Laut übereinstimmenden Medienberichten soll Donald Trump NSA-Chef Timothy Haugh entlassen haben. Die Demokraten reagieren entsetzt.
„Zutiefst beunruhigend“Trump feuert offenbar NSA-Geheimdienstchef – Pentagon untersucht Signal-Skandal

US-Präsident Donald Trump bei seiner Ankunft in Palm Beach im US-Bundesstaat Florida. (Archivbild)
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Der Chef des US-Geheimdienstes NSA, Timothy Haugh, ist Medienberichten zufolge entlassen worden. Der Grund für die Absetzung des Generals, der erst vor etwa einem Jahr zum Chef der National Security Agency und des Kommandos für elektronische Kriegsführung berufen worden war, sei unklar, berichteten die „Washington Post“ und der Fernsehsender NBC unter Berufung auf informierte Kreise.
Auch Haughs Stellvertreterin Wendy Noble wurde demnach eine neue Aufgabe im US-Verteidigungsministerium zugewiesen. Eine offizielle Bestätigung für die beiden Personalien gab es zunächst nicht. Die NSA ist einer der größten Geheimdienste in den USA und untersteht dem Verteidigungsministerium. Die Behörde ist für die Überwachung und Entschlüsselung elektronischer Kommunikation zuständig.
NSA-Chef offenbar gefeuert – Demokraten reagieren entsetzt
Aus dem Lager der Demokraten im US-Repräsentantenhaus kam umgehend Kritik an der Personalie. Die Entlassung Haughs sei „zutiefst beunruhigend“ und gefährde die Sicherheit des ganzen Landes, sagte Jim Himes, einer der führenden Köpfe im US-Verteidigungsausschuss, laut NBC. Auch auf der Plattform X forderte Himes eine sofortige Erklärung für die Entscheidung.
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„Ich habe General Haugh als ehrliche und aufrichtige Führungspersönlichkeit kennengelernt, die sich an das Gesetz hielt und die nationale Sicherheit an erste Stelle setzte – ich fürchte, dass genau diese Eigenschaften in dieser Regierung zu seiner Entlassung führen könnten“, schrieb Himes dort.
Bisher kein Grund für Entlassung von Timothy Haugh bekannt
Auch Mark Warner, Senator aus dem Bundesstaat Virginia, kritisiert die Entlassung Haughs. Sie werfe die Frage auf, „wie seine Entlassung die Sicherheit der Amerikaner erhöhen kann“, schrieb der demokratische Politiker auf X.
Der Luftwaffengeneral Haugh war seit 1991 für das Pentagon tätig. Im Februar hatte US-Präsident Donald Trump bereits sechs Top-Führungskräfte im Pentagon entlassen, darunter die erste Frau an der Spitze der US-Marine. Schon in seiner ersten Amtszeit hatte Trump binnen kurzer Zeit etliche Minister und andere Führungskräfte verschlissen.
Trumps Kabinett sorgt mit Signal-Skandal für Wirbel
Zuletzt hatte unterdessen ein Skandal um die Versendung geheimer Informationen in einer Signal-Gruppe, in der ein US-Journalist mitlesen konnte, für Wirbel und Entlassungsforderungen der Demokraten in den USA gesorgt.
Diese galten allerdings nicht Haugh, der nicht Teil der Gruppe gewesen ist, sondern vor allem dem Nationalen Sicherheitsberater Mike Waltz und Verteidigungsminister Pete Hegseth, der Angriffspläne in der Gruppe gepostet hatte.
Pentagon leitet Untersuchung gegen Pete Hegseth ein
Trump soll zwischenzeitlich überlegt haben, Waltz zu entlassen, stellte sich aber schließlich trotz der Sicherheitsverstöße seines Kabinetts hinter seine Mitarbeiter. Pressesprecherin Karoline Leavitt erklärte den Skandal am Montag für „beendet“ – trotz weiterer Enthüllungen über den laxen Umgang von Sicherheitsberater Waltz mit der Chat-App Signal.
Für Verteidigungsminister Hegseth könnte der Skandal unterdessen noch ein Nachspiel haben. Die interne Aufsicht des US-Verteidigungsministeriums untersucht nun die Veröffentlichung von Inhalten in dem geheimen Gruppenchat hochrangiger Regierungsmitglieder.
Auf Anfrage des Streitkräfteausschusses im Senat wird der Umgang des Verteidigungsministers Hegseth mit der Signal-App geprüft, wie aus einem Schreiben der unabhängigen Kontrollinstanz hervorgeht. Auch das Handeln anderer Ministeriumsmitarbeiter steht laut dem Schreiben im Fokus. (mit dpa)