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PsychothrillerHürther stellt seinen Roman auf der Buchmesse in Leipzig vor

Lesezeit 3 Minuten
Christian Gierend steht in seinem Arbeitszimmer und blickt in die Kamera. Er hält sein Buch aufgeschlagen in den Händen.

Seinen ersten Roman legt Christian Gierend heute auf der Buchmesse in Leipzig vor.

Christian Gierend debütiert mit „Das Haus der verwunschenen Kinder“. Zuvor hat sich der gebürtige Kölner Kurzgeschichten gewidmet.

Eine Stimme aus dem Dunkeln reißt die 16-jährige Isabell aus dem Schlaf. Wie jeden Sommer verbringt die Schülerin ihre Ferien auf dem Hof der Großeltern in einem bayerischen Dorf. Eigentlich eine Kindheitsidylle, doch die soll das rätselhafte Rufen an diesem Morgen für immer zerstören.

Unheimlich beginnt der Roman „Das Haus der verwunschenen Kinder“ und zieht hinein in die düstere Geschichte, die schon das gruselige Titelbild verspricht. Autor Christian Gierend bevorzugt die Genre-Bezeichnung „Psychothriller“, wird aber mit seinem Erstlingswerk heute, Freitag, 28. April, auf der Leipziger Buchmesse im Fantastik-Bereich präsent sein und dort von 11 bis 12 Uhr eine Signierstunde geben.

Hürther schickt Protagonistin in den fiktiven Ort Kirchbrunn

Den Roman erzählt Gierend aus der Perspektive der jungen Isabell. Im fiktiven Ort Kirchenbrunn schickt der Hürther sie auf einen Abenteuerausflug mit Freunden, bei dem die Jugendlichen in einen verborgenen Stollen einsteigen. „Dies hier ist eine Gruft“, erkennt Isabell, als sie in der Höhle eine halb verweste Leiche entdeckt.

Allzu schockiert ist sie allerdings noch nicht, obwohl verschwommene Kindheitserinnerungen und ein seltsames Bauchgefühl ihr sagen: „An diesem Ort wartet eine gequälte Seele auf mich.“ Die Jugendliche zückt ihr Handy, um den Fund zu fotografieren.

Schweigen und Aberglaube haben im Dorf die Oberhand

Das versteckte Grab ist nicht das einzige dunkle Geheimnis des verträumten Dorfes, in dem noch jahrhundertealtes Brauchtum hochgehalten wird. Zehn Jahre zuvor sind in Kirchenbrunn drei Kinder auf mysteriöse Weise spurlos verschwunden.

Schweigen und den Aberglauben, der Teufel habe sie geholt, breiten die Dörfler über die Ereignisse. Nach einem Schnitt mit einem Messer dämmert Isabel schließlich, dass ihr Leben mehr in die alten Geschichten verstrickt ist, als sie wahrhaben will.

Der Schnitt ist die blutigste Szene, ansonsten enthält mein Buch keine Gewalt, denn das finde ich billig.
Autor Christian Gierend

„Der Schnitt ist die blutigste Szene, ansonsten enthält mein Buch keine Gewalt, denn das finde ich billig“, versichert Christian Gierend. „Die Geschichte ist eher ein Suchen nach der eigenen Identität.“ Als Vorbilder nennt er das Jugendbuch „Mein böses Herz“ von Wulf Dorn und etwas entfernter „Das Mädchen“ von Stephen King. Seinen Roman empfiehlt er ab 14 Jahren.

Nach einigen Kurzgeschichten, die teilweise veröffentlicht wurden, kam Christian Gierend kurz vor der Geburt seines inzwischen 13-jährigen Sohnes die Idee, ein Buch zu schreiben. Das Ziel im Auge, studierte er einen Stapel Ratgeber und nahm an einer Schreibwerkstatt von Jürgen Streich teil, der die renommierte Veranstaltungsreihe „Königsdorfer Literaturforum“ ins Leben gerufen hat.

Christian Gierend stützt sich auf Erfahrungen als Elektrotechnik-Ingenieur

Nach eigenem Bekunden profitierte der Elektrotechnik-Ingenieur viel von seinen Berufserfahrungen. „So wie ich Strukturen schaffen und einzelne Module einpassen muss, so lege ich beim Schreiben viel Wert darauf, innerhalb eines Handlungsstrang Spannung aufzubauen und die Plots dann zu einer schlüssigen Geschichte zusammenzufügen“, sagt der Autor.

Meistens schreibt der 57-Jährige spätabends bis nach Mitternacht in dem kleinen Büro, das er und seine Frau in ihrem Gleueler Eigenheim gemeinsam nutzen.

Kirchenbrunn: Ähnlichkeit zu realem Dorf kein Zufall

Kirchenbrunn ähnelt nicht zufällig einem realen bayerischen Dorf an der tschechischen Grenze. Denn mehrmals im Jahr reist Gierend nach Bayern, wo sein Schwiegervater ein Häuschen hat. „Ein Dorf namens Kirchenbrunn gibt es nicht, das habe ich durch Google ausgeschlossen. Aber es ist doch manches in die Beschreibungen eingeflossen, was ich in Süddeutschland vorgefunden habe“, sagt der gebürtige Kölner, der seit 2010 in Gleuel lebt.

Christian Gierend, „Das Haus der verwunschenen Kinder“, Thriller, 392 Seiten. Hybrid-Verlag April 2023. Taschenbuch 19,90 Euro, Download auf Kindle-Reader 5,49 Euro.