Zum fünften Mal hatte die Arbeiterwohlfahrt Oberlar zu der Veranstaltung eingeladen.
Lego-BörseFans der Klemmbausteine pilgerten nach Troisdorf

Melanie und Leopold, Mutter und Sohn, hatten mit dem Stadion von Manchester United eine echte Attraktion dabei.
Copyright: Philip Holzhauer
Bunte Steine, viele Besucher und ein wachsendes Interesse bei Jung und Alt: Die Arbeiterwohlfahrt (Awo) Oberlar hatte zur fünften Lego- und Playmobil-Börse in ihre Geschäftsstelle an der Sieglarer Straße eingeladen. Familien, Sammler und Neugierige konnten dort stöbern, handeln und tauschen.
Andere verfolgten bei ihrem Besuch eine klare Mission: so zum Beispiel Johann und Verena Schmidt, die ein Geschenk für ihren Enkel suchten. „Wir wussten ungefähr, was er mag – und hier lässt sich wunderbar stöbern“, erzählte Johann. Gefunden haben sie für Ihren Enkel schließlich einen schwarzen Lego-Drachen mit beweglichen Flügeln.
Die Leute bauen teils unglaubliche Sachen
Lego ist Sammlerstück, Tauschobjekt, Wertanlage und vor allem: ein Stück gelebter Kreativität. Längst ist das dänische Spielzeug nicht mehr nur etwas für Kinderzimmer, sondern in allen Bevölkerungsteilen beliebt – auch bei kreativen „freien“ Tüftlern. „Die Leute bauen teils unglaubliche Sachen, das Interesse ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen“, sagte Birgit Biegel, Vorsitzende der Awo Oberlar. Sie freue sich über die erneut große Resonanz.

Birgit Biegel ist die Vorsitzende der Awo Oberlar, die zur Börse eingeladen hatte.
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Conny etwa verkaufte mit ihrem Sohn alte Lego-Sets aus dem Kinderzimmer. „Wir haben vorher einmal alles zusammengebaut, um zu prüfen, ob es vollständig ist – danach haben wir die Teile dann verpackt. Die Vorbereitung hat ungefähr drei Wochen gedauert“, berichtet sie. Ihr Sohn ergänzt: „Fürs Erste bin ich froh, dass wir die Sachen verkaufen – aber vielleicht fange ich später ja nochmal mit dem Bauen an.“
Auch Katja Bergfelder war wieder mit einer großen Sammlung gekommen. Seit der ersten Lego-Börse 2023 ist sie regelmäßig dabei. An- und Verkauf, Tausch und Sammeln von Lego-Objekten sind ihr Hobby; für den Fall, dass mal etwas nicht vollständig ist, hat sie sich eine eigene „Werkstatt“ mit Ersatzteilen aufgebaut.
„Gerade die älteren Sets haben oft mehr kreative Elemente, sind vielfältiger und deshalb im Verhältnis oft wertvoller als die neuen“, urteilt die Sammlerin, die ebenfalls mit ihrem Sohn vor Ort war. „Auch Playmobil ist nach einigen schwächeren Jahren nun wieder stärker bei den Leuten gefragt.“
Ein paar Tische weiter hatte Leopold, ein junger Verkäufer, ein echtes Highlight im Gepäck: das Lego-Fußballstadion von Manchester United. „Der Verkauf fällt mir nicht so schwer, ich habe noch mehr Lego zu Hause. Unter anderem auch das Stadion vom FC Barcelona“, erzählt er. Seine Lieblingsserie des Herstellers ist Marvel, Black Panther sein Lieblingsheld. Mit seiner Mutter und seinem Großvater nutzte der junge Lego-Fan die Börse, um altes Spielzeug zu verkaufen.
Troisdorfer Veranstalter wollen keine Konkurrenz zu örtlichen Flohmärkten sein
Auch der Lego-Verein „Steinchenschubser“ war vertreten. Seine Mitglieder haben sich dem freien Bauen verschrieben und besuchen regelmäßig solche Börsen. Besonders interessiert waren sie an den Tischen mit Einzelteilen, dort, wo ohne Anleitungen kreative Ideen entstehen.
„Wir wollten keine Konkurrenz zu den örtlichen Flohmärkten sein, sondern eine Ergänzung“, betont die Awo-Vorsitzende Biegel. Deshalb habe man sich bewusst für ein spezielles Angebot entschieden. Inspiration kam von einer Lego-Börse aus Meckenheim. Die Idee: ein spezialisiertes Angebot rund um Lego und Playmobil – denn die Branche wächst seit einiger Zeit wieder deutlich.
„Es ist schön zu sehen, wie generationsübergreifend dieses Thema Menschen anzieht“, stellte Biegel fest. Die nächste Lego- und Playmobil-Börse ist für die Vorweihnachtszeit geplant.