In Hennef brannten in der Nacht mehrere Fahrzeuge, ein Reifenstapel und ein Stromkasten. In Stein nahm die Polizei einen 30-Jährigen in Gewahrsam.
Sechs Brände in einer StundeNächtliche Brandserie in Hennef – Verdächtiger wieder auf freiem Fuß

Ein brennender Reifenstapel neben einem Radlader - der zweite Einsatz für die Feuerwehr.
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Binnen einer Stunde hat ein Brandstifter in Hennef in der Nacht auf Dienstag, 25. März, sechs Feuer gelegt. Die Feuerwehr war in mehreren Ortsteilen gleichzeitig im Einsatz. Die Polizei nahm vorübergehend einen Mann in Gewahrsam. Ob er als Tatverdächtiger infrage kommt, ist noch unklar. Der 30-Jährige ist mittlerweile wieder auf freiem Fuß.
Zuerst hatte ein Holzverschlag vor einem Wohnhaus gebrannt. Kurze Zeit später brannten ein Reifenstapel und ein Radlader. Dann folgte ein Wohnwagen. Anschließend ging eine Mülltonne in Flammen auf, die einen Stromkasten und ein privates Klettergerüst in Brand setzte. Schließlich brannten ein Wohnmobil und ein Kleinwagen. Alle Brandorte liegen fußläufig dicht beieinander.
Brandserie in Hennef: Reifenstapel neben Radlader in Flammen
Der erste Alarm war um 2.24 Uhr eingegangen. Gemeldet wurde ein Gebäudebrand an der Mittelstraße. Es brannte ein frei zugänglicher Abstellraum im Innenhof eines Mehrparteienhauses. Die Feuerwehr löschte mehrere Möbel. Die Bewohner standen vor dem Haus, sie waren unverletzt geblieben.
Noch während der Einsatz lief, meldeten Anwohnerinnen und Anwohner Feuerschein auf einem Grundstück in der Nähe. Ein Trupp lief zur Erkundung vor und entdeckte auf dem Hof eines Autohauses einen brennenden Radlader. Das Feuer griff auf zwei daneben stehende Container mit Reifen und eine Thuja über. Eine gewaltige Feuersäule stieg empor, ein ohrenbetäubender Knall ließ die Anwesenden zusammenzucken – ein Reifen des Radladers war geplatzt.
Eilig bauten die Einsatzkräfte eine Löschwasserverbindung auf. Sie löschten im Schutz der dort stehenden Seecontainer, die ebenfalls brannten. Nur langsam konnten sich die Feuerwehrleute dem Feuer nähern. Am Ende schäumten sie den zusammengeschmolzenen Haufen ein und brachen die Container auf, um sie auf Glutnester zu prüfen.

In Warth löschte die Feuerwehr einen brennenden Wohnwagen.
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Währenddessen kam der nächste Einsatz herein: An der Straße Auf dem Liemerich in Warth schlugen Flammen aus einem Wohnwagen in einer Hauseinfahrt. Ein Anwohner hatte das Feuer bemerkt und den Eigentümer sowie die Feuerwehr informiert. Ein Trupp nahm einen Löschangriff unter Atemschutz vor und bekam das Feuer zügig unter Kontrolle, doch der Wohnwagen wurde zerstört.
Als Nächstes wurde der Feuerwehr ein brennender Stromkasten gemeldet. Er stand an der Ecke Edgovener Straße/Fasanenweg. Die Flammen hatten bereits auf einen Holzzaun übergegriffen. Dahinter stand ein Klettergerüst, die Rutsche war geschmolzen. Primär hatte wohl eine Mülltonne gebrannt. Zu viert hatten die Ehrenamtlichen ein Löschfahrzeug besetzen können, bekamen auch hier das Feuer schnell unter Kontrolle. Wohl auch um schnell wieder einsatzbereit zu sein, bedeckten sie die Brandstelle mit Schaum.
Denn an der Hanftalstraße gab es den nächsten Einsatz: Ein Citroën Jumper, ein Wohnmobil, brannte, ebenso wie ein Kleinwagen von Ford gleich um die Ecke, an der Straße Am Hanfbach. Die Feuerwehr ging auch hier unter Atemschutz gegen die Flammen vor. An beiden Fahrzeugen entstand Totalschaden. Zwischen dem ersten und dem letzten Feuer war keine Stunde vergangen. Niemand wurde verletzt. Alle Brandorte liegen in kurzer Distanz zueinander.
Die Feuerwehr musste mehrere Einsätze gleichzeitig koordinieren. Eine solche Einsatzdichte gebe es höchstens mal in der Silvesternacht, sagte Einsatzleiter Jürgen Mons. „Die einzelnen Löscheinheiten löschen ihr Feuer, das zu koordinieren ist Aufgabe des Führungsdienstes.“ Teilweise sei ihnen das gesamte Ausmaß nicht bekannt gewesen. Verstärkung bekamen die ursprünglichen Einheiten aus Mitte und Söven von den Kameradinnen und Kameraden aus Happerschoß.
Auch Mons sagte, ihm sei bewusst, dass es sich um einen Brandstifter handeln müsse. „Die Leitstelle hat Kräfte, die eigentlich zu dem Wohnwagen alarmiert waren, über Funk zur Edgovener Straße gelotst. Wir hielten uns an der Bonner Straße bereit, falls noch mehr Einsätze gekommen wären“, sagte er.
Etwa zwei Dutzend Polizeiwagen fuhren mit Blaulicht durch die Stadt zu den Brandorten. Die Polizei hatte Verstärkung aus Köln, Bonn und umliegenden Landkreisen angefordert. Die Beamtinnen und Beamten fahndeten nach dem oder den Tätern und kontrollierten Menschen, die um diese frühe Uhrzeit unterwegs waren, einen Fahrradfahrer gleich mehrfach.
Polizei nimmt 30-Jährigen im Ortsteil Stein in Gewahrsam
Auf der Frankfurter Straße wurde der Polizei ein Randalierer gemeldet. Zeugenangaben ließen auf einen polizeibekannten Mann schließen, der im Ortsteil Stein lebt. Bei der Ankunft warf er Gegenstände aus einem Fenster auf die Beamtinnen und Beamten. Sie nahmen ihn deswegen in Gewahrsam. Ob er für die Brände verantwortlich ist, ist bislang unklar. Die Polizei will dazu Videoaufnahmen auswerten. Der Mann wurde freigelassen.

Polizistinnen und Polizisten stehen vor dem Steinhof an der L333, wo der Tatverdächtige festgenommen wurde.
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Am Morgen meldeten Anwohnerinnen und Anwohner zahlreiche Sachbeschädigungen. An mindestens neun geparkten Autos an der Sonnenburgstraße, Dondorfer Straße, Lise-Meitner-Straße, Blankenberger Straße, Kurhausstraße und Siegtalstraße wurden Scheiben eingeschlagen. In der Straße Auf dem Blocksberg wurde das Fenster eines Wohnmobils eingeschlagen und die Matratze angekokelt. Zudem hatte jemand einen Metallpfosten von einer Brücke auf die A560 geworfen. Um 0.45 Uhr hatte bereits ein Papiercontainer auf einem Discounter-Parkplatz an der Oberen Siegstraße gebrannt.
Die Polizei prüft den Tatzusammenhang mit dem Brand des leerstehenden Hauses in Striefen am 16. März und mehreren Mülltonnenbränden in unmittelbarer Nähe. Hinweise zu allen Taten nimmt sie unter 02241/541-3521 entgegen.