Carsten Henn hat im Phantasialand ein afrikanisches Restaurant getestet, das man auch ohne Eintritt in den Park besuchen kann.
Henns GeschmackssacheDas „Bantu“ im Phantasialand steht allen offen

Das große Gebäude sorgt für einen spektakulären ersten Eindruck.
Copyright: Martina Goyert
Eigentlich ist die Reservierung im Restaurant „Bantu – The African Lounge“ ganz einfach – wenn man es geschafft hat, sich durch die Seiten der Phantasialand-Homepage bis zum entsprechenden Formular zu klicken. Schwierig wird es, wenn man sich kurzfristig entschließt einen Abend dort zu verbringen. Das geht über das Formular nicht, und die Telefonnummer erreicht man abends nicht mehr. Aber nachdem ich ein bisschen gegoogelt hatte, fand ich die direkte Telefonnummer des Hotels Matamba und alles war kein Problem.
Reise nach Afrika: Durch tropische Gärten geht es zum Bantu
Das große, im afrikanischen Stil errichtete Gebäude hat etwas Surreales. Um zum Restaurant zu gelangen, muss man durch die Lobby und den tropischen Garten. Dort angekommen, wusste das Personal weder von einer Reservierung noch dass Nicht-Hotelgäste überhaupt bei ihnen speisen dürfen – war dann aber sehr freundlich und entgegenkommend. Innen sitzt man in einer hohen, reetgedeckten Lodge, die mit viel Holz erbaut wurde, ich entscheide mich aber für einen der Tische draußen, leise läuft afrikanische Musik.
Für ein Restaurant wie das Bantu ist eine oft wechselnde, saisonale Speisekarte überflüssig, denn die meisten Gäste essen vermutlich nur einmal während ihres Hotel-Aufenthalts hier. Sieben Vorspeisen (sowie ein gemischter Vorspeisenteller), sechs Hauptgerichte und drei Desserts finden sich auf dem Menü. Eine Weinkarte gibt es auch, mit rund 30 Tropfen, größtenteils aus Südafrika, auch von Spitzenbetrieben wie Mullineux oder Kanonkop. Und für alle die Hopfen vorziehen: ein afrikanisches Bier wird ebenfalls angeboten.
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Schnelles Essen, welches meist gut gelingt
Zuerst erhält jeder Gast hausgebackenes Naanbrot und Olivenöl. Bei den Vorspeisen gelingt manches – wie die knusprigen Brickteigröllchen mit Spinat oder das Bananenchutney -, anderes dafür weniger, wie die geschmacklose Melktarte, der trockene Fisch oder der nach Gemüsebrühwürfeln schmeckende Mangold. Samosas mit Hähnchen gibt es auch, ein Gericht, das ursprünglich aus Indien und Pakistan stammt, aber unter anderem in Kenia populär ist.
Als Hauptgang bietet Zackenbarsch mit dünnen Apfelscheiben und Pflaumen eine spannende Kombi, bei der es gelingt, die fruchtig-süßen und herzhaften Aromen auszubalancieren. Beim Vanille-Kurkumaschaum werden die starken Komponenten gekonnt eingesetzt, der Fisch ist allerdings abermals zu lang gegart und noch dazu auf der falschen Seite angebraten.

Das Restaurant liegt im Hotel Matamba.
Copyright: Martina Goyert
Der vegetarische Hauptgang kombiniert gefülltes Pfannenbrot mit der arabischen Gewürzmischung Baharat und Butternusskürbis-Stew, das fein-süß und angenehm fluffig der Star des Gerichts ist, welches hart am Salz abgeschmeckt wurde.
Die Papaya Tarte zum Finale stellt sich als sehr feste Fruchtmasse mit weichem Teigboden heraus, die Eiskugel ist zu süß, aber der Wildfrucht-Sahne-Likör Amarula weiß zu überzeugen. Das Essen kommt stets schnell, Kinder können draußen spielen. Ein weiterer Pluspunkt für eine Reise nach Afrika: auch montags ist geöffnet.
Fazit: Eher routiniert als inspiriert, aber trotz Schwächen ein durchaus unterhaltsames kulinarisches Erlebnis.
Bewertung: 3 von 6 Punkten
Berggeiststraße 31-41. 50321 Brühl, Tel. 02232-36600, Mo, Do-Sa 18-22 Uhr | www.phantasialand.de

Das Pfannenbrot mit der arikanischen Gewürzmischung überzeugt.
Copyright: Carsten Henn
Henns Auswahl
- Sharing Tapas für zwei Gäste // 19,50 €
- Panbread & Kartoffel // 17 €
- Zackenbarsch & Apfel // 26 €
- Papaya Tarte // 14 €