Fast sieben Jahre nach der Idee für eine Prüfung des sowohl oberirdischen Ausbaus als auch einer Tunnellösung gibt es dazu noch immer kein Votum.

Ost-West-Achse in KölnWieder fehlt es an Mut zur Entscheidung – das ist blamabel

90 Meter lange Bahnen sollen künftig auf der Ost-West-Achse durch die Stadt fahren, entweder ober- oder unterirdisch.
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Falls noch jemand darauf gehofft hat, dass der Rat der Stadt eine Entscheidung über den Ausbau der Ost-West-Achse treffen würde: Er wurde erneut enttäuscht. Fast sieben Jahre nach der Idee für eine Prüfung des sowohl oberirdischen Ausbaus als auch einer Tunnellösung gibt es dazu noch immer kein Votum. Das ist blamabel. Sichere Mehrheiten fanden sich stets nur für die Vertagung der Entscheidung. Und das, obwohl es nicht an der Einsicht mangelt, dass Köln den Nahverkehr in großen und nicht mehr nur in Trippelschritten entwickeln muss. Es fehlt auch nicht an Kompromissvorschlägen, die in die eine wie die andere Richtung diskutiert worden sind.
Nur an Mut zur Entscheidung, da fehlt es überall. Dass mit der XXL-Variante eines Tunnels von Melaten bis Deutz noch einmal ein ganz neuer Vorstoß unternommen wurde, wirkt alles andere als vertrauensbildend. Zumal die Tunnelbefürworter von CDU, FDP und SPD nun mit dem Verweis auf die Förderrichtlinien wieder eine abgespeckte Variante einreichen wollen. Und das knapp ein Jahr nachdem die Verwaltung die Vorlage für beide Ausbauvarianten vorgelegt hat. Fristen und Fördermöglichkeiten für den Stadtbahnausbau sind seit langem bekannt.
Dass sich das Zeitfenster nun langsam schließt, dürfte niemanden überraschen. Doch ist in den Hinterzimmergesprächen so oft die Richtung gewechselt worden, dass nun gar kein Kurs mehr erkennbar ist. Klar ist: Wer den öffentlichen Nahverkehr stärken will, muss entscheiden. Und zwar schnell. Koeln@kr-redaktion.de