Bis zu 150 Menschen bezogen dem AfD-Büro in Gummersbach gegenüber Position. Dazu aufgerufen hatte „Unser Oberberg ist bunt, nicht braun!“.
Vor AfD-BüroKunterbunter und friedlicher Protest in Gummersbach

120 bis 150 Oberbergerinnen und Oberberger haben am Samstag mit bunten Fahnen und Transparenten an einer Protestkundgebung von „Unser Oberberg ist bunt, nicht braun!“ gegenüber des AfD-Büros in Gummersbach-Vollmerhausen teilgenommen.
Copyright: Jens Höhner
„Nazis essen heimlich Döner“ und „Rassismus fängt mit Worten an und endet mit Mord“, das sind nur zwei Aufschriften der vielen Transparente, die gut 120 bis 150 Menschen an diesem Samstagmittag in Gummersbach-Vollmerhausen in die Höhe halten. Sie haben Position bezogen vor einem Ladenlokal an der Vollmerhauser Straße: Dort hat der AfD-Politiker Eugen Schmidt jüngst ein Büro eingerichtet und es heißt, der 47 Jahre alte Bundestagsabgeordnete werde von dort seinen nächsten Wahlkampf bestreiten. Diesmal aber hat er zum jährlichen „Herbsttreffen der Russlanddeutschen“ in die Kreisstadt eingeladen – und die Initiative „Unser Oberberg ist bunt, nicht braun!“ ruft zu einer Protestkundgebung auf der anderen Seite der Straße auf.
Oberbergische Initiative fürchtet „Radikalisierung der Russlanddeutschen“
„Denn wir fürchten eine Radikalisierung der Russlanddeutschen im Oberbergischen Kreis“, sagt Vorsitzender Gerhard Jenders. „Wir müssen verhindern, dass Oberberg eine Hochburg der Hetze und der Menschenfeindlichkeit wird.“ Neben Jenders treten die grüne Bundestagsabgeordnete Sabine Grützmacher, Dr. Ralph Krolewski vom Gummersbacher Integrationsrat und Ben Neuenfeldt von den Jusos Oberberg ans Mikrofon. Viele Vereine, Organisationen und Verbände sind dort zudem vertreten. Und immer wieder fahren Autos hupend an der Menge vorbei, „Like“-Daumen werden aus den Fenstern gestreckt.

Zu der Protestaktion hatte der Verein „Unser Oberberg ist bunt, nicht braun!“ aufgerufen. Einer der Redner war Vorsitzender Gerhard Jenders (links).
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Mitte August bereits hatte „Unser Oberberg ist bunt, nicht braun!“ die Eröffnung dieses Büros mit Protesten begleitet, damals waren rund 100 Menschen gekommen. Doch nicht nur daran erinnert diese zweite Aktion: Als die AfD im Januar vergangenen Jahres zu einem „Bürgerdialog“ mit ihren damaligen Landtagsabgeordneten Christian Loose und Helmut Seifen nach Waldbröl eingeladen hatte, formten 350 bis 400 Oberbergerinnen und Oberberger eine kunterbunte Menschenkette über mehr als 400 Meter, während sich in der Aula des Hollenberg-Gymnasiums keine 20 Interessierten tummelten.
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Gastredner bei Oberbergs AfD ist diesmal der nun fraktionslose Bundestagspolitiker Matthias Helferich, im September 2021 war der Dortmunder nach rechtspopulistischen Äußerungen freiwillig aus der Berliner Fraktion ausgeschieden – der Versuch einer Rückkehr in die Fraktion scheiterte im vergangenen März. Gastgeber Eugen Schmidt ist dem Vernehmen nach vor gut zwei Jahren in den Oberbergischen Kreis und dort in die Gemeinde Reichshof gezogen. Zuvor hatte er seinen Wahlkreis im Rhein-Erft-Kreis.
Gegen 14 Uhr war die Protestaktion beendet – sie sei ruhig verlaufen, heißt es auf Anfrage von der Polizei.