Auf Anfrage der SPD-Fraktion berichtete die Verwaltung über eine Machbarkeitsstudie, sie zeigt Kosten von bis zu 55 Millionen Euro auf.
SanierungsfallGutachten empfiehlt Ersatzbau des Rathauses in Frechen

Der neue Teil des Rathauses wurde 1979 fertiggestellt und bezogen.
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Die Zukunft für das sanierungsbedürftige Frechener Rathaus sieht nicht gut aus. Eine Machbarkeitsstudie hat ein eindeutiges Ergebnis zu Tage gebracht: Es sei eine umfassende Sanierung notwendig, empfohlen wird allerdings aufgrund der zahlreichen Mängel ein Ersatzbau. Dies teilte Kämmerin Gudrun van Cleef in der Ratssitzung (1. April) auf Anfrage der SPD-Fraktion mit. Das Gutachten liege seit Ende 2024 vor. Es wurde seit 2021 erstellt und kostete rund 40.500 Euro.
Auch über die Tiefgarage des Rathauses gibt es keine guten Neuigkeiten. Weiterhin sind dort einige Stellplätze gesperrt, Schwerlast-Stützpfeiler sind aufgebaut, um die Decken abzusichern und es wird vor Beschädigungen der abgestellten Autos durch herabtropfendes, verunreinigtes Wasser gewarnt. Das Parken sei dort nur auf eigene Gefahr möglich, heißt es auf mehreren Hinweisschildern. Auch hier fällt die Machbarkeitsstudie ein klares Urteil: Am effektivsten wäre es, das gesamte Rathausumfeld freizulegen, um die Garage zu sanieren. „Dies ist jedoch nicht am wirtschaftlichsten“, so die Kämmerin.
Frechen: Kosten für das Rathaus werden auf 42 bis 55 Millionen Euro geschätzt
Schon in einer Übersicht über Hochbaumaßnahmen wurde im Dezember 2024 berichtet, dass „die dringend erforderlichen und sicherheitsrelevanten Sanierungsmaßnahmen der Tiefgarage und zum Brandschutz und den daraus resultierenden Hochbaumaßnahmen“ in einer Machbarkeitsstudie zusammen gefasst seien. Die Gesamtkosten wurden damals auf 42 bis 55 Millionen Euro geschätzt – je nach Variante. Die weiteren Maßnahmen müssten nun abgestimmt werden, hieß es in der Auflistung.
Wir kennen die Studie inhaltlich bislang nicht, warum wurde sie an die Ratsmitglieder nicht weiter kommuniziert? Es geht ja um Größenordnungen, die alles sprengen.
Mit Erstaunen reagierte der SPD-Fraktionsvorsitzende Hans Günter Eilenberger auf die Ausführungen der Kämmerin. „Wir kennen die Studie inhaltlich bislang nicht, warum wurde sie an die Ratsmitglieder nicht weiter kommuniziert?“, so Eilenberger, „es geht ja um Größenordnungen, die alles sprengen. Uns fehlen bislang die Informationen“.
Dies soll nun nachgeholt werden, für die nächste Ratssitzung soll die Machbarkeitsstudie auf die Tagesordnung kommen – im nicht-öffentlichen Teil. Eilenberger zeigt sich damit zufrieden: „Gut, dass wir das Gutachten nun bekommen. Es muss ja einen Plan geben, was auf uns zukommt und wie wir damit umgehen.“ Nicht zufrieden sei er aber mit der Bearbeitung der Anfrage seiner Fraktion zum Rathaus, es habe nichts Schriftliches gegeben. Das habe ihn überrascht. Die Verwaltung teilte mit, dass es ihre Absicht gewesen sei, die Studie zusammen mit möglichen Konzepten als diskutable Entscheidungsgrundlagen zu präsentieren.
In Frechen sind das alte Rathaus, das 1909 fertiggestellt wurde und früher auch die Wohnung des Bürgermeisters umfasste, und das neue Rathaus miteinander verbunden. Der Neubau war nötig, da nach der Gemeindegebietsreform 1975 Verwaltung und Rat auf zahlreiche Gebäude der Innenstadt verteilt waren. Im Oktober 1977 fand der Spatenstich statt. Nach zweijähriger Bauzeit war es 1979 fertig gestellt, 235 Mitarbeiter zogen ein. Das Gebäude kostete damals rund 16 Millionen Mark.
Ankauf des H&M-Gebäudes beschlossen
Für zusätzliche Kapazitäten für die Verwaltung wurde in der Ratssitzung auch mehrheitlich der Ankauf des H&M-Gebäudes in der Fußgängerzone für rund 11,3 Millionen Euro beschlossen. Dort sollen 101 Arbeitsplätze für Mitarbeiter der Verwaltung entstehen.