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GefahrenKölner zeigen Falschparker häufig an – Debatte nach Feuer in Gremberg

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Falschparker können Rettungseinsätze behindern.

Nachdem bei einem Brand in Humboldt-Gremberg Einsatzkräfte durch Falschparker behindert wurden, ist eine Debatte über solches Fehlverhalten entbrannt.

Aus verschiedenen Stadtteilen werden gefährliche Park-Manöver gemeldet. So berichtet Helmut R. aus Neubrück gegenüber der Rundschau, dass er sich Sorgen darum macht, was im Fall eines Brandes in seiner Wohnsiedlung passiere. Am Thomas-Dehler-Weg gebe es Absperr-Poller, die von der Feuerwehr im Notfall entfernt werden können.

Davor würden aber regelmäßig vor allem Lieferfahrzeuge längere Zeit parken. „Ich möchte nicht, dass meinen Enkeln etwas passiert, wenn es brennt“, ärgert er sich über die rücksichtslos Parkenden. Eingaben beim städtischen Ordnungsamt sind seinen Angaben zufolge bisher nicht beantwortet worden.

„Fremdanzeigen“ von Bürgern

Tatsächlich bekommt die Stadtverwaltung regelmäßig Hinweise aus der Bürgerschaft, wenn Feuerwehrzufahrten zugeparkt werden oder Straßen so eng von abgestellten Fahrzeugen besetzt sind, dass Einsatzwagen nicht mehr durchkämen.

Eine Seltenheit sind solche Meldungen offenbar nicht: Allein in diesem Jahr seien schon rund 9.400 „Fremdanzeigen“ bei der Bußgeldstelle des Ordnungsamtes eingegangen, erklärte eine Sprecherin. Mit dem Fachbegriff werden die Hinweise bezeichnet, die nicht von den städtischen Ordnungskräften selbst erfasst werden.

Im vergangenen Jahr wurden mehr als 40.000 Fremdanzeigen registriert, während insgesamt mehr als 20.000 amtliche Verwarnungen wegen Behinderung des Straßenverkehrs ausgesprochen wurden.

Kontrollfahrten ohne festen Phythmus

„Immer wieder“ würden Feuerwehr und Ordnungsamt auch in ausgewählten Stadtvierteln Kontrollfahrten machen, um zu schauen, ob die großen Leiterwagen im Notfall durchkämen. Einen festen Rhythmus gibt es dafür nach Angaben der Stadt aber nicht. Nach solchen Einsätzen würden die festgestellten Probleme ausgewertet, in der Folge zuweilen Schilder oder Markierungen verändert.

Zahlen dazu, wie häufig so etwas vorkommt, werden bei der Stadtverwaltung nicht erfasst. Ebenfalls in loser Folge würden Kampagnen gestartet, um die Bürger für die Gefahren des Falschparkens zu sensibilisieren. Zuletzt sei das 2021 und 2023 der Fall gewesen.

Im Fall des aktuellen Brandes von Humboldt-Gremberg wird es für den Falschparker, der die Rettungskräfte massiv behindert haben soll, wohl nicht bei einem „Knöllchen“ bleiben.

Nicht das Ordnungsamt, sondern die Polizei habe den Fall noch vor Ort aufgenommen, erklärte die Stadt-Sprecherin. Nun werde sich voraussichtlich die Staatsanwaltschaft mit dem Sachverhalt beschäftigen.