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Anklage in KölnObdachloser im Schlaf attackiert – Habseligkeiten in Flammen

Lesezeit 2 Minuten
Ein Polizei-Absperrband (symbolfoto)

Ein Obdachloser war im Juni attackiert worden. Nun wurde Anklage gegen einen ebenfalls obdachlosen Mann erhoben.

Ein obdachloser Mann erlitt schwere Verbrennungen, als ein anderer Obdachloser seine Habseligkeiten in Köln anzündete und flüchtete. Nun wurde Anklage erhoben.

Der Angriff geschah im Schlaf. Ein Obdachloser (43) hatte sich auf der Breite Straße auf eine Parkbank zur Ruhe gelegt, als plötzlich seine Habseligkeiten lichterloh brannten. Bei dem Versuch, das Feuer zu löschen, zog sich das Opfer Verbrennungen zweiten Grades zu. Zu dem gravierenden Vorfall kam es im Sommer 2023. Nun hat die Kölner Staatsanwaltschaft Anklage wegen fahrlässiger Körperverletzung und Diebstahl erhoben. Der Beschuldigte (48) soll ebenfalls ein Obdachloser sein, teilte die Polizei mit. Am 12. Februar 2025 beginnt laut Amtsgericht der Prozess. Die Tat geschah in der Nacht zum 20. Juni 2023. In der Anklage ist von einer erheblich verminderten Schuldfähigkeit des Tatverdächtigen die Rede.

Mit Koffer des Opfers geflüchtet

Unweit des Tatorts an der Ecke Breite Straße/Mörsergasse nahmen Polizisten nach einer Fahndung den Verdächtigen fest. Bei ihm stellten sie einen Koffer mit persönlichen Gegenständen des 43-Jährigen sicher. Das Opfer hatte laut Anklage seine Habseligkeiten mit einer Schnur an der Parkbank gesichert. Doch der Angeklagte soll mit einem gezündeten Feuerzeug die Befestigung durchtrennt haben. „Dem Festgenommenen wird vorgeworfen, gegen 4.15 Uhr an der Schlafstätte des Geschädigten Feuer gelegt und anschließend mit dem Koffer geflüchtet zu sein“, teilte damals ein Polizeisprecher mit. Der 43-Jährige habe auf einer Bank neben seinen Sachen geschlafen. Bei dem Versuch, die Flammen zu löschen, zog er sich Brandverletzungen zu, die in einem Krankenhaus versorgt wurden. Das Opfer war in der Nacht mit einem Rollstuhl und Krücken unterwegs. Diese Gehilfen hatte der Mann neben der Parkbank abgestellt und war dann eingeschlafen. Der Tatverdächtige kam in Untersuchungshaft, dort sitzt er mittlerweile nicht mehr ein, hieß es vom Amtsgericht.

Laut Polizei und Bundespolizei kommt es in Köln immer wieder vor, dass Obdachlose sich im Streit um ihre Habseligkeiten verletzen. Als Tatorte wurden der Hauptbahnhof, Breslauer Platz oder der Eigelstein genannt. Auch am Neumarkt sei es in den vergangenen Monaten zu derartigen Vorfällen gekommen.