Die Stadt Waldbröl hat an ihren Handy-Ladestationen Bilder angebracht, die auf die richtige Nutzung dieser beiden Säulen hinweisen sollen.
LadestationenStadt Waldbröl kämpft mit Erklär-Bildern gegen Zigarettenkippen

So wird‘s gemacht: Ein Bild zeigt jetzt, dass in dieses Fach der Ladesäule an der Waldbröler Straße ein Handy gehört und nicht der Rest einer Zigarette. Denn bisher wurden die Ladestationen an der Einkaufsmeile gern als Aschenbecher genutzt.
Copyright: Jens Höhner
Ein dicker, grüner Haken auf dem einen, ein rotes „X“ auf dem anderen Bild: Das Rathaus der Stadt Waldbröl hat eine Idee von Bürgermeisterin Larissa Weber aufgegriffen und gehandelt: Die Motive erklären, wie mit den beiden schwarzen Säulen an der Kaiserstraße – die eine steht an der Einmündung zur Bergstraße, die andere an der zur Gerichtsstraße – umzugehen ist: Legt man das Mobiltelefon in eines der Fächer, gibt‘s frischen Saft.

Und so wird‘s nicht gemacht: Zigarettenkippen und andere Müll haben in den Induktionsfächern an den beiden Ladesäulen in Waldbröl nichts zu suchen.
Copyright: Michael Kupper (Archivfoto)
Denn die Säulen sind Ladestationen für das Smartphone – und keine Aschenbecher. Dafür aber waren sie zuletzt immer wieder gehalten worden, Kippen und Stummel türmten sich in den Fächern der Geräte. „Wir hoffen, dass nun jeder erkennt, worum es da geht“, sagt Rathauschefin Weber. „Denn das ist doch ein tolles Angebot.“
Wer in Waldbröl an der Kaiserstraße chillt, der kann dabei auch das Handy auftanken
Nachdem die Kaiserstraße im vergangenen Sommer endgültig fertiggestellt worden war, sind die jeweils 6750 Euro teuren und gut 1,20 Meter hohen Stahlsäulen in Betrieb gegangen – als Erfüllung eines Wunschs, den Waldbröls Jugend bei der Planung der neuen Kaiserstraße vorgebracht hatte: Wer an der Einkaufsmeile chillt und sich auf einem der Sitzmöbel niederlässt, der kann dort auch den Plauderknochen auftanken – das zumindest war die seither missverstandene Idee. Ähnliches hat übrigens die Stadt Siegburg zu bieten.
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In dieser Woche nun ist Mario Klein von der Abteilung Tiefbau in der städtischen Bauverwaltung losgezogen, hat Fotos gemacht von einem Smartphone und den Zigarettenresten in den Ladefächern, hat diese Bilder laminiert und dann an den Ladestationen angebracht. Und gründlich saubergemacht hat Klein die insgesamt vier Induktionsflächen natürlich auch.
Ein Abbau kommt für Bürgermeisterin Larissa Weber nämlich nicht in Frage. Allerdings sei sie sehr enttäuscht darüber, dass die Säulen bisher zumeist als Aschenbecher oder Müllschlucker gedient haben, betont sie. In den sozialen Medien wird diese Anschaffung der Stadt noch immer heftig und hitzig diskutiert – immerhin glaubt inzwischen wohl niemand mehr, dass dies der Funkruf sei, um bei einer Imbissstube schnelle Speisen zu bestellen.