Auftaktveranstaltung zur Gründung des „Netzwerk Wohnen Bergisches Land“. Mehr Pflegebedarf, aber weniger Personal – neue Herausforderungen.
Regionale Projekte fördernGründung des „Netzwerk Wohnen Bergisches Land“ – sicher im Alter

In den Räumen der Agewis in Gummersbach berichtete Dietmar Fischer von aktuellen Bedarfen älterer Menschen.
Copyright: Joachim Gies
Mit Kurzimpulsen, Workshops, Vernetzung, Austausch und Ideensammlung ist das „Netzwerk Wohnen Bergisches Land“ jetzt an den Start gegangen.
In den Räumen der Akademie Gesundheitswirtschaft und Senioren (Agewis) als Gastgeber informierten Dietmar Fischer und Arnd Bader vom Solinger „Regionalbüro Alter, Pflege und Demenz“ und Bonnie Schreiner und Lisa Valerius vom Rheinisch-Bergischen Kreis die Teilnehmenden, welche Inhalte das Netzwerk bekommen soll, das sich im Idealfall demnächst aus Privatpersonen, Institutionen, Pflegeanbietern, Architekten und Ehrenamtlichen zusammensetzen wird.
Wie im Alter wohnen? Regionale Projekte sollen gefördert werden
Dietmar Fischer sagt: „Wir möchten regionale Projekte auf den Weg bringen, die sich der Frage annehmen, wie wir im Alter wohnen wollen.“ Mit dabei war auch Kai Zander vom Verein WQ4 zur Förderung der Quartiersentwicklung, ansässig in Düsseldorf.
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Er sieht den steigenden Bedarf an innovativen, bezahlbaren Wohnoptionen für ältere Menschen und erklärte: „Diese Wohnformen zu etablieren, ist ein langer Prozess. Was passt, wer zu wem passt muss vorab ausgelotet werden, die Finanzierung sollte natürlich auch durchdacht sein.“
Dietmar Fischer beleuchtete unter dem Oberbegriff „Wann fühle ich mich zuhause?“ aktuelle Bedarfe von älteren Menschen – wie ein selbstbestimmtes, aktives Leben, das Eingebundensein ins Sozialleben durch ein Ehrenamt. Fischer berichtete zudem von Wohngemeinschaften und Bauernhofprojekten für Senioren.
Mehr Pflegebedürftige, aber weniger Personal
Von „Bauchschmerzen“ berichtete Pflegemanagerin Bonnie Schreiner von der Pflege- und Wohnberatung in Rhein-Berg: „Der Bedarf steigt, es wird immer mehr Pflegebedürftige geben, und als Gegenbewegung fehlen uns immer mehr Fachkräfte. Das macht uns allen Sorgen.“
Mehrgenerationenwohnen ist ebenfalls eine Idee, denn auch das Thema Einsamkeit im Alter wird immer wichtiger.
Um hier gegenzusteuern, gab es im vorigen November in Solingen den Fachtag „Wohnen, Sterben, Leben im Alter“, der erste Denkansätze für das aktuelle Netzwerk lieferte, wie Dietmar Fischer erläuterte. „Es könnte zum Beispiel auch eine ehrenamtliche Versorgungsstruktur aufgebaut werden, Mehrgenerationenwohnen ist ebenfalls eine Idee, denn auch das Thema Einsamkeit im Alter wird immer wichtiger.“ Mit diesen Impulsen starteten die Teilnehmenden in ihre Workshops, und werden sicherlich demnächst weiterdiskutieren.
Weitere Netzwerkveranstaltungen sind derzeit angedacht für Mittwoch, 14. Juni, in Bergisch Gladbach (Rheinisch-Bergischer Kreis, Am Rübezahlwald 7) und für Dienstag, 20. Juni, im Regionalbüro Bergisches Land, an der Friedrichstraße 1-3 in Solingen.