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Streit mit FirmaIn der Kölner Miqua wird vorerst nur unterirdisch gearbeitet

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Die Baustelle der Miqua in Köln 

Köln – Kurz nach Weihnachten hatte es den nächsten von vielen Rückschlägen in der Neubau-Beschichte der Archäologischen Zone/Jüdischen Museums („MiQua“) gegeben: Die Stadt kündigte dem Stahlbauer FSE (Fläminger Stahl- & Energieelementebau), warf ihm viele Versäumnisse vor, unter anderem Schlechtleistung. Sie teilte mit: „Dieses unlautere Verhalten gipfelte in der Drohung, zur Montage bereitstehende Bauteile zurückzuhalten und für die weitere Fertigung notwendiges Material nicht zu bestellen, wenn die Stadt diesen offensichtlich unbegründeten Forderungen nicht nachkomme.“ FSE bezeichnete die Vorwürfe als lächerlich, die Ausschreibung vor allem beim Materialbedarf als fehlerhaft.

Es wird einen Prozess geben, der klären soll, wer Recht hat, der Stahlbauer oder die Stadt. Aber wie geht es jetzt vor dem Historischen Rathaus weiter? Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

Wie ist aktuell der Stand auf der Baustelle?

Der Stahlbau ruht. Selbst die Sicherungsnetze hat die Firma abgenommen. Die Stadt teilt mit: „Da auf den Decken in den Obergeschossen zurzeit keine Arbeiten stattfinden, werden die Netze nicht benötigt und es wurden daher auch keine neuen Netze montiert.“ Die Verwaltung hat feststellen lassen, was der Stahlbauer gemacht hat und was nicht, das dokumentiert sie demnach per Plänen und Fotos, zudem nimmt sie ein Aufmaß des Stahlbaus. Die Firma FSE wollte sich auf Anfrage zunächst nicht äußern.

Ruht der Bau komplett?

Nein. Der Name „MiQua“ steht für Museum im Quartier und bezeichnet einen 600 Meter langen unterirdischen Rundgang durch 2000 Jahre Kölner Geschichte. Dort kann laut Stadt nun die Firma mit den Metallbauarbeiten beginnen. Und darüber entsteht das Jüdische Museum als Haus.

Wie geht es beim Stahlbau weiter?

Die Stadt muss die Arbeiten neu ausschreiben, sie teilt mit: „Die Neuvergabe der oberirdischen Stahlbauarbeiten befindet sich nach Kündigung des Stahlbauunternehmens in Vorbereitung.“ Das wird dauern.

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Gibt es schon eine Klage?

Nein. Das bestätigen sowohl der Unternehmer wie auch die Stadt. Beide wollen den jeweils anderen verklagen. Die Verwaltung teilt mit: „Die Erstellung einer solchen Klage ist sehr umfangreich und zudem von einigen Punkten abhängig, die bisher noch nicht abschließend bewertet werden können.“ Wie die jüngere Vergangenheit zeigt, etwa bei den Baustreitigkeiten zur Bühnensanierung oder dem Spanischen Bau, dürfte das viele Jahre dauern und möglicherweise am Ende viel Geld kosten.

Was heißt das alles für den Zeitplan?

Das analysiert die Stadt. Die Eröffnung 2025 dürfte passé sein, ebenso die Kosten von 127 Millionen Euro.