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Ermittlungen dauern anGüterzug entgleist in NRW – Lokführer stirbt

Lesezeit 2 Minuten
Ein Polizist steht vor der Lok eines entgleisten Güterzuges.

Beim Entgleisen eines mit Zement beladenen Güterzuges ist in Geseke im Kreis Soest eine Person ums Leben gekommen.

Der Güterzug entgleiste am Sonntagnachmittag in der Nähe des nordrhein-westfälischen Geseke. Die Strecke ist weiterhin gesperrt.

Ein mit Zement beladener Güterzug ist in Geseke im Kreis Soest entgleist — dabei ist nach ersten Erkenntnissen der Bundespolizei der Zugführer ums Leben gekommen. Die Behörde geht nicht davon aus, dass es weitere Todesopfer gibt, wie eine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur sagte. Zunächst war unklar, ob sich noch eine weitere Person in der Lok des Güterzuges befunden hatte. Bei dem toten Lokführer handelt es sich nach Polizeiangaben um einen 30-Jährigen aus Warstein.

Hubschrauber mit Wärmebildkamera im Einsatz

Am späten Abend forderte die Polizei einen Hubschrauber mit einer Wärmebildkamera an, um die sieben Kilometer lange Strecke sicherheitshalber nach einer weiteren Person abzusuchen, wie ein Sprecher der Polizei sagte. Später teilte die Kreispolizeibehörde Soest mit, ein weiterer Mensch sei nicht festgestellt worden.

Hintergrund des Hubschraubereinsatzes sei ein Video gewesen, das der Polizei im Laufe des Einsatzes bekannt geworden sei, „auf dem eine Person auf einem Waggon des Zuges sitzt“. Nähere Informationen dazu gab es bislang nicht. Der Güterzug sei kurz vor dem Unfall von einem Zementwerk losgefahren.

Zugunglück in NRW: Ermittlungen an der Unfallstelle dauern an

Die Bahn-Sprecherin sagte, noch dauerten die Ermittlungen der Behörden an der Unfallstelle an. Erst nach Freigabe der Unfallstelle könnten Aufräumarbeiten beginnen und sich die Fachtechniker und -technikerinnen der Bahn ein genaueres Bild zum Ausmaß der Schäden machen.

Die Züge des Güter- und Fernverkehrs würden über Herford umgeleitet. Auch der Regionalverkehr sei betroffen; es komme zu Verspätungen und Ausfällen. Fahrgäste sollten sich im Internet informieren.

Spezialfirma angefordert, um Toten zu bergen

Mit einem Bergungskran versuchte nach Polizeiangaben die Feuerwehr Dortmund am Abend, den Kesselwagen anzuheben, unter dem der Tote lag. Dabei stellte sich heraus, dass dafür erheblicher technischer Aufwand nötig sein würde. Daher sei eine Spezialfirma angefordert worden.

Nach ersten Erkenntnissen der Feuerwehr sind sowohl die Lok als auch mehrere Waggons aus den Gleisen gesprungen. Eine akute Gefahr für die Bevölkerung bestand nach erster Einschätzung nicht, wie ein Sprecher der Feuerwehr sagte. Augenzeugen des Zugunglücks wurden betreut.

Auf Bildern von der Unglücksstelle sind stark beschädigte Waggons zu sehen, die auf der Seite liegen. Auch ein Zaun ist beschädigt. Die Deutsche Bahn sprach den Angehörigen des Unfallopfers ihr tiefes Mitgefühl aus. (dpa)