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1. FC Köln„Marvin ist ein verlässlicher Partner in allen Bereichen“

Lesezeit 4 Minuten
Marvin Schwäbe (1. FC Köln) hält den Elfmeter von Paderborns Raphael Obermair.

Marvin Schwäbe (1. FC Köln) hält den Elfmeter von Paderborns Raphael Obermair. 

Torwart Marvin Schwäbe wurde nach dem 2:1-Sieg des 1. FC Köln in Paderborn erneut in die Kicker-Elf des Tages berufen.

Es geriet am Samstag in der Home Deluxe-Arena zu Paderborn schon fast zur Nebensache, dass Marvin Schwäbe auch ein Elfmeter-Killer ist. Die ARD-Sportschau führte nach dem 2:1-Erfolg des 1. FC Köln in der 2. Fußball-Bundesliga die Statistik an, dass der Strafstoß von Paderborns Kapitän Raphael Obermair bereits der elfte war, den der Torwart der Geißböcke in seiner Karriere abwehren konnte. Bei 43 gegen seine bisherigen Mannschaften ausgesprochenen Elfmetern kommt Schwäbe damit auf eine Quote von 26,6 Prozent gehaltenen Bällen.

Eine beeindruckende Bilanz, die aber nur eine der Qualitäten des 29-Jährigen beschreibt. „Marvin ist für uns ein verlässlicher Partner in allen Bereichen und in vielerlei Hinsicht eine tragende Erfolgssäule dafür, dass wir aktuell da stehen, wo wir sind“, adelte Gerhard Struber seinen Schlussmann nach dem Sieg und der Rückkehr an die Tabellenspitze der 2. Bundesliga.

Der FC-Cheftrainer darf sich beim Thema „Schwäbe“ auch selbst auf die Schulter klopfen. Struber war es nämlich, der nach der 1:2-Heimniederlage im Hinspiel gegen Paderborn die Reißlinie zog und sich gegen alle zu erwartende Widerstände für einen Torwartwechsel aussprach. Der inzwischen für sehr viel Geld zum FC Bayern München gewechselte Jonas Urbig musste auf die Bank und Schwäbe wurde fortan einer der Garanten für den Kölner Punktelauf sowie den Einzug ins Viertelfinale des DFB-Pokals.

Er ist kein großer Sprecher, aber wenn er etwas sagt, hören ihm alle zu.
Gerhard Struber, Trainer 1. FC Köln

Schwäbe startete mit vier Zu-null-Spielen und hat in seinen 20 Pflichtspielen dieser Saison 16 Tore kassiert. Das sind 0,8 im Schnitt und die Werte eines Top-Torwarts. Wobei anzumerken ist, dass Doublesieger Bayer 04 Leverkusen im Pokal-Viertelfinale drei dieser Gegentore erzielte und dafür eine Verlängerung brauchte.

„Marvin ist sehr reif in seiner Entscheidungsfindung und hat einen Rieseneinfluss auf unsere Hintermannschaft. Er sammelt nicht nur Bälle auf und macht sie fest, er macht auch unser Spiel schnell und bestimmt den Rhythmus. Man muss sich nur einmal anschauen, wie er Tim Lemperle einsetzt“, verwies der FC-Coach auf Schwäbes lange Abschläge auf den schnellen Angreifer.

Struber stellte seinem Torwart aber auch über das Fußballfeld hinaus ein hervorragendes Zeugnis aus: „Er ist kein großer Sprecher, aber wenn er etwas sagt, dann hören ihm auch alle zu, weil es etwas Substanzielles ist. Marvin gibt der Mannschaft mit seiner Ansprache sehr viel Halt.“ Eine wichtige Eigenschaft in einem Team, das mit Führungsspielern nicht allzu üppig ausgestattet ist.

Gehaltener Elfmeter gibt dem FC einen Extra-Schub

Der Kölner Keeper, der am 27. Spieltag erneut in die kicker-Elf des Tages berufen wurde, gab sich nach den „Big Points“ von Paderborn gewohnt bescheiden und stellte die Leistung des gesamten Teams in den Vordergrund: „Jeder Dreier in einem direkten Duell um den Aufstieg ist wichtig. Die Mannschaft hat es sehr gut gemacht. Wir dürfen jetzt aber nicht abreißen lassen und müssen am Samstag gegen Hertha BSC die nächsten Big Points einfahren. Das sind Big Points, auch wenn Berlin kein direkter Konkurrent ist.“

Für Schwäbe macht das keinen Unterschied und wenn es nötig sein sollte, hält er eben wieder einen Elfmeter. In Paderborn sorgte der gebürtige Hesse mit seiner Parade in der 26. Minute für den noch nötigen letzten Schub bei seinen Vorderleuten: „Ich weiß nicht, ob das ein Weckruf war oder wir   so eine Aktion brauchen. Auf jeden Fall ging noch ein Extra-Ruck durch die Mannschaft. Man konnte danach sehen, dass wir unbedingt wollten.“ Und das, obwohl die Ostwestfalen nach ihrem vergebenen Strafstoß durch Marvin Mehlem noch zum 1:0 gekommen waren (34.).

Ich mache hier meinen Job und freue mich, dass sich die harte Arbeit auszahlt.
Marvin Schwäbe, Nummer eins des 1. FC Köln

Nachdem Imad Rondic mit seinem ersten Tor im FC-Trikot (42.) und Denis Huseinbasic (61.) das Spiel gedreht hatten, hielt Schwäbe am Ende die drei Punkte fest, als er einen Schuss des eingewechselten Adriano Grimaldi (90.+3) abwehrte. Kein Wunder, dass die 2000 mitgereisten FC-Fans ihren Torhüter nach Spielende ausgiebig mit Sprechchören feierten und Schwäbe zu sich in die Kurve riefen.

„Das gibt mir ein gutes Gefühl und macht mich stolz. Ich mache hier meinen Job und freue mich, dass sich die harte Arbeit auszahlt“, richtete Schwäbe seine Worte auch an das FC-Torwartteam und den neuen Torwarttrainer Peter Greiber.

Und eines steht fest: Die Kölner Anhänger dürfen sich darauf freuen, dass Marvin Schwäbe auch in der nächsten Saison das FC-Tor hüten wird - wohl unabhängig von der Ligazugehörigkeit. Der Vertrag des Familienvaters läuft nämlich noch bis zum 30. Juni 2027.