Löcher in der Hülle: Auch der zweite Versuch des Wetter-Experiments am Gymnasium Lohmar ging schief.
„Es ist zum Heulen“Wetterballon konnte in Lohmar erneut nicht aufsteigen

Löcher in der Ballonhaut sorgten dafür, dass die Hülle riss.
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Der Traum vom Wetterballon ist erneut geplatzt: Löcher in der Hülle haben auch den zweiten Startversuch des Wetter-Experiments am Donnerstag, 3. April, am Gymnasium Lohmar zunichtegemacht. Der Ballon riss, ein Ersatz war nicht vor Ort.
„Es ist zum Heulen“, sagte Informatiklehrer Andreas Blonske, als er seine bedröppelten Schülerinnen und Schüler tröstete. Dabei war sein Chef, Schulleiter Michael Funke, noch guter Dinge gewesen, als er Presseschar und die Bürgermeisterin begrüßte. „Heute klappt es“, war er sich sicher, während der Informatik-Leistungskurs den Ballon präparierte.
Beim ersten Versuch, einen Wetterballon in Lohmar aufsteigen zu lassen, war ein Seil gerissen
Beim ersten Versuch vor zwei Wochen war die Ballonhülle ohne Transportkiste abgehoben. Eines der Seile, das zwar 32 Kilo Tragkraft besitzt, war dennoch gerissen - durchgescheuert. Eigentlich hätte der Ballon eine Box mit Sensoren in die Höhe bringen sollen, um in der Stratosphäre Luftdruck, Temperatur und Feuchtigkeit zu messen. „Der errechnete Landepunkt wäre heute bei Kamp-Lintfort gewesen“, sagte Blonske, der die Tour an den Niederrhein, um die Box wieder einzusammeln, gerne gemacht hätte.
Doch um exakt 9.45 Uhr passierte, was nicht hätte passieren dürfen: Die Ballonhülle, die die Schülerinnen und Schüler zuvor noch mit Handschuhen festgehalten hatten, sackte plötzlich in sich zusammen. Gelächter zunächst, ehe die Abiturientinnen und Abiturienten realisierten, was soeben geschehen war. „Haben wir noch einen Ballon?“, fragten sie Blonske. Der schüttelte den Kopf. Die Zuschauerinnen und Zuschauer, die sich am Sportplatz versammelt hatten, zogen wieder ab, Blonske baute die Lautsprecherbox wieder ab.
Ob der Informatikkurs am Gymnasium Lohmar einen dritten Versuch starten will, ist noch nicht klar
„Der Ballon hatte schon vorher Löcher. Vielleicht wurde der Karton unsachgemäß mit einem Messer geöffnet, vielleicht waren Mäuse dran“, spekulierte er. Ein Garantiefall ist der große Gummifetzen eher nicht: „Das war eine Spende des Verkäufers, weil er sonst keinen mehr hatte. Vielleicht kommt er uns beim nächsten Heliumkauf entgegen“, fügte er mit Blick auf die mehrere hundert Euro teure Edelgasfüllung des Ballons hinzu.
Gabriele Jakob, die stellvertretende Schulleiterin, sah die Sache aus wissenschaftlicher Sicht: „Ein Fünftel aller wissenschaftlichen Versuche geht schief, das weiß ich aus eigener Erfahrung. Auf das Hubble-Teleskop schaut die Öffentlichkeit nur, wenn es Bilder aus dem Weltraum liefert - aber niemand sieht, was im Labor misslungen ist“, sagte sie.
Ob der Informatikkurs einen weiteren, dritten Versuch starten will, könne Blonske noch nicht sagen. „Einen neuen Ballon zu bestellen, dauert zwei, drei Tage. Die Schüler stecken aber mitten in den Abiturvorbereitungen – da müssen wir mal schauen.“