Der 1. FC Köln bestreitet kurz vor Beginn des Straßenkarnevals das Derby gegen Fortuna Düsseldorf im ausverkauften Rheinenergiestadion und will dabei seine Tabellenführung in der 2. Liga verteidigen.
1. FC KölnSituationselastik ist im Karneval und im Derby gefragt

Zurück im Training und eine Option für den Derby-Kader: Eric Martel (r. mit Denis Huseinbasic).
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Der kölsche Karneval wirft zwar schon gewaltig seine Schatten voraus, für Gerhard Struber ist seine erste Begegnung mit dem rheinischen Frohsinn aber noch Zukunftsmusik. Dem österreichischen Trainer des 1. FC Köln bläst nach dem 0:3 vor einer Woche beim 1. FC Magdeburg und vor dem Derby am Sonntag (13.30 Uhr/Sky) gegen Fortuna Düsseldorf viel mehr der kräftige Wind der engen Tabelle entgegen.
Verlieren die Geißböcke zum zweiten Mal in dieser Zweitliga-Saison zwei Partien hintereinander, geht der erste Platz ausgerechnet vor den tollen Tagen des Straßenkarnevals verloren und das Fragezeichen hinter dem Bundesliga-Aufstieg wird wieder größer.
Ich werde mich situations-elastisch zeigen und es genießen, wenn es so weit ist.
Gerhard Struber war die etwas angespanntere Situation zwei Tage vor dem Rhein-Derby durchaus anzumerken. Die obligatorische Frage nach seinen Karnevalsplänen schob er erstmal beiseite. Allerdings nicht ohne seine Fähigkeiten als Wort-Akrobat unter Beweis zu stellen. „Ich habe schon viel über den Karneval gehört und lass das auf mich zukommen. Ich werde mich situations-elastisch zeigen und es genießen, wenn es so weit ist.“
Der 48-Jährige wird diese „Situationselastik“ nicht nur im jecken Treiben gebrauchen können, auch für das Duell mit dem nur drei Punkte schlechter gestellten und in diesem Jahr noch ungeschlagenen Tabellenfünften ist Flexibilität gefragt. Zunächst einmal im Hinblick auf das zur Verfügung stehende Personal. Struber muss neben den langzeitverletzten Jacob Christensen, Mark Uth und Luca Kilian weiter auf Julian Pauli sowie den gelbgesperrten Jan Thielmann verzichten.
Lemperle fällt weiter aus, Martel ist auf gutem Weg
Auch Torjäger Tim Lemperle steht weiter nicht zur Verfügung. Obwohl bei dem 22-Jährigen keine strukturelle Verletzung im Oberschenkel vorliegt, fällt er seit Wochen aus. „Es dauert länger als gedacht. Wir wollen auf Nummer sicher gehen. Wir hoffen, dass Tim nächste Woche wieder auf den Platz kann. Für das Spiel in Karlsruhe wird es aber noch eng“, fasste der FC-Coach ein Comeback frühestens für das Spiel am 8. März in Ulm ins Auge.
Besser sieht es bei Eric Martel aus, der schon am Sonntag in den Kader zurückkehren könnte und auf jeden Fall am Karnevalssamstag in Karlsruhe wieder spielen soll. „Wir sind sehr froh über seinen Zustand“, sagte Struber über die schnelle Genesung seines Sechsers nach einer Muskelverletzung.
Downs und Pacarada sind zurück im Training
Leart Pacarada und Damion Downs konnten am Freitag nach ihren Zerrungen erstmals in dieser Woche wieder mit der Mannschaft trainieren. Ob es für einen Platz in der Startelf reichen wird, bleibt allerdings fraglich. „Damion hat zuletzt viel gespielt und diese Woche wenig trainiert. Er hat heute aber richtig gut mitmachen können“, meinte der FC-Trainer über seinen Topstürmer. Gut möglich, dass er Downs eine Pause gönnt.
Es könnte im Derby also auf zwei Winter-Neuzugänge ankommen, die bislang kaum eine Rolle gespielt haben und die sich laut Srruber im Gegensatz zu Joel Schmied noch im Anpassungsprozess befinden. Jusuf Gazibegovic hat zwar schon fünf Einsätze, fremdelt aber noch mit der Robustheit der 2. Liga und seiner Position als Flügelspieler vor der Dreierkette. „Er muss sich verbessern, aber es nur eine Frage der Zeit, bis er richtig performen wird“, hat Struber Vertrauen in den 24-Jährigen.
Das gilt auch für Mittelstürmer Imad Rondic, der im Derby wohl sein Startelfdebüt feiern wird. „Imad ist noch frisch bei uns und in den Abläufen mit und gegen den Ball in der ersten Anpassungsphase. Er lernt aber schnell und hat seine Stärken in der Box mit einer guten Positionierung und der nötigen Ruhe“, lobte Struber den Bosnier.
Voraussichtliche Aufstellungen:
1. FC Köln: Schwäbe; Hübers, Schmied, Heintz; Gazibegovic, Huseinbasic, Kainz, Finkgräfe; Ljubicic, Maina; Rondic. — Fortuna Düsseldorf: Kastenmeier; Lunddal, Oberdorf, Siebert, Heyer; Haag, Johannesson, Kwarteng, van Brederode, Appelkamp; Kownacki.