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Nachhaltigkeit und EffizienzKölner Start-Up setzt auf Mieten statt kaufen

Lesezeit 4 Minuten
Im Stadion: Wilke Stroman (l.) und Pascal Göllner fiebern für den FC.

Im Stadion: Wilke Stroman (l.) und Pascal Göllner fiebern für den FC.

„Greendevice“ und „mobilezone“ ermöglichen Unternehmen eine nachhaltige Digitalisierung. Ihre Partnerschaft liefert Unternehmen IT-Equipment und Software, wobei viele Geräte „refurbished“ sind.

Wie schaffe ich es als Unternehmensleiter, Kosten zu sparen, die Umwelt zu schonen und auch noch geschickt meine Firma im IT-Bereich zu modernisieren? Zwei Kölner CEOs, Wilke Stroman von „mobilezone Deutschland“ und Pascal Göllner, Gründer der „greendevice business GmbH“, haben sich im September zu einem gemeinsamen Schritt entschlossen, der aktuell wegweisend für viele Unternehmen ist und eine Lösung für die Knappheit an IT-Ressourcen darstellen könnte.

Lücke in Kölner Unternehmen

Oft fehlt es in Firmen an mobilen Endgeräten wie Smartphones, Tablets oder Laptops – sowohl in den Büros als auch für das Homeoffice. Damit diese nicht kostenintensiv und umweltbelastend neu produziert und gekauft werden müssen, wird vom Kölner Startup „greendevice“ an Unternehmen und Kunden Software und Hardware vermittelt sowie ein kompletter Arbeitsplatz eingerichtet. Göllner erläutert das Konzept des 2017 von ihm mit seinem Partner Mete Aysu gegründeten Startups: „Wir überlassen unseren Kunden in einer monatlichen Miete mit komplettem Service die Geräte — von Smartphones über Laptops bis zur Software. Für die Hardware haben wir seit September einen Partner an unserer Seite.“

Dieser Partner ist „mobilezone“. Das Telekommunikationsunternehmen hat seinen Sitz in Köln, vermarktet Mobilfunkverträge und mobile Endgeräte. Die Geräte und Software, welche Mobilezone für „greendevice“ bereitstellt, sind mehr als namhaft, wie Stroman, Co-CEO der „mobilezone Holding“, betont: „Wir sind eine der wenigen Firmen in Deutschland, die einen Apple-Direktvertrag haben — nur vier oder fünf Firmen hierzulande können bei Apple direkt Produkte beziehen. Wir kommen also meist ein bisschen schneller an die neuesten iPhones und haben auch Preisvorteile.“ Nach eigenen Angaben verkauft mobilezone jährlich rund 800 000 Handys.

Umweltschutz und Nachhaltigkeit

Vor allem der Umweltschutz und das Thema Nachhaltigkeit werden bei derartigen Partnerschaften unterstrichen. Greendevice kauft nicht nur neue Geräte von Mobilezone auf, sondern renoviert und verkauft Smartphones an seine Kunden der Begriff „refurbished“ steht dafür. Greendevice können jedoch die große Nachfrage nicht immer sofort stillen: „Wir haben aktuell sehr viele große Kundenprojekte vor der Brust. Diese können wir nicht bewerkstelligen, wenn wir nicht jemanden im Hintergrund haben, der uns den Zugang zur Hardware ermöglicht“, erläutert Göllner. Mobilezone“ eilt daher regelmäßig „greendevice“ zur Hilfe. Was genau wird bereitgestellt? „Wir reden von Smartphones und komplettem Zubehör, Laptops und Tablets oder Monitoren.“, so Stroman. Sobald diese bei „greendevice“ in Ossendorf angekommen sind, gibt es viel zu tun. „Wir gehen davon aus, dass wir im nächsten Jahr über 25 000 Devices, also unterschiedlichste Geräte, an die Kunden liefern werden – viele davon refurbished“, erklärt Göllner. „Die Menge des weltweiten Elektroschrotts ist jedes Jahr fünfmal höher als der Kölner Dom – dem wollen wir entgegenwirken.“

Aufbereitetes nutzen statt alles neu kaufen

Auch der zunehmende Fachkräftemangel nicht nur in Deutschland und der steigende Druck auf interne IT-Ressourcen haben dazu geführt, dass das Prinzip des Aufbereitens und der Bereitstellung von digitalen Endgeräten weiter an Bedeutung gewinnt. Zudem sorgt die immer größer werdende Bedeutung des Homeoffice dafür, dass Abläufe in den Unternehmen noch digitaler geworden sind als sie es vor der Corona-Pandemie bereits waren.

„Greendevice“ profitiert auch von diesen Entwicklungen, wie Göllner erklärt: „Mancher Mitarbeiter geht kaum noch ins Büro. Das heißt, wenn ein Gerät nicht funktioniert, hat man nicht mehr die Möglichkeit, sofort zu reagieren. Ein großer Handelskonzern aus Köln ist unser größter Kunde – dort ist man froh, dass wir uns auch um deren Mitarbeiter im Homeoffice kümmern.“

Einer der großen Beiträge von „greendevice“ ist also die Instandhaltung auch abseits der Firmensitze. „Die Komponenten werden dabei nicht bezahlt oder geleast, stattdessen ist ein monatlicher Betrag über den Nutzungszeitraum hinweg zu entrichten“, erklärt Göllner das Geschäftsmodell: „Wir haben die Möglichkeit, innerhalb eines Monats für bis zu 10 000 Geräte zu sorgen“.

Der Standort Köln wurde vom Startup nicht zufälligerweise gewählt. „Wir sind als Unternehmen bewusst mit der Stadt Köln verwurzelt und verbunden.“ Und so will man in Ossendorf am Butzweilerhof bleiben – mit dem Ziel, Elektroschrott weiter zu verringern.