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HandballChristopher Wolf bekommt Abschiedsspiel beim Longericher SC

Lesezeit 3 Minuten
17.02.2024, Handball-Longericher SC - Saarlouis

links: Max Zimmermann (Longerich)
rechts: Christopher Wolf (Longerich)

Foto: Uli Herhaus

Christopher Wolf (r.) spielt seit 2012 für den Longericher SC. 

Der 32-jährige Abwehrspezialist  beendet im Sommer wegen Problemen am Knöchel seine Laufbahn.

Die Handballer des Longericher SC haben vier Spieltage vor dem Ende der Saison ein Stadium erreicht, in dem es nicht nur um die Gegenwart geht, sondern auch die Zukunft in den Fokus rückt. Trotz des 34:40-Rückschlags am vergangenen Wochenende bei der TSG Haßloch haben die Kölner nach wie vor sehr gute Chancen, Platz drei der Dritten Liga Süd-West zu erreichen und sich für die erste Runde des DHB-Pokals zu qualifizieren. Zwei Siege sind nach Hochrechnungen von Trainer Christian Stark noch notwendig, um das Ziel zu erreichen.

Am Samstag (19 Uhr, Sporthalle der Carl-von Ossietzky-Gesamtschule) gegen die HSG Hanau eröffnet sich dem Team die nächste Chance, seine Position hinter dem souveränen Top-Duo aus Krefeld und Gelnhausen zu festigen. Das Duell mit den Hessen wird auch einer der letzten Auftritte von Christopher Wolf im Trikot des LSC sein, der Abwehrchef beendet im Sommer aus gesundheitlichen Gründen seine Laufbahn.

Christopher ist ein Vollblut-Sportler – ein Spieler, wie man ihn sich wünscht. Immer pünktlich, zu hundert Prozent fokussiert und mit vollem Einsatz
Christian Stark, Trainer des Longericher SC

Im Falle des 32-Jährigen handelt es sich um einen Abschied, der bei Coach Stark ein überdurchschnittliches Maß an Wehmut auslöst. Schon in der Jugend betreute der Coach den damals 15-jährigen Wolf im Individualtraining, bevor er ihn später während der gesamten Karriere auch in der Longericher Herrenmannschaft betreute. Von 2012 an lief der Defensivspezialist für die Kölner auf, unterbrochen von einem acht Partien währenden Bundesliga-Intermezzo im Frühjahr 2021 bei TuSEM Essen. Als der Drittliga-Spielbetrieb wegen der Corona-Pandemie ruhte, eröffnete sich dem Routinier die unverhoffte Chance, sich mit den Hochkarätern des THW Kiel und der SG Flensburg-Handewitt zu messen.

Wolf gehört nicht zu den Athleten, die im Angriff für spektakuläre Glanzlichter sorgen, Treffer von ihm sind eine Seltenheit. Dennoch gehörte er immer zu den Unverzichtbaren, weil er in der Defensive zuverlässig die für viele unsichtbare Arbeit erledigte, ohne die keine Mannschaft der Welt Erfolg hätte. „Christopher ist ein Vollblut-Sportler – ein Spieler, wie man ihn sich wünscht“, betont Stark. „Immer pünktlich, zu hundert Prozent fokussiert und mit vollem Einsatz. Dazu ein sehr angenehmer Charakter. Da hört nicht nur ein Spieler, sondern ein sehr guter Freund auf.“

Schon seit einigen Jahren plagt sich Wolf mit massiven Problemen am Knöchel, die ihn daran hindern, schmerzfrei auf seinem gewohnten Niveau zu agieren. Auch in dieser Saison kam er aufgrund einer Arthrose nur sporadisch zum Einsatz. Welchen Stellenwert Wolf bei seinem Klub genießt, zeigt sich allein daran, dass der Longericher SC am 28. Juni erstmals in seiner Klubhistorie ein Abschiedsspiel organisiert. Neben Wolf werden auch Dustin Thöne und Joscha Rinke den Fans Adieu sagen. Für Stark gibt es keinerlei Zweifel: „Da geht ein Stück LSC-Geschichte.“