Stefan Kraus beendet zum Januar 2026 seine Karriere im Museum Kolumba. Seinen Nachfolger erwarten auch finanzielle Herausforderungen.
Kölner MuseumNeue Leitung für Kolumba gesucht – Stefan Kraus geht

Stefan Kraus leitet seit 2008 das Museum des Erzbistums.
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In einem Nebensatz ließ Patrick Oetterer, Künstlerseelsorger des Erzbistums, bei der Akademie zum Aschermittwoch der Künstler eine interessante Personalie verlauten. Sie betrifft Stefan Kraus, den langjährigen Direktor des Museum Kolumba. Auf Nachfrage der Rundschau bestätigte er, dass er das Haus zum 1.1.2026 verlassen werde – aus Altersgründen, so der 1960 Geborene.
Es sei nicht an ihm, zu sagen, wer auf ihn auf dem Direktorenposten folgt und wann dies bekannt gegeben werde. Er habe auf jeden Fall einen Vorschlag gemacht. Aber die Entscheidung liege beim Erzbistum.
Gebürtiger Kölner
Der gebürtige Kölner Kraus war schon während seines Studiums der Kunstgeschichte freier Mitarbeiter im Kölnischen Kunstverein. Nach seiner Promotion 1991 wurde er Kurator in Kolumba. 2008 übernahm er die Leitung von Joachim M. Plotzek, ein Jahr, nachdem der Neubau des Schweizer Architekten Peter Zumthor an der Kolumbastraße eröffnet worden war.
„Es war uns klar, dass diese Vision eines ganz anderen Museums ein langer Weg ist. Dass ich dann in die Gelegenheit kommen würde, das Haus selber leiten zu dürfen, das war weder meine Absicht, noch war es so eindeutig.“ Im Rückblick betrachtet er dies als „eine Riesengelegenheit, völlig klar. Und deshalb schaue ich auch mit Dankbarkeit darauf zurück.“
Letzter Aschermittwoch der Künstler
Und wie das so ist, wenn der Abschied in greifbare Nähe rückt: Es gibt viele letzte Male. „Dies ist mein letzter Aschermittwoch der Künstler.“ Und wie schon in den Jahren zuvor, wolle er bei seiner Führung durch Kolumba an diesem Tag „die Gelegenheit nutzen, mit diesem Publikum, wo Kunst und Künstlerinnen im Mittelpunkt stehen, danach zu fragen: Wo stehen wir da eigentlich? Und angesichts dieser Weltlage, die wir haben, finde ich, müssen wir das Verhältnis von Kunst und Politik auch noch mal wieder neu schärfen.“
Seine Nachfolgerin oder sein Nachfolger übernimmt zwar ein hochgelobtes Haus, sieht sich aber auch Kürzungen ausgesetzt. Bis 2030 sollen die Institutionen des Erzbistums 15 Prozent einsparen, aufgrund der geringeren Einnahmen durch Kirchensteuer. Und wenn die Strategieabteilung des Erzbistums eine Evaluierung der einzelnen Abteilungen vornimmt, kann man davon ausgehen, dass hier mit harten Bandagen gekämpft werden muss.