Das Pilotprojekt einer autofreien Deutzer Freiheit sorgt nicht bei allen Kölnern für Begeisterung. Die Stadt möchte den Verkehrsversuch jedoch weiterhin fortsetzen.
Trotz massiver KritikStadt will weiter an autofreier Deutzer Freiheit festhalten

Die Deutzer Freiheit soll noch bis Sommer 2023 autofrei bleiben.
Copyright: Stefan Worring
Für einige Unternehmer auf der Deutzer Freiheit ist der Verkehrsversuch und die damit verbundene Umwandlung in eine Fußgängerzone bereits gescheitert. Anlieger und Eltern dagegen bewerteten die Situation gut, wie die Rundschau von einer Bürgerversammlung zu dem Thema berichtete. Nun meldet sich die Stadt zu Wort, die mitteilt, dass der Verkehrsversuch auf der Deutzer Freiheit wie geplant bis zum Sommer 2023 fortgeführt werden soll. Nach wie vor sei vorgesehen, die Bezirksvertretung Innenstadt im nächsten Juni über den Versuch entscheiden zu lassen. Eine erste Bilanz mit einer ausführlichen Befragung und Verkehrszählungen soll schon im Frühjahr erfolgen.
Autofreie Deutzer Freiheit: Rund 60 % zufrieden mit Pilotprojekt
Eine Auswertung einer ersten Umfrage der Universität Bochum zu den aufgestellten Stadtterrassen liegt derzeit noch nicht vor. Im Rahmen dieser Umfrage wurde aber auch ein erstes Stimmungsbild zum Verkehrsversuch eingeholt. Rund 60 Prozent der Befragten gaben laut Stadt an, dass sich die Aufenthalts- und Lebensqualität auf der Deutzer Freiheit durch den Verkehrsversuch verbessert oder sogar deutlich verbessert habe. Rund 2000 der 2700 Befragten gaben Deutz als Wohn- oder Standort an, so die Verwaltung.
Wie weit die Meinungen dazu jedoch auseinander gehen, zeigte der Antrag eines Geschäftsmanns, der den sofortigen Abbruch des Verkehrsversuchs forderte. Die Verwaltung empfiehlt nun, „die Ergebnisse der mit dem Verkehrsversuch verbundenen Untersuchungen im Frühjahr 2023 abzuwarten sowie in gemeinsamer Abstimmung mit den Beteiligten Maßnahmen zur Nachsteuerung zu entwickeln und kurzfristig umzusetzen.“
Um Nachbesserungen gezielt voranzutreiben, sollen Gespräche zwischen Verwaltung, Politik und beteiligten Initiativen stattfinden. Die Maßnahmen, die aus den Fachgesprächen hervorgehen, sollen von der Verwaltung kurzfristig geprüft werden. Rückkehr der Stadtterrassen und neue Absperrungen Zur Erhöhung der Aufenthaltsqualität sei geplant, dass ab Dezember die Stadtterrassen auf die Deutzer Freiheit zurückkehren. Es handele sich um unterschiedliche, teils bepflanzte Module für eine temporäre Straßenmöblierung. Diese sind ein Leihangebot des „Zukunftsnetz Mobilität NRW“, in dem die Stadt Köln Mitglied ist.
Gleichzeitig will die Stadt ab Donnerstag, 1. Dezember, wieder Absperrbaken in den Einfahrten zur Deutzer Freiheit aufstellen. Anwohner hatten kritisiert, dass dort weiterhin Autos in die Fußgängerzone fahren und besonders abends auch parken. Die Absperrungen werden laut Stadt für den Lieferverkehr morgens bis 6 Uhr geöffnet und um 11 Uhr geschlossen.