Mit dem sogenannten „Officehome Spark“ soll an der Altenberger Straße ein moderner, lichtdurchfluteter Bürobau entstehen.
Hochbunker-Rückbau noch in diesem JahrBürobauprojekt am Breslauer Platz soll bald starten

So soll das künftige Bürogebäube namens „Spark“ an der Altenberger Straße aussehen.
Copyright: Astoc Architects and Planners
Nachdem die Raiffeisen Waren-Zentrale Rhein-Main (RWZ) ihren neuen Bürostandort in Marienburg bezogen hat, bleibt die Frage offen, wann der Rückbau des früheren Hochbunkers an der Ecke Domstraße/Altenberger Straße beginnt. Der Kölner Projektentwickler Pandion ist seit 2023 neuer Eigentümer des Objekts am Breslauer Platz. Mit dem sogenannten „Officehome Spark“ soll dort ein moderner, lichtdurchfluteter Bürobau entstehen. Wie Pandion auf Anfrage der Rundschau mitteilte, könnte der Rückbau bald starten.
Noch befindet sich der Bauantrag in Vorbereitung, der Investor geht davon aus, die Baugenehmigung im nächsten Jahr zu erhalten. Als das Projekt im November 2023 der Öffentlichkeit präsentiert wurde, ging man von einer Fertigstellung 2028 aus. Nun erklärt eine Sprecherin der Pandion: „Die Rückbauarbeiten sollen in der zweiten Jahreshälfte 2025 beginnen, so dass der Neubau voraussichtlich ab Ende 2028/ Anfang 2029 fertiggestellt sein wird.“ Eine Baugenehmigung in Köln kann allerdings auch mal länger dauern, zumindest ist das die Kritik, die immer wieder von Bauherren und auch der Kommunalpolitik kommt.
Hochbunker wurde 1942 fertiggestellt
Mit dem Rückbau des derzeitigen Gebäudes verschwinden auch die letzten Überbleibsel des früheren Baus von Architekt Wilhelm Riphahn aus dem Zentrum. Der Architekt, der nach dem Krieg weitreichend am Wiederaufbau der Stadt beteiligt war, entwarf einen Bunker mit Nachnutzungspotenzial. Der 1942 fertiggestellte Hochbunker hatte mehr als 4000 Schutzplätze für die Kölnerinnen und Kölner. Das Gebäude war jedoch so konzipiert, dass es durch kleine Umbaumaßnahmen zur Hochgarage umfunktioniert werden konnte. Folglich ging einige Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1951 die „Dom-Garage“ in Betrieb. Diese blieb bis 1965, anschließend gab es zahlreiche Überlegungen für eine Weiterverwendung, wie das Kölner Institut für Festungsarchitektur auf einer Webseite zum Hochbunker zusammengetragen hat.
Bis in den einstigen Bunker Büros einzogen, dauerte es noch weitere 34 Jahre. Erst 1985 gab der Bund seine Pläne für den Erhalt von Schutzräumen im Rahmen der Zivilschutzbindung auf. Die RWZ erwarb Grund und Bauwerk, dabei soll sie bereits seit 1960 immer wieder versucht haben, das Gebäude zu erwerben. Als dies endlich gelang, nutzte die RWZ in den unteren drei Etagen den Bau wieder als Garage, diesmal für die eigenen Firmenfahrzeuge. Und sie stockte um zwei Bürogeschosse auf. Als Schutzraum ist der Bau seitdem nicht mehr erkennbar, mit dem geschickten Einsatz einer verspiegelten Glasfassade erhielt der erweiterte Bau eine moderne Hülle und ein komplett neues Aussehen.
Die neue Visualisierung, die den Blickwinkel von den S-Bahngleisen des Hauptbahnhofs aus zeigt, macht deutlich, dass statt dem blickdichten Würfel nun ein heller, abgerundeter Bürokomplex mit Glasfassaden entstehen soll. Insgesamt will Pandion dort rund 600 Arbeitsplätze auf einer Grundfläche von rund 11.000 Quadratmetern realisieren. Der siebengeschossige Bau, der nach den Entwürfen der Planer und Architekten des Kölner Unternehmens Astoc entstehen wird, soll im Untergeschoss über Parkplätze verfügen. Alle Etagen verfügen über Freiflächen. Das Dachgeschoss soll eine mehr als 200 Quadratmeter große Dachterrasse mit Blick auf Hauptbahnhof und Dom erhalten.
Große Bürobauprojekte im Kunibertsviertel
In der Altstadt-Nord laufen parallel zwei Großprojekte. Neben dem Rückbau des früheren Riphahn-Hochbunkers am Breslauer Platz läuft unweit entfernt die Modernisierung der früheren AOK-Zentrale. Bei dem Projekt mit dem Namen „MACO1927“ führt Investor Art-Invest eine nachhaltige Revitalisierung an der Ecke Turiner Straße/Machabäerstraße durch. Der Bürobau ist bereits komplett eingerüstet.

Visuelle Darstellung der Modernisierung der früheren AOK-Zentrale an der Machabäerstraße.
Copyright: Stefan Schilling/bloomimages
Das Bürogebäude von 1926 wird dabei, wie die Rundschau berichtete, nicht nur modernisiert, sondern auch erweitert. Denn der Originalbau reicht nicht bis an die Turiner Straße heran. Der Gebäuderiegel an der Machabäerstraße (helle Fassade auf dem Bild) reicht bis zur Straße, der Gebäudeteil entlang der Turiner Straße hat noch einen Versatz von einigen Metern nach hinten. Dieser soll aufgefüllt werden, wie die Visualisierung zeigt. Zudem ist ein Penthousegeschoss geplant. Die Erweiterungen erfolgen in Holzbauweise.
Mit zwei unterschiedlichen Fassaden einmal Holz, einmal Klinker sorgen die Architekten von Caspar dafür, dass die Gebäuderiegel des Komplexes klar auseinanderzuhalten sind. Entlang der Machabäerstraße sollen die Geschoss-hohen Glasportale an den Originalbau erinnern.