Meine RegionMeine Artikel
AboAbonnieren

Infografik

Statistik zur Bevölkerung
Köln wächst nur durch Zuwanderung – die wichtigsten Entwicklungen im Überblick

Lesezeit 4 Minuten
Der Blick vom Hansahochhaus in Köln auf die Domstadt.

Der Blick vom Hansahochhaus in Köln auf die Domstadt.

Trotz geringer Geburtenrate wuchs Kölns Bevölkerung 2024 durch Zuzug, vor allem aus dem Inland, auf über 1,09 Millionen Menschen. Weiterhin verlassen viele Familien die Stadt.

Köln wächst weiter. Zum 31. Dezember 2024 lebten 1.097.519 Menschen in der Stadt – so viele wie nie zuvor. Damit hatte Köln 1999 Einwohner mehr als im Vorjahr – ein leichtes Plus von 0,2 Prozent. Das geht aus dem neuen Bevölkerungsbericht des städtischen Statistikamts hervor. 7046 Menschen waren mit Nebenwohnsitz in der Stadt gemeldet. Ein Überblick über die wichtigsten Entwicklungen.

Geburten: Die Zahl der neugeborenen Kölnerinnen und Kölner ist im vergangenen Jahr um 146 auf 9145 gestiegen. Damit ist der seit dem Jahr 2021 andauernde Geburtenrückgang vorerst gestoppt (siehe Grafik). 2023 waren in Köln nur noch 9099 Kinder zur Welt gekommen – ein Rückgang um 7,3 Prozent und die niedrigste Geburtenzahl seit 1986. Nun gab es ein leichtes Plus von 1,6 Prozent. Den bisherigen Höchststand an Geburten hatte Köln im Jahr 2016 mit 11.810 Neugeborenen erlebt.

Sterbefälle: Voriges Jahr starben 10.485 Kölnerinnen und Kölner – 96 weniger als im Jahr 2023. Jedoch wurden in der Stadt 1340 Kinder weniger geboren als Einwohner gestorben sind. „Zum dritten Mal in Folge gab es somit eine negative natürliche Bevölkerungsentwicklung“, bilanziert die Stadtverwaltung.

Wachstum durch Zuzug: Dass Köln trotzdem weiterhin wachse, liege ausschließlich an einem Wanderungsplus aus Zu- und Fortzügen in Höhe von 2818 Personen, erläutert das Statistikamt. 2024 seien 59.244 Menschen nach Köln umgezogen, während 56.426 der Stadt den Rücken gekehrt hätten.

Die Entwicklung der Kölner Bevölkerung

Die Entwicklung der Kölner Bevölkerung

Zuzug aus Deutschland: Zum ersten Mal seit 2018 zogen im vorigen Jahr innerhalb Deutschlands mehr Personen nach Köln als von dort weg – und zwar exakt 19 Personen. Der Trend, dass die Stadt Einwohner an das Umland verliert, weil dort die Mieten günstiger sind, schwächte sich etwas ab. Das Wanderungsminus mit der angrenzenden Wohnungsmarktregion betrug 3929 Personen (Vorjahr: 4271 Personen). Dafür nahmen die Zuzüge aus dem übrigen Nordrhein-Westfalen nach Köln um 10,4 Prozent auf 16.242 Personen zu, der Wanderungssaldo stieg von minus 1008 auf plus 855 Personen. Auffällig ist, dass immer mehr Familien mit Kindern aus der Stadt ins Umland ziehen, unter anderem weil sie in Köln keine bezahlbare Wohnung finden. In den familienrelevanten Jahrgängen unter 18 Jahren sowie von 30 bis 45 Jahren verließen voriges Jahr 4024 Personen mehr die Stadt als hierher zogen. 2023 betrug das Wanderungssaldo minus 3359.

Zuzug aus dem Ausland: Die Zuzüge aus dem Ausland nach Köln gingen 2024 um fast 1800 auf 19.457 Personen zurück. Die meisten der Zugewanderten stammten wie in den Jahren 2023 und 2022 aus der Ukraine, insgesamt waren es 2117 Personen. An zweiter Stelle lag die Türkei mit 1599 Zuzügen, gefolgt von Syrien mit 1429 Zuzügen.

Aus Italien kamen 711 Menschen nach Köln, aus Bulgarien 642 und aus Indien 588. Auf den weiteren Plätzen unter den Top Ten der Zuzugsländer folgen Spanien (574), der Iran (523), Rumänien (522) und Afghanistan (507).

Altersentwicklung: Die Zahl der in Köln lebenden Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren sank um 1198 auf 174.836. Auch die Zahl der Einwohner zwischen 18 und 59 Jahren ging um 1892 auf 653.646 zurück. Dagegen legte die Zahl der älteren Kölnerinnen und Kölner ab 60 Jahre um 5089 Personen auf 269.037 zu. Bei den Zuzügen war die Gruppe der 18- bis 29-Jährigen die einzige mit einem Wanderungsplus, hier kamen 9233 mehr nach Köln als die Stadt verließen. Das Durchschnittsalter stieg leicht auf 42,5 Jahre (2023: 42,4).

Mehr Frauen: Ende 2024 lebten 561.670 Frauen und 535.849 Männer in Köln. Es gab also 25.821 mehr Frauen als Männer, sie stellen 51,1 Prozent der Kölner Bevölkerung.

Migrationshintergrund: 42,7 Prozent der Kölner haben laut Statistikamt eine Zuwanderungsgeschichte – 0,3 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Bei Kindern und Jugendlichen beträgt der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund rund 60 Prozent. 21,2 Prozent der Kölner haben keinen deutschen Pass (2023: 20,9 Prozent)