Rund 850.000 Euro soll ein Banker aus Troisdorf von diversen Konten abgezweigt haben. Dann tauchte der 31-Jährige vier Jahre lang unter.
Festnahme in KölnBanker aus Troisdorf soll Konten seiner Kunden geplündert haben

Rund 850.000 Euro räumte ein Banker aus Troisdorf von den Konten seiner Kunden ab. (Symbolbild)
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Vier Jahre war ein mutmaßlicher Bankbetrüger aus Troisdorf untergetaucht. Die Fahnder des Landeskriminalamts, die ihn mit Haftbefehl suchten, hatten keine Spur, da lief er der Polizei zufällig am 13. August 2022 in einem Lokal an den Kölner Ringen in die Hände. Er kam in Untersuchungshaft, und dort legte der heute 31-Jährige ein Geständnis ab.
Die Staatsanwaltschaft Bonn hat ihn wegen Untreue und Betrugs mit Urkundenfälschung in insgesamt 22 Fällen angeklagt. Der Gesamtschaden soll insgesamt bei 849.000 Euro liegen. Das teilte eine Sprecherin des Bonner Landgerichts auf Anfrage mit.
Troisdorfer Bankmitarbeiter soll Konten der Kunden geplündert haben
Danach soll der Mann in einer Troisdorfer Bankfiliale binnen zwei Wochen vom 16. bis 27. April 2018 Konten von Privatkunden geplündert haben, deren Berater er war und die ihm so vertrauten, dass er in ihrem Namen Geld überweisen durfte. So soll er laut Anklage Beträge zwischen 25.000 und 64.000 Euro von neun Kunden auf das Konto einer GmbH in Moers überschrieben haben.
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Das in Banken geltende Vieraugenprinzip – zur Kontrolle müssen bestimmte Entscheidungen immer von zwei Personen durchgeführt werden – soll er umgangen haben, indem er Kollegen vorgegaukelt habe, er handele im Auftrag seiner Kunden, so dass ihm die zweite Unterschrift für den Geldtransfer gewährt wurde.
Bankbetrug: Arbeitgeber zeigte den 31-jährigen Troisdorfer sofort an
Nach dem gleichen Muster soll er sechsmal Kundengeld an eine in Köln sitzende Firma angewiesen haben. Für beide Unternehmungen war er laut Anklage der Bankberater, so dass er auf deren Konten zugreifen und dann sich selbst die zuvor eingezahlten Summen gutschreiben konnte. In den weiteren Fällen soll er Bargeld von sechs Kunden direkt für sich abgezweigt haben.
Der Arbeitgeber, für den er jahrelang tätig war, zeigte den Fall sofort bei der Polizei an. Da war der 31-Jährige schon verschwunden. Wo er sich vier Jahre lang aufgehalten hat, ist bisher nicht bekannt. Der Prozess findet vor der 10. Großen Strafkammer des Bonner Landgerichts statt. Der Angeklagte ist nach seinem Geständnis von der U-Haft verschont worden.