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Panikrocker teilt ausUdo Lindenberg wettert gegen „schlaffe Ampel“ und „Schwachmaten-Welt“

Lesezeit 2 Minuten
Udo Lindenberg in Nahaufnahme.

Die Entwicklung in Deutschland und der Welt lässt Panikrocker Udo Lindenberg schlecht schlafen.

„Wozu sind Kriege da?“ sang der Panikrocker schon vor 40 Jahren. Angesichts der Weltlage stellen sich ihm bange Fragen.

Die Debatte um die Aufrüstung Deutschlands lässt Rockmusiker und Maler Udo Lindenberg an seiner pazifistischen Grundhaltung zweifeln. In den Achtzigern sei man auf die Straße gegangen „gegen die ganzen Scheißraketen“, sagte der 78-Jährige dem „Stern“. Heute sei die Lage jedoch eine andere. „In dieser verirrten Schwachmaten-Welt stellt man sich plötzlich die bange Frage: Müssen wir umdenken? Brauchen wir jetzt doch ’n starkes Militär?“

Udo Lindenberg: Dürfen uns an „Schizomaten“ nicht gewöhnen

Die Frage, „wie wir unsere freie Welt noch retten können und ob Worte und Songs und Kunst und Demos dafür ausreichen, oder ob wir uns tatsächlich auch militärisch wappnen müssten, tut meiner Pazifistenseele sehr weh und lässt mich manchmal gar nicht schlafen“, sagte der Panikrocker.

Angesichts der internationalen Entwicklung mit dem Ukraine-Krieg und der zweiten Amtszeit von Donald Trump als US-Präsident sprach er von einem Horrorszenario: „Vance, Musk, Putin und dazu noch unsere schlaffe Ampelregierung, um die herum die Rechtsextremen immer lauter werden.“ 

Panikrocker will nicht resignieren

Resignation sei für ihn aber keine Alternative. „Wir dürfen doch die nächste Generation nicht hängen lassen. Wir dürfen uns nie daran gewöhnen, dass die Welt mal wieder regiert wird von Schizomaten“, sagte Lindenberg. „Irgendwann kommen auch wieder neue Leute mit unseren Idealen und Visionen für die bessere und fairere Welt von morgen.“

In den 1970er und 1980er Jahren war Udo Lindenberg nicht nur als Musiker präsent, sondern auch politisch engagiert. 1979 trat er beim „Rock gegen Rechts“-Festival in Frankfurt auf, das sich gegen rechtsextreme Tendenzen richtete. 1983 gelang ihm ein besonderer Auftritt im Ost-Berliner Palast der Republik – als erster westdeutscher Musiker bei einem offiziellen Konzert in der DDR.

Auch in der Anti-Atomkraft-Bewegung setzte er Zeichen: 1986 stand er auf der Bühne des „Anti-WAAhnsinns-Festivals“ gegen die Wiederaufbereitungsanlage Wackersdorf. Mit seiner Musik und seiner Präsenz wurde Lindenberg zur Stimme des Protests. Er nutzte seine Popularität bewusst für gesellschaftliche Anliegen. Sein Einsatz reichte von Friedensaufrufen bis hin zu Kritik an politischen Missständen.(jag/dpa)