Die Stadt sucht dringend ein Interim für die Feuerwache Innenstadt während des Neubaus. Mögliche Parklösung stößt auf Kritik.
Neubau in Kölner InnenstadtSchwierige Suche nach Ausweichquartier für Kölner Feuerwache

So soll der Neubau der Feuerwache Innenstadt aussehen.
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Die Lage ist brenzlig für die Feuerwache Innenstadt. Dass das Gebäude aus dem Jahr 1962 dringend erneuert werden muss, ist seit langem bekannt. Das Problem: Wohin mit den rund 160 Einsatzkräften, dem Gerät und den Fahrzeugen während der Bauzeit? Nachdem die ehemalige Kaufhof-Zentrale nicht mehr infrage kommt, prüft die Stadt andere Örtlichkeiten. Dort sollen die Aufenthalts,- Sozial- und Arbeitsräume für die Einsatzkräfte in standardisierten Büro- und Raumcontainer oder Modulbauweise erstellt werden. Die angrenzenden Wagenhallen sollen Fahrzeughallen in Leichtbauweise sein.
Die Stadt teilt auf Nachfrage mit: „Das Bauprojekt zum Neubau der Feuer- und Rettungswache 1 befindet sich derzeit in der Planungsphase. Die Realisierung der Baumaßnahmen hängt auch von der Umsetzung einer Interims-Feuer-/Rettungswache ab.“ Die Prüfung möglicher Standorte erfolge unter Berücksichtigung der Schutzziele für den Brandschutz, die Technische Hilfe und den Rettungsdienst. Bei der Analyse der Standorte würden unter anderem wirtschaftliche und baurechtliche Belange sowie der Klima- und Naturschutz berücksichtigt.
BUND kritisiert Interimsstandort im Max-Dietlein-Park
Während die Stadt mit Verweis auf die laufende verwaltungsinterne Abstimmung keine konkrete Auskunft über die untersuchten möglichen Übergangsquartiere gibt, schlägt die Naturschutzorganisation BUND bereits Alarm. „Die beiden zuständigen Dezernenten Andrea Blome (Feuerwehr) und Markus Greitemann (Gebäudewirtschaft) favorisieren im Verwaltungsvorstand die Feuerwache 1 samt Fahrzeugen als Interimsstandort in den Max-Dietlein-Park neben St. Pantaleon, einer der ältesten romanischen Kirchen einzurichten", teilt Jörg Frank für den BUND Köln mit.
Der BUND lehnt ein Interim der Feuerwache 1 im Park strikt ab. Dem Vernehmen nach gebe es dafür Unterstützung durch den Klimaschutz- und Umweltdezernenten William Wolfgramm. „Die Sache ist also noch nicht entschieden und die Verwaltung sollte von diesem Unterfangen Abstand nehmen.“, erklärt Jörg Frank.
Entscheidung soll im ersten Halbjahr 2025 fallen
Klar ist, dass die Zeit drängt. „Die Stadtverwaltung strebt eine kurzfristige Standortentscheidung an, damit der Politik noch in der ersten Jahreshälfte 2025 eine entsprechende Beschlussvorlage vorgelegt werden kann“, teilt eine Sprecher mit.
Ursprünglich wurde die Feuerwache Innenstadt vor mehr als 60 Jahren für 59 Einsatzkräfte angelegt. Mehr als doppelt so viele arbeiten dort inzwischen. Aufgrund stetig steigenden Einsatzaufkommens wird die Zahl weiter wachsen. Im vergangenen Jahr gab es 33539 Einsätze.
Die Feuer- und Rettungswache in der Kölner Innenstadt gehört zu den am häufigsten alarmierten Wachen im Stadtgebiet. Ihr zentraler Standort im Einsatzschwerpunkt Innenstadt ermöglicht nicht nur kurze Fahrzeiten im eigenen Einsatzgebiet, sondern auch schnelle Unterstützungsmöglichkeiten für benachbarte Feuer- und Rettungswachen. Außerdem ist die Wache in Zeiten von Karneval, Marathon, Kölner Lichter, Radrennen oder ähnlichen Großveranstaltungen in der Lage, mit zusätzlich stationierten Mitarbeitenden und Fahrzeugen das Einsatzgeschehen in der abgeschnittenen Innenstadt autark zu bewältigen.
Die Belegung der ehemaligen Kaufhof-Zentral wird nach Auskunft der Stadt weiter ausgearbeitet. Dienststellen, die unter anderem dort einziehen sollen, sind das Kundenzentrum Innenstadt, ein Teil des Ausländeramtes (Einbürgerung) und das Standesamt. Noch nicht konkret zugeordnete Flächen der ehemaligen Kaufhofzentral in der Leonhard-Tietz-Straße werden derzeit unter Berücksichtigung eines geplanten stadtweiten Desksharings analysiert und passende Dienststellen geprüft.