Meine RegionMeine Artikel
AboAbonnieren

Interview

Trainer des 1. FC Köln
„Das ist ein Schlag ins Gesicht“

Lesezeit 4 Minuten
1. FC Köln, Training, Yusuf Gazibegovic (1. FC Köln), 19.03.2025, Bild: Herbert Bucco

An Krücken und mit Spezialschuh: Jusuf Gazibegovic am Mittwoch am Geißbockheim. 

FC-Trainer Gerhard Struber hat sich vor dem Testspiel gegen den SC Verl zur Verletzung von Jusuf Gazibegovic und dem Foul von Darmstadts Fraser Hornby geäußert.

Fußball-Zweitligist 1. FC Köln beendet die erste Trainingswoche der Länderspielpause am Donnerstag (14 Uhr/Südstadion) mit einem Testspiel gegen Drittligist SC Verl. Danach hat die Mannschaft drei Tage frei, bevor sie in die Vorbereitung auf die wichtige Partie beim SC Paderborn einsteigt. Gerhard Struber zieht es über das Wochenende in die Heimat nach Salzburg, wo sich der FC-Trainer auch beim Skilaufen entspannen möchte. Am Mittwoch sprach der 48-Jährige über...

...die Erwartungen an das Testspiel gegen Verl: „Wir wollen unsere Abläufe verbessern und ins Toreschießen kommen. Wir wollen Spieler, die zuletzt weniger Spielzeit hatten, mit Spielzeit versorgen. Bestes Beispiel dafür ist Marvin Obuz.“

...das Personal für das Testspiel: „Damion Downs soll nächste Woche mit einer Schiene wieder ins Training einsteigen. Der Einsatz von Steffen Tigges ist nach dem Kopftreffer im Spiel gegen Darmstadt noch ungewiss. Ansonsten sind außer den Nationalspielern alle bereit. Tim Lemperle und Mark Uth werden wir ein bisschen länger auf dem Platz sein. Anthony Racioppi wird 90 Minuten im Tor stehen.“

...den Eindruck von U19-Talent Justin von der Hitz, der am Dienstag erstmals bei den Profis mittrainiert hat: „Die Personalie ist noch ganz frisch für mich. Er konnte wegen einer wichtigen Klausur heute nicht mittrainieren, ist gegen Verl aber im Kader. Justin ist ein Spieler mit Talent, der für den FC eine große Hoffnung für die Zukunft darstellt. Ob er schon in absehbarer Zeit ein Spieler für uns werden kann, sehe ich sehr kritisch, weil er aktuell in der U19 jede Woche gefordert ist. Schauen wir mal, wie er es gegen Verl macht und wie es ihm damit geht.“

...die Verletzung von Jusuf Gazibegovic: „Das mit Gazi ist ein Schlag ins Gesicht. Wir reden hier von einem Syndesmosebandriss. Er wird uns länger nicht zur Verfügung stehen. Es muss nicht operiert werden, das ist schon mal ein Vorteil und spart Zeit. Das braucht Geduld. Sein Saisonaus würde ich jetzt aber noch nicht unterschreiben.“

...die Besetzung der Rechtsverteidiger-Position nach dem Ausfall von Gazibegovic: „Wir müssen hinten rechts einmal mehr kreativ werden. Gegen Verl wollen wir es mit Joel Schmied in der Position probieren. Er hat Dynamik und auch schon Erfahrung auf der Position sammeln können. Jan Thielmann hat in den beiden letzten Spielen gezeigt, dass Drang nach vorne hat und dort großen Einfluss nehmen kann. Wir sehen alle, dass er sich vorne sehr wohl fühlt. Die Besetzung für rechts hinten hat auch damit zu tun, ob wir mit Dreier- oder Viererkette spielen. Wir werden eine Lösung finden.“

...das Foul von Darmstadts Fraser Hornby, das Gazibegovics Verletzung verursacht hat: „Es ist irrsinnig schade, dass es durch so eine unsaubere Aktion zu einem solchen Ausfall kommt. Ich finde, dafür gibt es Schiedsrichter, die so etwas richtig sanktionieren müssen. Da hat der Schiedsrichter einmal mehr falsch gelegen. Am Ende verändert sich das Verhalten eines Spielers nur, wenn er die Strafe erhält, die er verdient. Hornbys Foul war aus meiner Sicht eine Rote Karte und ich gehe davon aus, dass sich die Veränderung bei ihm nach Gelb-rot in Grenzen halten wird.“

...die Verletzung von Linton Maina: „Die Hoffnung ist groß, dass er in dieser Saison noch Spiele für uns macht. Er macht gerade richtig gute Schritte und ist seinem Programm eine Woche voraus. Aber auch hier sprechen wir von einer schwerwiegenden Knöchelverletzung.“

...die Bedeutung der beiden Siege vor der Länderspielpause: „Die Siege waren natürlich wichtig, denn wir wissen alle, dass wir die Punkte brauchen, um vorne im Rennen zu bleiben. Jeder Sieg gibt uns Hoffnung, Zuversicht und Glauben in unser Projekt. Aktuell sind wir auf Kurs und haben das nächste wichtige Spiel vor der Brust. Es gilt für uns, die Dinge zu optimieren, die zurückkehrenden Nationalspieler richtig gut mit reinzunehmen und die Aufmerksamkeit für das schwere Auswärtsspiel in Paderborn zu schärfen. Für unsere Stimmung waren die beiden Siege sehr wichtig.“

...das Restprogramm des FC: „Die letzten Monate haben wir gezeigt, dass jeder Gegner eine Herausforderung bedeutet. Wir sind sicher nicht auf dem Level, um zu glauben, dass wir irgendetwas mit Standgas oder im fünften Gang gewinnen können. Ich glaube, dass wir den sechsten Gang und jedes Mal eine unglaubliche Spannung brauchen.“