen mit diesem Vertrauensbeweis einen Extraschub gegeben hatte. Ein erneutes Bekenntnis hätte unterstützen können, dass die Werkself wieder nach Berlin fährt und im Kampf um die Meisterschaft München ein Signal der Stärke gibt. Leverkusen hat stattdessen eine Schwäche gezeigt, die für diese Mannschaft und ihren Trainer absolut untypisch ist.