Maximilian Kammerer ragt beim 4:1-Sieg mit einem Doppelpack aus einer starken KEC-Mannschaft heraus.
Letztes Auswärtsspiel des JahresKölner Haie gewinnen DEL-Klassiker in Mannheim

Haie-Stürmer Maximilian Kammerer (l.) bejubelt seinen Doppelpack mit Frederik Storm.
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Die Kölner Haie haben ihren Abwärtstrend ausgerechnet beim heimstärksten Team der Deutschen Eishockey Liga (DEL) gestoppt. Nach drei Niederlagen in Folge setzte sich die Mannschaft von Trainer Kari Jalonen am Samstagnachmittag im letzten Auswärtsspiel des Jahres bei den Adler Mannheim am Ende deutlich mit 4:1 (0:0, 2:1, 2:0) durch. „Wir hatten ein bisschen Druck. Über 60 Minuten gesehen ist der Sieg verdient. Wir sind extrem glücklich, mit drei Punkten nach Hause zu fahren“, freute sich Doppeltorschütze Maximilian Kammerer über eine starke Vorstellung des Tabellensechsten.
Der DEL-Klassiker begann vor 13.600 Zuschauern in der ausverkauften SAP Arena mit einem Aufreger. Nach nur 72 Sekunden war die Scheibe in einer unübersichtlichen Situation hinter die Mannheimer Torlinie gerutscht. Doch die Schiedsrichter blieben auch nach Sichtung der Videobilder bei ihrer Entscheidung, den Treffer nicht zu geben. Kölns Angreifer Frederik Storm soll nach seinem Pfostentreffer beim Nachstochern den Schoner von Adler-Goalie Felix Brückmann regelwidrig über die Linie geschoben haben.
Wir haben defensiv überragend gespielt, hatten einen guten Torwart hinten drin und haben vorne die Chancen genutzt.
Nach druckvollem Start der Haie blieben weitere Großchancen zunächst aus, doch das machte das intensiv geführte Duell nicht weniger unterhaltsam. Beide Mannschaften legten läuferisch und kämpferisch ein hohes Engagement an den Tag, um den Kontrahenten vom eigenen Tor fernzuhalten. So dauerte es bis zur Schlussphase des ersten Drittels, ehe die Hausherren zweimal kurz vor der Führung standen. Erst platzierte Jordan Swarz den Puck um Zentimeter vorbei (18.), dann lenkte der abermals starke KEC-Torwart Julius Hudacek einen Schuss von Marc Michaelis aus kurzer Distanz noch an den Pfosten (20.). Nach Wiederbeginn setzte Mannheim seine Druckphase fort. Trotzdem waren es die Gäste, die nach einem schnell vorgetragenen Angriff über die rechte Seite in Führung gingen. Frederik Storm spielte auf Höhe des Tores einen Rückpass auf Maximilian Kammerer. Der Haie-Stürmer nutzte seine Freiräume im Slot, um sich die Scheibe in Fußballer-Manier mit dem Schlittschuh zurechtzulegen und mit dem zweiten Kontakt unter die Latte zu vollstrecken (26.).
Kölner Haie überstehen im letzten Drittel doppelte Unterzahl
Doch die Freude der 800 mitgereisten Kölner Anhänger währte nur kurz. Daniel Fischbuch war nach einem Konter per Abstauber zum 1:1-Ausgleich zur Stelle (31.). Die Adler drängten auf den Doppelschlag, schwächten sich dann allerdings selbst. Leon Gawanke kassierte für einen Kniecheck gegen Josh Currie eine Spieldauerdisziplinarstrafe. Die fünfminütige Überzahl nutzte der KEC gut aus. Nachdem Currie freistehend nur das Außennetz getroffen hatte (38.), zeigte sich Alexandre Grenier zielsicherer und traf vier Sekunden vor Drittelende mit einem Handgelenksschuss zur erneuten Gästeführung. Im Schlussdrittel drohte den Kölnern erneut der Ausgleich. Louis-Marc Aubry und Juhani Tyrväinen wurden von den in dieser Phase kleinlich pfeifenden Schiedsrichtern kurz hintereinander auf die Strafbank geschickt. So durften die Gastgeber für 90 Sekunden in doppelter Überzahl ran. Doch Mannheim spielte das Powerplay gegen leidenschaftlich verteidigende Gäste nicht gut aus. „Das war der Knackpunkt. Wir haben im letzten Drittel eine wahnsinnig gute Unterzahl gezeigt“, meinte Haie-Verteidiger Jan Luca Sennhenn.
Maximilian Kammerer bestraft Aussetzer des Adler-Torwarts
Kaum waren die Haie wieder komplett, versetzten sie den Gastgebern den nächsten Hieb. Im Anschluss an einen Kölner Unterzahlkonter unterlief Adler-Goalie Felix Brückmann beim Versuch, das Spiel schnell zu machen, ein böser Fehlpass. Louis-Marc Aubry brachte die Scheibe vor das Tor zurück, wo Maximilian Kammerer „Danke“ sagte (46.). Kölns Spieler des Spiels verpasste mit einem Pfostentreffer sogar noch sein drittes Tor (52.). Den Endstand besorgte schließlich Frederik Storm in Überzahl (55.) - in einem lange Zeit engen Spiel hatten die Special Teams den Unterschied ausgemacht. „Der Sieg heute tut sehr gut. Wir haben defensiv überragend gespielt, hatten einen guten Torwart hinten drin und haben vorne die Chancen genutzt“, resümierte Jan Luca Sennhenn, dessen Team das Jahr 2024 am Montag (19.30 Uhr, Magenta Sport) in der Lanxess Arena gegen die Löwen Frankfurt beschließt.
Kölner Haie: Hudacek; Sennhenn, Vittasmäki; Müller, Austin; Almquist, Glötzl; Grenier, Aubry, Schütz; Storm, Tyrväinen, Kammerer; Wohlgemuth, Currie, Tuomie; Lindner, van Calster, Hänelt. – SR.: Rohatsch/Cespiva. – Zuschauer: 13.600 (ausverkauft). – Tore: 0:1 Kammerer (25:41/Storm, Sennhenn), 1:1 Fischbuch (30:11), 1:2 Grenier (39:56/Currie, Aubry/PP1), 1:3 Kammerer (45:32/Aubry), 1:4 Storm (54:20/Aubry, Almquist/PP1). – Strafminuten: Mannheim 11+SD Gawanke; Köln 12.