Engelskirchener protestierenWiehler Gesamtschulpläne könnten vor Gericht landen

Die Umwandlung der Bielsteiner Sekundarschule bleibt umstritten.
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Engelskirchen/Wiehl – Die angestrebte Umwandlung der Bielsteiner Sekundarschule in eine Gesamtschule, die die Stadt Wiehl gegen den Widerstand ihrer Nachbarn durchsetzen will, treibt auch in Engelskirchen Politik und Verwaltung um. Wie berichtet, hat die Wiehler Politik einstimmig beschlossen, schon für das kommende Schuljahr die Umwandlung bei der Bezirksregierung zu beantragen.
Alle Nachbarkommunen lehnen das Ansinnen geschlossen ab. Auch die Gemeinde Engelskirchen habe bei Gesprächen im Vorfeld ihre „mehr als starken Bedenken“ geäußert, sagte Norbert Hamm, Stellvertreter des Bürgermeisters, nun im Rat. Denn eine Umsetzung des Wiehler Plans würde die „Sekundarschule im Walbachtal“ in Engelskirchen-Ründeroth gefährden.
Beide Kommunen haben denselben Gutachter
Engelskirchen ist gerade selbst dabei, den Schulentwicklungsplan fortzuschreiben. Das Expertenbüro, das damit beauftragt ist, ist dasselbe, das auch den Wiehler Plan erarbeitet, so Hamm. „Und der Gutachter schreibt im Schulentwicklungsplan der Stadt Wiehl auf Seite 137: Sollte eine Gesamtschule in Wiehl errichtet werden, hat das keinen Einfluss auf die Gemeinde Engelskirchen“, ließ Hamm den Gemeinderat wissen. Jetzt, so Hamm, frage er sich natürlich, was dieser Experte dann in den Engelskirchener Schulentwicklungsplan reinschreiben wird. „Das werden wir mit ihm noch erörtern.“
Das Thema bleibt spannend, denn die Bezirksregierung hat laut Hamm bereits im Vorfeld signalisiert, einen Wiehler Antrag auf Umwandlung in eine Gesamtschule ablehnen zu wollen. Das sei nach wie vor Sachstand.
Zeichen stehen auf Klage
Wenn die Bezirksregierung den Wiehler Antrag ablehnt, könnte die Stadt Wiehl gegen diese Ablehnung klagen, erörterte Hamm. Umgekehrt habe auch die Gemeinde Engelskirchen ein Klagerecht, wenn die Bezirksregierung dem Wiehler Antrag stattgeben würde. Möglich ist das, weil die Engelskirchener Sekundarschule als im Bestand gefährdet gilt, wenn Wiehl eine Gesamtschule bekäme. Hamm glaubt, dass die Zeichen in dieser Angelegenheit so oder so auf Klage stehen.
Auch ein von Wiehler Seite an Engelskirchen herangetragener Kompromiss trifft an der Agger nicht auf Zustimmung. Engelskirchen, so eine Idee aus Wiehl, könne mit Wiehl eine Kooperation eingehen. „Da sehen wir keine Vorteile für unsere Sekundarschule“, sagt Hamm. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Rat der Gemeinde Engelskirchen freiwillig die Schulträgerschaft aufgibt.“ Auch in der Gründung eines Zweckverbandes sieht Hamm keinen Sinn: „Was soll das bringen außer Ärger?“
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Auch der Engelskirchener Schulausschuss, ergänzte dessen Vorsitzende Monika Güdelhöfer (SPD), habe sich bereits eindeutig gegen Kooperation und Zweckverband mit Wiehl positioniert. „Denn dann würde uns unsere Autonomie über Schulfragen weggenommen.“
Für Verstimmung im Engelskirchener Plenum sorgte der Leserbrief des Schulpflegschaftsvorsitzenden der Wiehler Sekundarschule, der falsche Anmeldezahlen für die Ründerother Schule verbreitet habe. Matthias Haas (CDU) fragte, ob die Verwaltung die falschen Anmeldezahlen richtigstellen wolle. „Ich kenne den Brief“, antwortete Hamm, „den habe ich als komplett falsch interpretiert. Derjenige, der den geschrieben hat, war nicht im Bilde.“ Reagieren wolle man jetzt nicht, die Zahlen aber im Fortgang der Schulentwicklungsplanung richtig stellen.