Ein vom Landschaftsverband beauftragtes Gutachten hatte 1973 zur Gründung des Naturparks Bergisches Land geführt.
Festtag mit AussichtDer Naturpark Bergisches Land feiert seinen 50. Geburtstag

Haben noch einiges vor (v.l.): Rüdiger Gennies, Jens Eichner und Jochen Hagt.
Copyright: Michael Kupper
Zur Eröffnung des Festtages blickte Landrat Jochen Hagt in seiner Ansprache unter strahlend blauem Himmel auf die Anfänge des Naturparks zurück. Schon 1969 habe sich die Frage gestellt, wie es gelingen könne, in der Region naturnahen Tourismus zu etablieren. Ein vom Landschaftsverband beauftragtes Gutachten habe dann 1973 zur Gründung des Naturparks Bergisches Land geführt.
Am Sonntag hat der Naturpark seinen 50. Geburtstag gefeiert. Auf dem Blockhaus, dem Hausberg von Reichshof-Eckenhagen, erinnerte der Landrat daran, dass die Mitwirkung der Kommunen von Anfang an wichtig war, da der Naturpark schlank organisiert wurde. So habe sich der frühere Geschäftsführer Theo Boxberg nur auf einer Halbtagsstelle mit Tourismusförderung beschäftigen können.
Die Lebensqualität der einheimischen Bevölkerung erhöhen
Und Tourismus sei nicht die einzige Aufgabe gewesen: „Es war nie das Ziel, dass Gäste in unserer Region ihren dreiwöchigen Sommerurlaub verbringen.“ Vielmehr sei es auch darum gegangen, die Lebensqualität der einheimischen Bevölkerung zu erhöhen. Der Naturpark sei ein Förderer der Kulturlandschaft. Nach 50 Jahren habe sich das Geburtstagskind prächtig entwickelt, betonte Hagt: „Mit den Bergischen Fernwanderwegen ist der Naturpark in die Wanderbundesliga aufgestiegen.“
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Vor dem Panoramablick ins Siebengebirge sagte Rüdiger Gennies, Bürgermeister der Gemeinde Reichshof, die den Festtag mitorganisiert hatte, dass das Bergische Land der drittgrößte der 104 deutschen Naturparke sei: „Naturparke sind das Rückgrat für den Erhalt der Natur- und Kulturlandschaften sowie der biologischen Vielfalt.“
Lob für den Bergischen Naturpark vom Bundesverband
Zudem erlaubten sie mit qualifizierten Angeboten gesundheitsfördernde Erholung. Als Geschenk übergab Gennies eine Jubiläumsbank, die der Windecker Holzkünstler Marc Rode aus heimischen Eichenholz mit einer geschnitzten Eule an der Seite gestaltet hat.
Ulrich Köster, Geschäftsführer des Verbandes Deutscher Naturparke, lobte, dass die Aspekte Naturschutz, Erholung und Bildung in der Region hervorragend umgesetzt würden. Die Rad- und Wanderwege sowie die Heimatmuseen seien beispielhaft. Für den Erfolg verantwortlich seien die Einbindung Ehrenamtlicher und eine gute Zusammenarbeit mit den Kommunen. Er hoffe, dass das Land den Naturpark künftig mit einer Basisfinanzierung in Höhe von 100.000 Euro ausstatten werde, wie sie in anderen Bundesländern seit Langem üblich sei.
Jens Eichner, Geschäftsführer des Naturparks, erläuterte am Rande der Veranstaltung, dass man sich gegen einen Festakt in einem geschlossenen Raum entschieden habe. Stattdessen gab es Führungen in die nahe gelegene Wacholderheide und an rund 30 Ständen viel Informatives rund um den Naturpark. Lucas Weiss von den Bergischen Erlebniswelten zeigte Möglichkeiten auf von Kanu-Touren über Baggerfahrten bis zu Barista-Kursen. Er betonte: „Wir müssen nicht woanders hinfahren, wenn wir das alles im Bergischen machen können.“
Im Wagen von „Bergisch Pur“ präsentierte sich die Gruppe der „Oberbergischen Ortstouristiker“ und erläuterte die Zusammenarbeit der lokalen Tourismusbüros, die sich kommunenübergreifend um Feriengäste kümmern. Für die Kleinen gab es ein Angebot von Kinderschminken über Pflanzenangeln bei der Biostation bis zum Fletschenschießen mit Tannenzapfen bei der Waldjugend Windfus.