Viele NS-Überlebende in der Ukraine sind zu alt, um vor dem aktuellen Krieg zu fliehen. Die Bethe-Stiftung erhöht nun Spenden für diese Menschen.
Hilfe für die UkraineKölner Stiftung verdoppelt Spenden für NS-Überlebende

Voller Tatendrang sind die Unterstützer der Initiative, um den Menschen in der Ukraine zu helfen.
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Die prekäre Situation der Menschen in der Ukraine habe sich zuletzt immer weiter verschärft, erklärt Janna Petersen, Koordinatorin beim „Hilfsnetzwerk für Überlebende der NS-Verfolgung in der Ukraine“. Zum einen würden die Preise für Lebensmittel und Medikamente weiterhin in die Höhe schießen. Aber auch die russischen Angriffe auf die Energieinfrastruktur seien ein schwerwiegender Faktor: „Es gibt stundenlange Stromausfälle, keine Heizung, kein Licht. Das ist gerade für ältere Menschen eine totale Belastung“, erklärt Petersen.
Die Kölner Bethe-Stiftung unterstützt mit einer Spendenaktion das „Hilfsnetzwerk für Überlebende der NS-Verfolgung in der Ukraine“. Die Stiftung will ab dem 10. Dezember jede eingegangene Spende bis zu einem Gesamtbetrag von 10.000 Euro verdoppeln. Das Hilfsnetzwerk ist ein Zusammenschluss von Gedenkstätten und Stiftungen, welches NS-Überlebende in der Ukraine seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs mit finanziellen Hilfen und Sachspenden unterstützt.
Spendenverdopplung der Bethe-Stiftung: Lob für unbürokratisches Vorgehen
In der Ukraine gibt es zehntausende Überlebende des nationalsozialistischen Regimes. Zum einen leben dort rund 10.000 Holocaustüberlebende. Aber auch ehemalige Zwangsarbeiter und deren Kinder zählen dazu. Die heute meist hochbetagten Menschen sind oft zu alt, um vor den russischen Angriffen zu fliehen und sind deswegen auf humanitäre Hilfe angewiesen.
Martin Hamburger ist Vorstandmitglied bei der Bethe-Stiftung und lobt das unbürokratische Vorgehen des Hilfsnetzwerks. Er glaubt, dass so die Spendenbereitschaft der Menschen erhöht werde: „Da helfe ich ja einem Menschen, der ein Gesicht hat“, sagt Hamburger. Ihm ist es ein wichtiges Anliegen, die Ukrainerinnen und Ukrainer mit seiner Stiftung zu unterstützen: „Man bekommt ja jeden Tag mit, wie die Situation der Menschen immer katastrophaler wird. Und deswegen haben wir gesagt, dass wir auch ein Zeichen setzen müssen.“