Hans Reischl, der 27 Jahre die Rewe-Gruppe leitete, verstarb am 20. Februar. Er prägte maßgeblich die Expansion.
27 Jahre an KonzernspitzeLangjähriger Rewe-Chef Reischl ist tot

Hans Reischl, damaliger Vorstandsvorsitzender der REWE-Zentral AG und der REWE-Zentralfinanz eG, aufgenommen am 04.03.2003
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27 Jahre stand Hans Reischl an der Spitze der Rewe-Gruppe. Am 6. Dezember 1939 im niederbayerischen Heindschlag geboren, stieß er in den 60er Jahren zu der Genossenschaft. Er machte auf einem Abendgymnasium in Köln das Abitur und studierte bis 1970 an der Universität Köln Wirtschaftswissenschaften. Bei der Rewe wurde er jetzt fest angestellt und wurde 1974 jüngstes Mitglied im Vorstand. Drei Jahre später rückte er die Spitze des Vorstands der zentralen Konzernorganisationen Rewe-Zentral AG und Rewe Zentralfinanz eG.
Unter seiner Leistung wuchs die Rewe-Gruppe durch Zukäufe wie Leibbrand mit den Marken HL, Minimal, Penny und Toom im Inland, erhielt eine modernere Konzernstruktur, stieg ins Tourismusgeschäft ein und expandierte ab der Mitte der 90er Jahre ins Ausland.
Acht Monate vor seiner Pensionierung legte Reischl Ende April 2004 sein Amt nieder. Er wäre gerne über die Pensionsgrenze von 65 Jahren an der Rewe-Spitze geblieben, hieß es aus dem Aufsichtsrat. Die Altersgrenze wollte der aber nicht anheben. Auch stieß dem Gremium wohl übel auf, dass Reichl Aufsichtsrat bei Karstadt-Quelle werden wollte. Beiden Konzerne konkurrierten sowohl im Touristikgeschäft als auch im Handel mit Unterhaltung und Elektronik, den die Rewe mit dem Pro Markt betrieb. Reischl wiederum zeigte sich pikiert, dass der Rewe-Aufsichtsrat bereits im Februar 2004 mit dem Vorstandskollegen Ernst Dieter Berninghaus einen Nachfolger präsentiert hatte. Reischl starb am 20. Februar. (raz)