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Europa LeagueVfL Gummersbach scheidet nach Handball-Krimi aus

Lesezeit 3 Minuten
Giorgi Tskhovrebadze steigt mit dem Ball in der Hand über die Melsunger Abwehr.

Giorgi Tskhovrebadze und der VfL Gummersbach konnten gegen die MT Melsungen den Drei-Tore-Vorsprung nicht halten. 

Gummersbach verliert bei der MT Melsungen das Playoff-Rückspiel mit 25:29.

Als der Melsunger Eric Balenciaga den Ball so am VfL-Tor vorbei warf, dass Torhüter Bertram Obling zu lange brauchte, um ihn wieder ins Spiel zu bringen und seinen Vorderleuten noch die Chance für ein letztes Tor zu ermöglichen, endete die Europa League für den VfL Gummersbach.

Vor   2851 Zuschauern in der Kasseler Rothenbach-Halle lieferten sich die Gummersbacher mit den Hausherren einen spannenden Kampf um den Einzug ins Viertelfinale. Mit 29:26 hatte der VfL das Playoff-Hinspiel gewonnen, konnten den Vorsprung in einem Handball-Krimi aber nicht verteidigen.

Kapitän Julian Köster und Ellidi Vidarsson fehlten dem VfL

Die Gummersbacher, die ohne die Verletzten Julian Köster und Ellidi Vidarsson antraten, fanden gut in die Partie. Zunächst setzte VfL-Trainer Gudjon Valur Sigurdsson wieder auf drei Rechtshänder im Rückraum und begann mit Kentin Mahé, Ole Pregler und Miro Schluroff. Im Tor sorgte Dominik Kuzmanovic, der das Duell gegen sein Melsunger Gegenüber Nebosja Simic gewann, für Sicherheit. Erst in der Schlussphase kam Bertram   Obling für ihn.

Gummersbach fand schnell ins Spiel, stand gut in der Abwehr und führte mit 5:3 (7.) nach dem zweiten Treffer von Miro Schluroff. Mit einem 4:0-Lauf drehten die Hausherren die Partie zum 7:5 (12.).In der Folge konnte sich keine der beiden Mannschaften absetzen, auch wenn der VfL innerhalb von fünf Minuten     drei Zeitstrafen kassiert. Mit dem Pausenpfiff traf Dainis Kristopans, der an diesem Abend blass blieb, den Treffer   zur 14:13-Pausenführung.

Die Schlussphase wurde hitzig mit zwei Roten Karten

Nach dem Wiederanpfiff blieb es eng. Mit einem 3:0-Lauf gingen die Gummersbacher beim 18:17 (39.) zum letzten Mal in Führung , verteidigten aber weiterhin ihren Vorsprung aus dem  Hinspiel. Eine Viertelstunde vor Schluss feierte Teitur Einarsson sein Comeback nach langer Verletzungspause, zunächst in der Abwehr und kurz auch im Angriff. Melsungen wechselte über die gesamte Spielzeit   immer wieder auf die Angriffsvariante 7 gegen 6.

Die Schlussphase wurde hitziger und nach einem Foul an Ole Pregler sah Ian Barrufet die Rote Karte (46.), später folgte ihm Rogeiro Moraes nach der dritten Zeitstrafe (59.). Das VfL-Spiel blieb weiterhin auf Miro Schluroff zugeschnitten, der nun wie auch der starke Ole Pregler immer öfter an der Melsunger Abwehr abprallte.   Für Entlastung im Rückraum sorgte Giorgi Tskhovrebadze. Beim 27:23 (53.) hatte Melsungen zum ersten Mal einen Vorsprung von vier Toren, der zum sicheren Einzug ins Viertelfinale reichte, beim 28:23 (55.) waren es sogar fünf.

Der VfL-Trainer nahm eine Auszeit und stellte sein Team auf Sieben gegen Sechs. Giorgi Tskhovrebadze traf zum 24:28 (57.), Bertram Obling parierte den nächsten Angriff der Melsungen, doch Miro Schluroff warf im Gegenzug am Tor vorbei. Moraes erhöhte auf 29:24. Mathis Häseler verkürzte eine Minute vor Schluss auf 25:29 und nach einer Auszeit 25 Sekunden vor Ende spielte Melsungen angeführt von Eric Balenciaga auch noch die restliche Zeit aus. Kein schöner Schlusspunkt nach einem engen Spiel, in dem die Gummersbacher dem Tabellendritten der Bundesliga einen großen Kampf geliefert hatten.

Für die Gummersbacher   geht es nun in der Handball-Bundesliga weiter. Sie treten am Samstag, 5. April, 20 Uhr, beim THW Kiel an


MT Melsungen: Simic (6 Paraden), Morawski (n.e.); Kastening (7/1), Enderleit (4), Moraes (4), Barrufet (4/2), Kristopans (3), Balenciaga (2), Sipos (2), Svensson (2), Soler (1), Ignatow (n.e.),Danner, Jonsson,

VfL Gummersbach: Kuzmanovic (10 P), Obling (1 P); Vujovic (5/2), Pregler (5), Schluroff (4), Horzen (4), Tskhovrebadze (3), Häseler (2), Mahé (1), Zeman (1), Kodrin, Blohme, Einarsson, Kiesler.